Exklusiv-Distributionsvertrag für neues Firewall-Konzept Palo Alto mischt deutschen Firewall-Markt mit TLK auf

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Mit einer eigenen Firewall-Technologie will Palo Alto den deutschen Security-Markt abräumen. Ein Vertrag für die Exklusiv-Distribution wurde soeben mit TLK unterzeichnet.

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Nir Zuk, Geschäftsführer von Palo Alto
Nir Zuk, Geschäftsführer von Palo Alto
( Archiv: Vogel Business Media )

Ein herkömmliches Datenkabel ist so viel wert wie eine herkömmliche Firewall: Das behauptet Nir Zuk, Geschäftsführer und Gründer von Palo Alto Networks, mit einer kräftigen Portion Selbstvertrauen. Dieses hat der Experte für Netzwerksicherheit gesammelt bei Unternehmen wie Netscreen, Onesecure und Checkpoint. Doch der einstige Entwickler der Stateful-Inspection-Technologie traut ihr heute nichts mehr zu. Web-2.0-Anwendungen, File-Sharing-Plattformen oder Bypass-Tools wie Ultrasurf umgehen laut Nir Zuk heute jede Firewall.

Technologie-Wechsel

Innerhalb des gesamten Web-Traffics im Unternehmen macht einer Untersuchung von Palo Alto zufolge das eigentliche Web-Browsing lediglich 23 Prozent aus. Der größte HTTP-Datenverkehr wickle sich in einer Client-Server-Beziehung ab, über die Proxies wie die marktüblichen Firewalls keinerlei Kontrolle mehr hätten.

Dagegen setzt der kalifornische Hersteller auf sein eigenes Security-Konzept: Mit einer Analyse und Überwachung von Anwendungen, Inhalten und Usern soll den Unternehmen die Kontrolle über die Aktivitäten ihrer Mitarbeiter im Web zurückgegeben werden. Rund 40 Entwickler arbeiten bei Palo Alto derzeit an Firewalls, die Anwendungen unabhängig von Protokollen, SSL-Verschlüsselungen oder Umgehungsmethoden erkennen und schützen sollen. Die Anwender identifiziert das System dabei nicht über ihre IP-Adresse, sondern mit Hilfe von Active Directories. Nicht-Windows-konforme Hosts werden über das Web authentifiziert.

Zusammen mit einem Editor vereinfachen die integrierten Visualisierungs-Tools laut Hersteller die Verwaltung von einheitlichen Richtlinien ganz wesentlich. Martin Twickler, Mitglied der Geschäftleitung von TLK, erklärt in diesem Zusammenhang, dass selbst große Installationen nicht mehr als hundert solcher Firewall-Regeln bedürften – eine Zahl, die weit unter dem Branchendurchschnitt liegt.

Distribution

Das neuartige Firewall-Konzept hat laut Martin Twickler ein »hohes Potenzial im deutschen Markt«. Ab sofort hat sein Unternehmen die Distributions-Hoheit für die DACH-Region. Dort soll »auf breiter Ebene« ein kleines, exklusives Netzwerk mit engagierten und kompetenten Fachhändlern aufgebaut werden. Für Deutschland sind derzeit lediglich sieben Reseller geplant. Die Zertifizierung dauert insgesamt drei Tage und ist kostenlos. Die Partner erhalten zwei NFR-Exemplare der Firewall-Modelle PA-2050 zum Vorzugspreis (Liste: 16.000 Euro), die sie zu Demonstrationszwecken bei den Kunden nutzen sollen.

Die Geräte sind für mittlere bis große Unternehmen ausgelegt, ihr Durchsatz liegt laut Hersteller im Multi-Gigabit-Bereich bei kurzer Latenzzeit während der Inhaltsüberprüfung. Damit der Abschied vom Altsystem leichter fällt, bietet der Hersteller unterschiedliche Produkt-Bundles mit oder ohne Content- und Viren-Filter an. Die Preis-Range liegt zwischen 12.000 und 80.000 Euro (Liste).

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