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24.11.2021

Vendor Lock-in in Zeiten von Hardware-Knappheit

Eoin Colfer sagte einmal: „Ein Affe blickt auf und sieht eine Banane - jedoch ist das alles, was er sieht. Ein Visionär hingegen, schaut auf, und sieht den Mond.“ Dies ist heutzutage von größerer Bedeutung als je zuvor, da wir uns derzeit in einer Welt, in der Hardware-Knappheit herrscht, befinden. Die diesjährigen Engpässe scheinen ein beispielloses Phänomen zu sein, welche die unbefriedigende Situation darstellt, in der sich aktuell eine Vielzahl von Unternehmen weltweit vorfinden.

Unweigerlich sind nahezu alle Menschen und Firmen betroffen, wie z.B. ein Systemintegrator, welcher seine eigene Infrastruktur erweitern wollte, jedoch aufgrund der Schwierigkeiten seinen Expansionskurs abrupt stoppen musste. Ebenso ist ungewiss, ob bald die neuesten Spielkonsolen oder Technik-Neuheiten unter den Christbäumen liegen können. Ein Warten auf bessere Tage scheint unvermeidlich. Obwohl diese Situation einzigartig zu sein scheint, ist sie es tatsächlich nicht. Die jüngste Geschichte hat gezeigt, dass von Zeit zu Zeit, bereits ähnliche und unerwartete Umstände unser Leben diesbezüglich beeinflusst haben.

Die Geschichte der letzten Hardware-Knappheit – zusammengefasst

Bereits im Jahre 1986 wurde ein Anti-Dumping Abkommen geschlossen, um das stark wachsende Monopol japanischer Hersteller zunichte zu machen, dessen Strategie es war, den weltweiten Markt für Computerchips mit Billigprodukten zu überschwemmen, sodass eine vollständige Kontrolle erlangt werden konnte. Dieser Pakt hielt die Japaner zwar davon ab, ihre Produkte unter dem marktüblichen Kurs zu verkaufen, und verhinderte zugleich, dass sie die Kontrolle über den Markt gänzlich gewannen, aber sorgte auch dafür, dass sie allgemein weniger Computerchips exportierten. Allerdings haben die Ökonomen sich damals geirrt, denn der plötzliche Rückgang sämtlicher Exporte hatte zur Folge, dass der Rest der Welt diese Lücke nicht kompensieren konnte. Dies führte zwangsläufig zum ersten bekannten Hardware-Mangel in der IT-Geschichte.

Bald darauf kamen mehrere schwerwiegende Hardware-Engpässe, z.B. im Jahre 1994, 2000 und 2004. Ausgelöst wurden diese Knappheiten durch erfolgreiche technologische Errungenschaften, wie der weit verbreitete Einsatz eigener Computer, und später eine Welle von Mobiltelefonen, die jeweils nachfragebedingte Marktstörungen verursacht haben.

Auch der IT-Markt reagiert überraschend empfindlich auf Naturkatastrophen. Ich erinnere mich noch gut an die massiven Überschwemmungen in Thailand im Jahre 2011, die mehr als 1.000 Fabriken betrafen und den Herstellungsprozess kritischer Teile für Computerfestplatten monatelang zum Stillstand brachten. Die Situation verschärfte sich zudem, nachdem Japan im gleichen Jahr von einem Erdbeben betroffen war, was zu einem gravierenden Mangel an NAND-Speicherchips und Displays führte. Es war ein wirklich hartes Jahr für alle Beteiligten.

Die heutige Situation ist sogar noch komplexer. Wir haben es nun mit einer einzigartigen Vielfalt von Ereignissen zu tun, deren nachteilige Auswirkungen sich zufällig überschneiden. Im Jahre 2020 erlebten wir aufgrund der COVID-19-Pandemie einen weltweiten Anstieg bei der Arbeit von Zuhause, welche eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach neuen technischen Lösungen und Hardware erzeugte. Außerdem mussten einige Industriezweige stillgelegt werden. Die Wiederinbetriebnahme der Anlagen, sowie die Wiederherstellung der Lieferketten, auf das Niveau vor der Pandemie, wird ein langjähriger Prozess sein. In einer globalen Welt sind optimierte logistische Abläufe ein wesentlicher Bestandteil des Erfolges. Als ob das noch nicht genug wäre, machte die steigende Nachfrage nach Speicherlaufwerken aufgrund der neuen chinesischen Kryptowährung namens Chia, die für das Mining, Speicherplatz statt Prozessor oder Grafik-Leistung nutzt, den Start in das Jahr 2021 noch wettbewerbsfähiger.

