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Bits, Bytes und das strömende Geld

Payment- und Risk-Dienstleister treiben den E-Commerce voran

11.10.2010 | Redakteur: Stefan Riedl

<em id="ForP_9AEAAE2C-ACA9-77B7-1330BD967E0A110E">Wenn Geld in elektronischer Form fließt, werden Payment- und Risk-Dienstleister erfindungsreich.</em>
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Schutzmechanismen

Online-Händler haben aber nicht nur die Konversionsrate auf dem Radar, wenn sie sich mit Vor- und Nachteilen alternativer Zahlungsmethoden beschäftigen. Es geht auch um den Schutz vor Zahlungsausfall. Das Dilemma dabei: Die sichere Zahlungsmethode Vorkasse ist mit hohen Bestellabbruchraten verbunden.

Dieser Problematik stellt sich unter anderem die Wirecard AG. Online-Händler können über diesen Dienstleister unter anderem Bonitäts- und Betrugsrisiken minimieren. „Im ersten Fall kann der Kunde nicht bezahlen, im zweiten Fall will er nicht“, so Frank Böttger, Vice President Payment & Risk bei Wirecard.

Auf Basis verschiedener Einflussfaktoren wie Identität, Adresse, Alter, Bonität und eines individuellen Risikoprofils des Händlers kann das System entscheiden, welches Bezahlverfahren bei der jeweiligen Transaktion akzeptiert werden. Den Kunden werden entsprechend dieser Analyse nach dem Gang zur Online-Kasse je nach Risikolage Zahlungsoptionen wie Rechnung, Lastschrift, Kreditkarte, Vorkasse oder Nachnahme angeboten. „Möglicherweise in Verbindung mit einem entsprechenden Limit“, ergänzt Böttger. Aber es geht noch weiter: Zur Zahlungsabwicklung wird nach häufig wiederkehrenden Betrugsmustern gefahndet. In Echtzeit entscheidet das System, ob Transaktionen abgelehnt werden.

Mobile Payment

Wenn Kunden im Ladengeschäft Produkte mit ihren Smartphones fotografieren, hat das in der Regel einen von zwei Gründen: Entweder schicken sie ihrem Lebenspartner eine MMS nach dem Motto: „Schau mal, dieses Notebook will ich kaufen. Ist die Farbe OK?“. Oder sie scannen damit den Barcode und überprüfen, wie viel andernorts für die gleiche Ware verlangt wird.

Das Smartphone wird aber auch immer wichtiger als Zahlungsinstrument. Glaubt man einer Studie der Mobile Marketing Association (MMA), etabliert sich das Zahlen per Smartphone nun auch in Deutschland. Vor allem digitale Produkte wie Apps, Klingeltöne, Audio- oder Videofiles werden derzeit mit mobilen Applikationen bezahlt. Diese Produkte sind ein Einstieg ins M-Payment, wie es im Fachjargon heißt. Neben den Netzanbietern selbst tummeln sich immer mehr Anbieter auf dem Markt mobiler Payment-Dienstleistungen, denn das Marktpotenzial ist groß. Schon jetzt führt etwa jeder zehnte Handynutzer in Deutschland mobile Transaktionen durch, so der BVDW. Paypal ermöglicht mittels Bump-Verfahren Zahlungsanweisungen per Berührung zweier Smartphones.

Fazit: Goldgräberstimmung

Der Goldpreis mag steigen, aber das Geldsystem beruht nicht auf real existierenden Werten. Als symbolisches Medium besteht Geld auch aus Bits und Bytes. Die Payment-Branche macht sich dies zu Nutze und strotzt nur so vor neuen Geschäftsmodellen. Es herrscht elektronische Goldgräberstimmung.

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