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Netzwerkdokumentation meist mangelhaft

Planloses Netzwerk – Fehlersuche ohne Übersicht

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Jedes vierte Netzwerk in Unternehmen ab 250 Mitarbeitern besteht aus mehr als 999 Geräten – ohne konsequente Dokumentation fehlt der Überblick.
Jedes vierte Netzwerk in Unternehmen ab 250 Mitarbeitern besteht aus mehr als 999 Geräten – ohne konsequente Dokumentation fehlt der Überblick. (Bild: Techconsult / NetBrain)

IT-Mitarbeiter könnten bei der Suche nach Fehlern im Unternehmensnetzwerk eine Karte mit allen möglichen Fehlerquellen gut gebrauchen. Doch nur 38 Prozent kommen in einen solchen Genuss. Dies ergab eine Studie, die der Softwarehersteller NetBrain bei Techconsult in Auftrag gegeben hat.

Unternehmensnetzwerke haben, so die Studie, enorme Ausmaße angenommen. Jedes vierte Netzwerk in Unternehmen ab 250 Mitarbeitern bestehe bereits aus mehr als 1000 Layer-2/3-Netzwerkgeräten. Hinzu käme noch ein Vielfaches an vernetzten Ports sowie die Heterogenität der Netzwerklandschaft, die aus Dutzenden Anbietern, Gerätevarianten und Firmwareversionen zusammengesetzt sein könne. Ohne konsequente Dokumentation sei der Überblick schnell verloren. Diese könne jedoch je nach Vorgehensweise ebenfalls mit hohem Arbeitsaufwand verbunden sein.

Manuelle Übersichten: nützlich, aber pflegeintensiv

Der Studie nach setzen 50 Prozent der Unternehmen Behelfslösungen ein: Die Übersicht werde manuell erstellt, Software für Flow-Charts müsse zum Mapping herhalten und die Informationen zu Hard- und Software würden in Office-Dokumenten gespeichert. Die Charakteristika zur Erstellung der Netzwerkübersichten würden – neben dem erforderlichen Dokumentenmanagement – zudem zwei Probleme offenbaren, die vor allem mit der manuellen Erfassung verbunden seien: die Aktualität und die Ganzheitlichkeit der Übersicht. Grundsätzlich sei es gut, eine Übersicht zu haben, aber der Nutzen stehe und falle mit ihrer Qualität. Es klinge zwar positiv, dass mehr als die Hälfte einen regelmäßigen Zeitplan verfolgen, dies sage aber noch nichts über die tatsächlichen zeitlichen Abstände und den Umfang der Aktualisierungen aus. So würden in mehr als einem Drittel der Unternehmen Netzwerkübersichten nur monatlich und auch nur in Teilen aktualisiert.

Für rund zwölf Prozent der Befragten sei der Aufwand von vornherein zu hoch. Sie arbeiteten sich im Problemfall einfach von Gerät zu Gerät vor. Die bei der Dokumentation scheinbar eingesparte Zeit sei dadurch aber schnell verloren. Denn bei Hunderten Geräten könne die Lösung einzelner Probleme Tage dauern – eine Ausfallzeit, die sich heute kaum noch ein Unternehmen leisten könne.

Synergien durch Integration und Automatisierung

Den Analysten von Techconsult zufolge setzt nur etwa jedes dritte Unternehmen bisher auf Managementlösungen, mit denen es möglich sei, Netzwerke komplett digital und möglichst automatisiert zu dokumentieren und alle Geräte und deren Software zu inventarisieren, Netzwerkverbindungen bzw. Traffic Flows sichtbar zu machen und direkt Informationen zu vorhandenen Problemlösungen oder Handbücher zu hinterlegen.

Zudem biete die Digitalisierung an dieser Stelle potenziell noch größeren Mehrwert, wenn über Schnittstellen weitere Informationen aus anderen IT-Lösungen einfließen würden, z.B. aus dem Network Performance Monitoring, der Network Access Control oder dem Security Information and Event Management, die dann ein umfassendes und zentrales Gesamtbild für die Problemlösung liefern könnten. Die Integration wiederum ermögliche dann auch eine lösungsübergreifende und automatisierte Abarbeitung von Prozessketten und Problemanalysen inklusive Reporting, die vorher manuell durchgeführt worden wären – unter Umständen sogar unabhängig voneinander und von verschiedenen IT-Mitarbeitern, ohne dass ein gemeinsamer Informationsaustausch stattfinden würde.

Über die Studie

Für die von Techconsult im Auftrag von NetBrain Technologies konzipierte und durchgeführte Studie „Network Automation: Die Bedeutung eines professionellen Netzwerkmanagements in der Ära von Massenkonnektivität und systematischer Cyberkriminalität“ seien im August 2017 200 Unternehmen ab 250 Mitarbeitern zum Thema IT-Netzwerkmanagement befragt worden. Die Stichprobe verteile sich über alle Branchen. Ansprechpartner seien in erster Linie leitende IT-Verantwortliche und Mitarbeiter der IT-Abteilungen gewesen, die Angaben zu Organisation und Prozessen im Netzwerkmanagement machen konnten.

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