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Channel Fokus: Cloud Infrastructure Services

Portale ins IaaS-Universum

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Hyperscaler sind – wenn man so will – Portale zu einer Vielzahl an Services.
Hyperscaler sind – wenn man so will – Portale zu einer Vielzahl an Services. (Bild: liuzishan - stock.adobe.com)

Die fünf größten Hyperscaler (AWS, Microsoft Azure, Google, Alibaba und IBM) teilen sich zwei Drittel des Marktes auf. Sie ermöglichen den Zugang zu IaaS-Welten, ohne die hybride IT-Infrastrukturen der Zukunft (Public und Private) schwer umzusetzen sind.

Im Markt für Infrastructure as a Service (IaaS) und Platform as a Service (PaaS) werden Computing-Ressourcen in einer virtualisierten Umgebung angeboten, also Dienste aus der Cloud. Der Markt wird dominiert von wenigen Anbietern. Die breit aufgestellten Top-5-Akteure aus diesem Umfeld, AWS, Microsoft Azure, Google Cloud, Alibaba Cloud und IBM Cloud erhalten zusammen laut Canalys etwa zwei Drittel der weltweiten Ausgaben für Cloud-Infrastructure. Doch die Dynamik im Markt für Cloud-Infrastruktur ist groß und kennt den schnellen Auf- und Abstieg einzelner Anbieter. So ist es laut Statista gerade einmal etwa fünf Jahre her, als AWS, auf ein Quartal gerechnet, Umsätze in Höhe von etwa einer Milliarde Dollar einfuhr. In dieser Größenordnung rangiert der chinesische Akteur und – aus westlicher Sicht – Newcomer, Alibaba Cloud, heutzutage.

Anbieter-Ranking

Gemessen an nackten Zahlen erobert AWS im vierten Quartal 2018 den ersten Platz im Ranking der Marktanteile, was die weltweiten Ausgaben für Cloud Infrastruktur durch Unternehmen angeht. Laut Berechnungen der Marktforscher von Canalys flossen 7,3 Milliarden US-Dollar an AWS, was einem Marktanteil in Höhe von fast ­einem Drittel (32,3 Prozent) sowie einem Quartalswachstum im Vorjahresvergleich in Höhe von 46,3 Prozent gleichkommt. Den zweiten Platz im Ranking belegt laut Canalys Microsoft Azure mit 3,7 Milliarden Dollar und einem Marktanteil von 16,5 ­Prozent. Das jährliche Quartalswachstum liegt bei 75,9 Prozent. Drittplatzierter ist hier Google Cloud, mit 2,2 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, einem Marktanteil von 9,5 Prozent und dem größten jährlichen Wachstum unter den Top Five in Höhe von 81,7 Prozent. Wenn von den „großen vier Hyperscalern“ die Rede ist, wird gerne die IBM Cloud in einem Atemzug mit AWS, Azure und Google Cloud genannt. Laut Canalys folgt auf Google aber ein Player aus China: Alibaba Cloud, mit einer Milliarde Dollar Quartalsumsatz, einem Marktanteil in Höhe von 4,2 Prozent und einem Year-on-Year-Wachstum von 73,8 Prozent. Die IBM Cloud – demnach auf dem fünften Rang – kam laut Canalys im vierten Quartel des vergangenen Jahres auf rund 0,8 Milliarden Dollar Umsatz, damit auf einen Marktanteil in Höhe von 3,6 Prozent und ein Wachstum von 26,7 Prozent.

IaaS-/PaaS-Anbieter im magischen Quadranten

IaaS- und PaaS-Anbieter wurden von Crisp im „magischen Quadraten“ verortet.
IaaS- und PaaS-Anbieter wurden von Crisp im „magischen Quadraten“ verortet. (Bild: Crisp Research)

Auf Basis von Kriterien wie Leistungsstärke bei Netzwerk, ­Compute und Storage, Verteilungsmöglichkeiten, Pricing, Plattform- und Microservices, Hybrid-Cloud-Optionen, Offenheit und Unterstützung für Container-Workloads wurden in der Crisp-Research-Auswertung 21 Anbieter im magischen Quadranten verortet.

Auf der X-Achse kommt die Leistung unter anderem in Sachen Strategie, Nutzererfahrung, Agilität und dem Ökosystem zum Ausdruck.

Die Y-Achse verrät die Leistung bei Produktwertschöpfung, Disruptionspotenzial, wirtschaftlicher Bedeutung, Integrationsmöglichkeiten und Features. So erhielten die Cloud-Anbieter einen Platz als „Innovator“, „Accelerator“ (Gewinner-Quadrant), „Emerging Player“ und „Challenger“.

Die horizontale Achse der Matrix beschreibt letztendlich die Vollständigkeit der Vision und die vertikale Achse die Umsetzungskompetenz des Anbieters. Als Accelerator tun sich demnach insbesondere AWS, Google und Microsoft hervor. Zusammen mit IBM (ebenfalls Accelerator) ist häufig von den „Big Four“ die Rede.

AWS

Amazon Web Services (AWS) steht im ­Fokus einer aktuellen Kooperation zwischen ­VMware und ­T-Systems, bei der es um den Aufbau von virtuellen Rechenzentren in der Amazon-Cloud geht. VMware und T-Systems verzahnen dabei die Private Cloud von Kunden mit der Public Cloud von AWS. Den entsprechenden Vertrag unterzeichneten Pat Gelsinger, CEO von VMware, und Adel Al-Saleh, CEO von T-Systems, vor kurzem auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona. T-Systems managed den Service, mit dessen Hilfe koordiniert wird, Daten und ­Applikationen zwischen der VMware-­basierten Private Cloud im Kunden-­Rechenzentrum und der Public Cloud von AWS zu verschieben.

Microsoft Azure

Microsoft bietet für hybride Cloud-Szenarien schon seit Anfang 2016 eine eigene Version des Cloud-Betriebssystems Azure, speziell für den Einsatz im Rechenzentrum des Kunden. Mit dieser, „Azure Stack“ ­genannten, Variante sollen die Vorteile der Public-Cloud-Lösung mit den Kontrollmöglichkeiten im eigenen Rechenzentrum der Kunden verknüpft werden. Von virtuellen Maschinen unter Windows oder ­Linux über private Netzwerke mittels IPSec-VPN oder ExpressRoute bis hin zu Blob Storage für SQL-Server- und Sharepoint-Anwendungen – die Unternehmens-IT kontrolliert hierbei den gesamten Prozess beim Ausliefern der Dienste.

Google Cloud

Das Unternehmen Google aus dem Alphabet-Konzern will derzeit die „Cloud Services Platform“ (CSP) etablieren, die sich aktuell in der Beta-Phase befindet. Per Kubernetes und Istio soll die Software den Betrieb hybrider Clouds vereinfachen. Die Basis für CSP bildet die Google Kubernetes Engine (GKE) – ein Managed Service für die Kubernetes. Diese Open-Source-­Lösung bildet eine Infrastruktur, um Container-basierte Anwendungen bereitzustellen. Mit „GKE On-Prem“ bringt Google in diesem Kontext die Kubernetes-Infrastruktur nun auch in die Rechenzentren von Kunden. Das Ergebnis: Anwender können einmal erstellte Anwendungen ganz nach Belieben auf bestehender Hardware im ­eigenen Haus betreiben oder in die Cloud auslagern.

Alibaba Cloud

Der chinesische Konzern Alibaba scheint inzwischen komplett im westlichen Cloud-Ökosystem angekommen zu sein und beschreitet ähnliche ­Wege wie Google, das durch Wohltaten via „Google für Non-Profits“, „GoogleServe“, „Ad Grants“ und anderen Programmen für gutes Image und Bekanntheit sorgen will. So forcierte der Cloud-Computing-Bereich der Alibaba Group auf dem Mobile World Congress eine Initiative namens „Tech for Change“. Das Ziel: „mit Hilfe von Technologie globale soziale und humanitäre Herausforderungen in Bereichen wie Bildung, wirtschaftliche Entwicklung und Umwelt anzugehen“. Unternehmen, Startups und Jungunternehmer sollen im Zuge der Initiative Zugang zu „technologischem Knowhow, globalen Computerressourcen und Talentförderung“ erhalten, wie es aus dem Unternehmen heißt. Konkret bringt sich die Alibaba Cloud Academy mit Ressourcen ein, unter anderem mit dem KI-Dienst „Tianchi“. Hierbei geht es zum Beispiel um virtuelle Patienten in der Medizinausbildung „as a Service“.

IBM Cloud

Big Blue hat im Februar neue, hybride Cloud-Funktionen vorgestellt, die Public- und Private-Cloud verheiraten. Die hauseigenen Marktforscher im „IBM Institute for Business Value“ wollen herausgefunden haben, dass nahezu alle der befragten ­Unternehmen (98 Prozent), bis 2021 ­hybride IT-Architekturen einführen wollen, falls noch nicht geschehen. Aber nur 38 Prozent haben die Werkzeuge dafür ­parat. Grund genug, in diese Kerbe zu schlagen: Die „IBM Cloud-Integration Platform“ soll Applikationen, Software und Services aller Anbieter sicher verbinden. ­Unabhängig davon, ob diese Systeme On-Premises, in einer Public- oder Private-Cloud sind. Dafür führt die Plattform ein Set an Integrations-Werkzeuge zusammen.

Bei der Hybrid Cloud arbeiten alle zusammen

Gemeinsamer Nenner auf der strategischen Agenda der großen fünf Cloud-Akteure dürfte sein, sich für das IT-Infrastruktur-Modell der Zukunft, Hybrid Cloud, möglichst kundenfreundlich aufzustellen, denn proprietäre Systeme haben wenig Zukunft.

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