Rechnerabsatz hat seinen Zenit überschritten PC-Markt-Absturz: Europa trifft es besonders hart

Redakteur: Harry Jacob

Während IDC einen Rückgang des weltweiten PC-Marktes von fast 14 Prozent konstatiert, kommt Gartner „nur“ auf ein Minus von 11,2 Prozent. Erschreckend ist jedoch die Entwicklung der Region EMEA mit einem Einbruch um 16 Prozent. Und auch der Ausblick ist verhalten.

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In der Vertriebsregion EMEA war der Einbruch des PC-Marktes besonders stark.
In der Vertriebsregion EMEA war der Einbruch des PC-Marktes besonders stark.
(Bild: Gartner / IT-BUSINESS)

Wieder einmal kommen IDC und Gartner zu unterschiedlichen Ergebnissen bei der Betrachtung des PC-Marktes, doch die Differenzen sind nicht allzu groß, und der Trend ist eindeutig der gleiche: Der PC-Markt hat seine besten Zeiten hinter sich. Gartner sieht allerdings einen eindeutigen Unterschied zwischen dem Consumer- und dem Professional-Markt.

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Während im Geschäftskunden-Segment aufgrund von Ersatzbeschaffungen sogar noch ein leichtes Wachstum zu verzeichnen sei, sind die Rückgänge hauptsächlich den Privatkunden geschuldet. Der Konsum von Medieninhalten werde von traditionellen Rechnern auf neue mobile Geräte wie Smartphones und Tabletts verlagert, so Mikako Kitagawa, Chefanalystin bei Gartner.

Jeder Hersteller hat eigene Probleme

Während bei HP die Diskussion um den Fortbestand der PC-Sparte und die anschließenden Umstrukturierungen immer noch nachwirken und so den PC-Absatz hemmen, ist es bei Dell der augenblicklichen Bieterwettkampf, der auch für einen Richtungsstreit der Investoren steht. Die Wettbewerber versuchen diese Unsicherheiten um die Zukunft des Unternehmens zu nutzen und führen gezielt Attacken gegen Dell.

Lenovo, dem Marktführer HP dicht auf den Fersen, hat seine Verkäufe annähernd stabil halten können. Während aufgrund der aggressiven Wachstumspolitik in einigen Regionen Zuwächse verzeichnet werden konnten, brach der Absatz im Raum Asien/Pazifik ein. Hier werden mehr als die Hälfte aller Lenovo-Rechner verkauft.

Die Acer-Gruppe hat laut Gartner damit zu kämpfen, dass der hohe Absatz von Netbooks, den der Hersteller früher zu verzeichnen hatte, sich weitgehend in Verkäufe von Android-Tablets umgewandelt hat. Ähnliches gilt für Asus, und die angebotene Alternative - ultramobile Notebooks - komme dagegen nur langsam voran.

Unterschiede in den Regionen

In den USA war das erste Quartal 2013 bereits der sechste negative Berichtszeitraum in Folge. Fast zehn Prozent weniger Rechner als im Vergleichszeitraum des Vorjahres gingen über die Theke. Lenovo konnte nach Gartner um knapp 14 Prozent zugelegt, und auch Apple wird mit einem Plus von 7,4 Prozent geführt. Bei IDC wird Apple dagegen ein Minus von 7,5 Prozent zugeschrieben.

Die einsetztende wirtschaftliche Erholung hatte für den PC-Markt in den USA keine postive Wirkung. „Wie in anderen reifen Märkten wird in den USA die installierte Basis an Consumer-PCs weiter abnehmen. Rechner werden durch andere Devices ersetzt oder einfach ausgemustert“, so die Gartner-Analystin Kitagawa.

In der Vertriebsregion Asien/Pazifik war der Rückgang mit 10,3 Prozent noch etwas stärker als in den USA. Die beiden riesigen Märkte China und Indien schrumpften im Jahresvergleich, und auch in den anderen asiatischen Länder hielten sich die Käufer aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage mit Investitionen zurück. Dadurch kam es in dieser Region zum stärksten Rückgang seit Gartner die Zahlen für den PC-Markt erhebt.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, wie die Entwicklung in EMEA verläuft und was Windows 8 dazu beträgt.

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