Nun stellen wir also fest, dass die Unterbrechungen in der Hardware-Versorgung tendenziell in einem zyklischen Muster folgen. Um unsere moderne Welt widerzuspiegeln, wäre Benjamin Franklins berühmtes Zitat aus heutiger Sicht: Nichts ist sicher, außer der Tod, Steuern zu bezahlen, und von Zeit zu Zeit die Computer-Komponenten ihrer Wahl nicht zu bekommen.

Welche Lehren können daraus gezogen werden?

Vendor Lock-in und seine Nachteile

Je abhängiger Ihr Unternehmen von bestimmter Hardware ist, desto schmerzhafter sind Unterbrechungen des Marktes, falls exakt diese Hardware für Sie nicht zur Verfügung steht. Dies mag keine verwunderliche Aussage sein, doch die allgemeine Tendenz, dass sich Unternehmen einerseits auf ein paar wenige auserwählte Lösungen und Hersteller fokussieren, um ihre Loyalität zu erhöhen, steht im direkten Widerspruch mit der Tatsache, dass Sie im Gegenzug mit Vendor Lock-in an diese Hersteller gebunden werden. Haben wir hier überhaupt eine Wahl?

Ein Vendor Lock-in macht Ihr Unternehmen von der Hardware eines bestimmten Anbieters abhängig und macht es Ihnen zugleich unmöglich, Alternativen in Betracht zu ziehen, obwohl diese möglicherweise, eine deutlich bessere Verfügbarkeit aufweisen, oder preislich deutlich attraktiver sind. In einem Markt mit hoher Nachfrage, in dem das Hauptauswahlkriterium die Lagerverfügbarkeit, und nicht der Preis oder die Leistung ist, kann es unter Umständen für ihr Geschäft, das Todesurteil bedeuten.

Wenn Sie über die Komponenten Ihrer IT-Architektur und die erforderliche Software nachdenken, lohnt es sich, nicht nur für Zeiten des Wohlstands, sondern auch für Krisenzeiten zu planen, die unausweichlich eines Tages kommen werden. Für die Bewältigung all dieser schwierigen Zeiten gibt es keine bessere Lösung, als hardwareunabhängige Software, die es Ihnen ermöglicht, zu jedem Zeitpunkt ein verlässliches System zu erhalten, anstatt mit all den anderen notleidenden Kunden zu warten und das zu kaufen, was der Hersteller Ihnen anbietet, falls er überhaupt etwas anzubieten hat. Denn die Entscheidung liegt zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr in ihren Händen.

Fragen die gestellt werden müssen

Bevor Sie mit der Implementierung einer neuen Datenspeicherlösung beginnen, lohnt es sich, die potentiellen geschäftlichen Konsequenzen Ihrer Hardware- und Softwareauswahl zu bedenken. Sie sollten die folgenden Fragen sorgfältig abwägen, bevor Sie Ihren Entschluss treffen.

  • Ist die von Ihnen gewählte Software an bestimmte Hardwarekomponenten oder Netzwerktechnologien gebunden?
  • Ist es einfach, Ersatz- oder Alternativlösungen für die Komponenten Ihres Systems zu finden?
  • Unterstützt die Software Ihrer Wahl sowohl handelsübliche als auch erstklassige Hardware?
  • Wurden die von Ihnen ausgewählten Hardwarekomponenten vom Softwareanbieter auf Kompatibilität getestet?
  • Ist der attraktive Preis einer Komponente (z.B. Software) an deutlich höhere Kosten für die anderen Bestandteile (z.B. dafür erforderliche Hardware, Software-Updates oder Erweiterungen) gebunden?
  • Lässt sich Ihre Lösung einfach und kosteneffektiv, sowohl in Bezug auf die Hardware- als auch die Software-Komponenten skalieren?


Hardwareunabhängigkeit heißt Geschäftsbeständigkeit

Wenn Ihr Kerngeschäft auf einer IT-Infrastruktur beruht, (und welches tut das heutzutage nicht?) dann ist es vielleicht Zeit, Ihre Lieferketten zu diversifizieren. Hardwareunabhängige Software ist dabei der Schlüssel, denn sie bietet Ihnen Flexibilität und die Möglichkeit, sich an jede Marktsituation anzupassen. Warum ist das so? Nun, weil hardwareunabhängige Systeme keine Änderungen erfordern, um auf einer Vielzahl von Geräten zu laufen, während gleichzeitig ein hohes Maß an Kompatibilität zwischen den meisten gängigen Systemen und Plattformen besteht. Vermeiden Sie unnötiges Risiko und seien Sie der Visionär, der es zur obersten Priorität erklärt hat, hardwareunabhängige Software einzusetzen, sodass Ihr Unternehmen und Ihre Zukunft sowohl vor Lock-Ins von Hardware-Anbietern, als auch von den sich ständig ändernden Marktbedingungen geschützt sind.