Test-Betrieb bei Einsnulleins PC-Spezialist wird zum Dienstleister

Autor: Sarah Gandorfer

Was tun, wenn Amazon und Media-Saturn die Hardware-Preise drücken? PC-Spezialist setzt auf den Vertrieb von Lösungen und standardisierten Dienstleistungen. Statt Hardware mit Service zu verkaufen sollen nun Services via Gerät verkauft werden – beispielsweise beim Digital Home.

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Bisher war es das Geschäftskonzept von PC-Spezialist, über günstige Hardware Kunden anzuziehen und diesen zusätzliche Services zu verkaufen. Das Motto lautete „Hardware triggert das Dienstleistungsgeschäft“. Nun hat sich die Fachhandelskooperation allerdings zu einer 180-Grad-Kehrtwende entschlossen. Ab dem ersten Quartal des kommenden Jahres wird nach der Vorgabe gehandelt: „Dienstleistungsgeschäft trägt die Hardware“. Bereits im Frühjahr 2012 hat der Verbund das „PC-Spezialist Service-Versprechen“ eingeführt. Nun wird der nächste Schritt gegangen.

„Mit den günstigen Hardware-Angeboten von Media-Saturn oder Amazon können unsere Händler kaum mithalten“, erläutert Frank Roebers, Vorstandschef der Synaxon AG, der Muttergesellschaft von PC-Spezialist, die Hintergründe für das neue Konzept. „Die Idee haben wir vorab im Hamburger Ladengeschäft der Synaxon-Tochter Einsnulleins sowie im Labor-Betrieb in Schloss Holte mit Erfolg getestet. Dort haben wir ein Ladenlokal eingerichtet, das nicht auf den Hardware-Verkauf fokussiert ist.“

Mit Zurückhaltung gerechnet

Auf der Geschäftsführertagung von PC-Spezialist Ende Juni hat die Kooperationsmutter das Modell vorgestellt. Rund 90 der aktuell 144 Kooperationsmitglieder waren dort vertreten. „Wir haben uns auf eine kontroverse Diskussion gefasst gemacht und auch darauf, dass nicht jedes Mitglied mitziehen wird. Deshalb schlugen wir bei der Abstimmung vor, dass das Konzept erst ab einer Mehrheit von mindestens 80 Prozent der Stimmen umgesetzt würde. Das überraschende Ergebnis war dann allerdings die einstimmige Zustimmung zum Projekt“, erzählt Roebers.

Auf der Tagung stellte die Kooperationszentrale schon sehr konkrete Ideen vor, was beispielsweise den Ladenbau angeht. Erprobt wurde dieser vorab bei Einsnulleins. Statt eines großen Hardware-Angebots werden Lösungen präsentiert, unter anderem zum Digital Home and Office.

Für die Partner hat das neue Modell den Vorteil, dass sie ihre Lagerhaltung zurückfahren können. Aufgrund der mit der Hardware verbundenen Serviceleistungen – beispielsweise Konfiguration – werden die Geräte dem Kunden nicht sofort zum Mitnehmen übergeben. Die Hardware kann also in Ruhe geordert werden. Ein Frequenzsortiment (Verbrauchsmaterial, Zubehör) soll jedoch weiterhin in den Ladenlokalen immer verfügbar sein. Zumal die Bestellung von Hardware für den Kunden als Dienstleistung gesehen wird und somit eine wesentliche Säule des Geschäfts bleibt.

Ebenfalls im Labor-Betrieb erprobt und auf der Geschäftsführertagung vorgestellt wurde die „transparente Technik“. Die Kunden erhalten mittels einer Glaswand Einsicht in die Werkstatt, in der die Reparaturen vorgenommen werden. PC-Spezialist-Partner Peter Schonlau ist sofort auf diesen Zug aufgesprungen und hat seine Erfahrungen auf dem Event mit positiven Worten beschrieben.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, den Ausblick, den Roebers gibt.

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 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS