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Podcasts als Instrument der strategischen Unternehmenskommunikation

| Autor / Redakteur: Dominic Multerer / Margrit Lingner

Corporate Podcasts bieten die Möglichkeit, Unternehmen erlebbar zu machen und Werte zu vermitteln.
Corporate Podcasts bieten die Möglichkeit, Unternehmen erlebbar zu machen und Werte zu vermitteln. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Medien werden heute anders konsumiert als noch vor wenigen Jahren. Geprägt von der On-Demand-Kultur von Streaming-Anbieter wie Spotify oder Amazon wollen Nutzer selbst zu bestimmen, was sie wann hören oder sehen. Das eröffnet neue Möglichkeiten auch für Unternehmen.

Sie können sich vorstellen, einen Corporate Podcast für Ihr Unternehmen zu entwickeln? Der folgende Beitrag zeigt, warum Podcasting in der Markenführung nicht fehlen sollte und welche Vorteile es für die professionelle Kommunikation bietet. Ziel eines Corporate Podcast sollte es sein, die Bekanntheit und Reichweite einer Marke zu steigern.

Der große Vorteil von Podcasts ist, wie bei Videos, dass sie orts- und zeitunabhängig konsumiert werden können – Nutzer haben die Möglichkeit, sie jederzeit herunterzuladen und anzuhören beziehungsweise anzusehen. So können sie keine Folge mehr verpassen, sondern es steht ihnen frei, ihre Lieblingsinhalte problemlos in ihren Alltag zu integrieren.

Videos sind längst in allen gesellschaftlichen Bereichen allgegenwärtig. Der Podcast kann eine Alternative sein. Ohne aufwendige Drehtage lässt sich „nur Sound“ einfach konsumieren und in mehrere Sprachen adaptieren. Ihr Potential wird von Unternehmen vergleichsweise immer noch wenig genutzt.

Impulse für die Nutzung

Unternehmen haben einige Einsatzmöglichkeiten für Podcast – auch international. Nachfolgend drei Ideen. Hauptargument für Podcasts ist die einfache Distribution, geringe Produktionskosten und das Nutzungspotenzial innerhalb der Organisation und der Märkte.

  • 1. Mitarbeiter-Podcast
    Interne Kommunikation ist wertvoll, aufwendig und teuer. Ein monatlicher Podcast für alle Mitarbeiter bringt die Neuigkeiten des Unternehmens direkt aufs Ohr. Keine gigantischen Grafik- und Druckkosten mehr – und jeder Mitarbeiter (selbst an Produktionsmaschinen) kann zuhören. Die Produktionskosten sind überschaubar.
  • 2. Themenpodcast
    Ihr Unternehmen möchte das Themengebiet „Digitalisierung im Automotive“ besetzen? Dann können in einem Themenpodcast beispielsweise heiße Themen diskutiert und Interviews mit anderen Experten geführt werden. Ihr Unternehmen bietet die Plattform, um das Thema „groß“ zu machen und ordentlich aufzubereiten – Education und Branding.
  • 3. CEO-Podcast
    Wenn der CEO zu aktuellen Themen spricht, hat das Wirkung. Er verkörpert das Unternehmen und gibt eine Richtung vor. Manche Unternehmen inszenieren ihre führenden Köpfe. Das kann ein Weg sein, um aktuelle Themen im Markt anzudiskutieren.

Podcasts in der deutschen Unternehmenslandschaft

Eine Umfrage von Statista von 2019 zeigt, dass Podcasts bei deutschen Nutzern immer beliebter werden. Zwischen 2012 und 2016 stieg die Anzahl der Deutschen, die regelmäßig Podcasts hören, von 2,1 auf 7,5 Millionen. Seit 2016 vergrößerte sich der Anteil der deutschen Podcast-Hörer an der Gesamtbevölkerung wiederum von 14 Prozent auf 22 Prozent. Der Anstieg in den Nutzerzahlen innerhalb so kurzer Zeit lässt vermuten, dass die Relevanz von Podcasts auch für deutsche Unternehmen in den nächsten Jahren weiter steigen wird.

Dabei sind Podcast-Hörer tendenziell gebildeter als der Durchschnitt der Bevölkerung und haben ein vergleichsweise hohes Einkommen. Corporate Podcasts bieten also nicht nur dem Branding von Unternehmen wertvolle Möglichkeiten, sondern auch dem Marketing.

