Schuldenkrise in Europa drückt auf die Kauflaune PC-Markt in EMEA: Acer verliert, Lenovo steigert Verkaufszahlen

Redakteur: Katrin Hofmann

Die PC-Verkäufe in EMEA sind im vierten Quartal 2011 geschrumpft, so IDC. Vor allem Westeuropa leidet unter der Schuldenkrise. Dennoch gibt es Anbieter, für die die Geschäfte positiv liefen.

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HP hat den größten Marktanteil.
HP hat den größten Marktanteil.

Wie erwartet, so IDC, sei der PC-Absatz im vierten Quartal des vergangenen Jahres in der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) zurückgegangen. Das Minus im Vergleich zum Vorjahresquartal belief sich auf 6,5 Prozent. Damit wurden von Oktober bis Dezember 29,8 Millionen Rechner abgesetzt.

Im gesamten Jahr 2011 wurden demnach 103 Millionen Geräte an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht, sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Die Marktforscher begründen die Entwicklung mit der anhaltenden Schwäche der Verkäufe an private Kunden und Rückgängen im Geschäft mit Unternehmen.

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Westeuropa leidet besonders

Westeuropa, so IDC-Analyst Eszter Morvay, sei mit einem Minus in Höhe von 11,5 Prozent weiterhin am stärksten betroffen. Hier wurden 16,1 Prozent weniger PCs an Verbraucher ausgeliefert. Auch Firmen hätten 5,2 Prozent weniger Geräte geordert.

Besonders die Ausweitung der Schuldenkrise habe die Käufe geschwächt. Kleine und mittelständische Firmen hätten unter schwacher lokaler Nachfrage und Schwierigkeiten mit der Kreditvergabe zu kämpfen. Und auch der öffentliche Sektor stehe unter dem Druck von Sparmaßnahmen.

Netbook-Verkäufe rückläufig

Auch die Konkurrenz mit mobilen Geräten wie Tablets mache den PC-Herstellern zu schaffen. Allen voran die Auslieferung von Netbooks an den Handel und die Distribution sank stark: um 48,8 Prozent. Der Absatz von Mainstream-Geräten dagegen ging moderater um 3,1 Prozent zurück.

Durch die generell schwache Nachfrage seien auch die Auswirkungen des HDD-Mangels durch die Flutkatastrophe in Thailand begrenzt gewesen.

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Das PC-Hersteller-Ranking

HP war den IDC-Analysten zufolge im vierten Quartal 2011 der absatzstärkste Anbieter in EMEA. Mit sechs Millionen abgesetzten PCs landete das Unternehmen – wie dies auch im Vorjahresquartal der Fall war – an der Spitze des Rankings. Die Verkaufszahlen gingen um 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück.

Die höchsten Verluste allerdings musste die Acer Group verkraften, deren ausgelieferte Stückzahlen um 24,4 Prozent im Vergleich zu Oktober bis Dezember des Jahres 2010 zurückgingen. Damit sei der Absatz des dennoch immer noch Zweitplatzierten zum fünften Mal in einem Quartal zurückgegangen. Die Channel-Partner seien vorsichtiger beim Einkauf , trotz dass die Lagerbestände in den meisten Ländern auf ein überschaubares Maß Niveau zurückgekehrt seien.

IDC: „Lenovo profitiert von Medion“

Über den stärksten Zuwachs im Vergleich zu den anderen fünf Top-Anbietern konnte sich Lenovo freuen. Mit 2,4 Millionen verkauften Rechnern und damit 35,5 Prozent mehr als im 4. Quartal 2010 landete der Hersteller im IDC-Ranking auf dem fünften Platz. Die Übernahme von Medion habe sich positiv im Consumer-Segment ausgewirkt, gleichzeitig habe der Hersteller auch seine Position im Commercial-Segment gestärkt.

Vor Lenovo, auf den Rängen drei und vier landeten Dell und Asus. Dell setzte 3,3 Millionen Geräte ab, verkaufte damit immerhin 4,9 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Absatz, den Asus generierte, wuchs um 14,7 Prozent auf 3,27 Millionen Stück.

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