Vorteile von Podcasting

Videos und Audioformate zeigen menschliche Gesichter und Stimmen und sprechen Menschen daher sehr direkt und auf emotionaler Ebene an. So bauen die Zuschauer und Zuhörer eine persönliche Beziehung zu den Geschichten und Inhalten auf, die vermittelt werden sollen. Podcasting kann also als Mittel der Emotionalisierung von Geschichten dienen – viel besser als etwa Textformate wie die Artikel auf einem Unternehmensblog oder einer Webseite. Podcasting ist also sehr gut für eine Erweiterung der internen oder externen Kommunikationsstrategie eines Unternehmens geeignet und liefert unter anderem folgende Mehrwerte:

  • Verbessertes Branding dank effektivem Storytelling und dadurch Steigerung der Markenbekanntheit
  • Schaffen von Vertrauen und Engagement bei den Zuhörern (unabhängig davon, ob es sich dabei um externe Zuhörer oder die Mitarbeiter Ihres Unternehmens handelt), da jeder Podcast ein sehr persönliches Medium ist
  • Niedrigschwelliges Angebot
  • Möglichkeit der Einbindung von Stakeholdern und Partnern als Interviewpartner

Durch das regelmäßige Hören eines Podcasts lernen Zuhörer das entsprechende Unternehmen von einer persönlicheren Seite kennen. Das bedeutet, ein erfolgreicher Podcast kann das Corporate Image verbessern – im Idealfall regt er seine Zuhörer sogar zum Kauf von Produkten oder Dienstleistungen an.

Podcasts sind außerdem ein sehr niedrigschwelliges Angebot – schließlich besitzt heutzutage jeder ein Smartphone und kann Audio-Inhalte

einfach und schnell anhören. Podcasts lassen sich relativ einfach produzieren und Unternehmen können einzelne Folgen mit Themen besetzen, die für sie sinnvoll sind. Hierfür bieten sich zum Beispiel Interviews mit Mitarbeitern oder Experten, Reportagen zu Firmenveranstaltungen und Projekten oder Q&A-Sessions an. Ihnen stehen also alle Möglichkeiten offen.

Auch das Entstehen einer Community beziehungsweise eines Netzwerks kann der Ertrag eines erfolgreich umgesetzten Podcasts sein. Wer dieses Ziel verfolgt, sollte sich vorab die Frage stellen, welche Ziele durch die Nutzung des Mediums verfolgt und welche Zielgruppe erreicht werden soll. Die Auswahl der Themen orientiert sich dabei an der Frage, welche Inhalte für die betreffende Zielgruppe relevant sind und wie diese transportiert werden können.

Audio vs. Video
Podcasts können viele Themen transportieren und dienen dazu, Ideen zu teilen – aber welche Vorteile haben Audioformate und welche Alleinstellungsmerkmale bieten Podcasts?

  • Einfache und kostengünstige Produktion und Publikation, zum Beispiel mit kostenfreien Recording-Tools wie Audacity
  • Spotify und Co. helfen bei der Distribution der Inhalte, da sie inzwischen auch als Podcast-Portale dienen; so gewinnen Unternehmen an Reichweite
  • Audioformate sind mobil über vorinstallierte Apps besonders einfach nutzbar und problemlos herunterzuladen
  • Podcasts werden häufig offline konsumiert, da Audios aufgrund kleiner Dateigrößen einfacher heruntergeladen werden als Videodateien
  • Durch das Hören von Podcasts sparen Hörer Zeit und genießen gleichzeitig größtmögliche Flexibilität, da Audioformate häufig parallel zu anderen Tätigkeiten konsumiert werden, etwa beim Autofahren
  • Mit einem Podcast werden größere Zielgruppen und Menschen von Jung bis Alt (Statista-Studie 2019) erreicht.

Podcasts bieten also einige Vorteile gegenüber Text- oder Videoformaten. Der wohl größte Vorteil gegenüber Texten ist, dass Podcasts sich sehr gut eignen, um Einstellungen zu zeigen und Werte zu vermitteln. Stimmen echter Menschen erzeugen beim Zuhörer Emotionen und Leidenschaft, daher bleiben Geschichten, die Mitarbeiter über ihr Unternehmen und ihre Arbeit erzählen, beim Zuhörer viel eher in Erinnerung, wenn sie mit einer Stimme verbunden werden können. Die Identifikation der Hörer zur Marke oder zum Unternehmen wird gestärkt.

Fazit
Corporate Podcasts sind im Kommen und es stellt sich die Frage, warum Unternehmen nicht schon längst auf diesen Trend aufgesprungen sind. Relevante Inhalte lassen sich spannend vermitteln, etwa wenn Podcasts mit Interviews oder Reportagen über Produktentwicklungen und technische Innovationen berichten.

Podcasting bietet das Potential, Kunden und anderen Stakeholdern Informationen unterschiedlichster Art zu vermitteln, Vertrauen aufzubauen und nicht zuletzt Unternehmen erlebbar zu machen – und das heißt nicht bloß seine Produkte und Dienstleistungen, sondern auch seine Haltung und Einstellungen. Dabei hilft es, dass über Smartphones und andere Endgeräte jeder in- und außerhalb eines Unternehmens die Möglichkeit hat, den Podcast zu folgen. Am Ende entscheidet das richtige Format.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal www.marconomy.de

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