Dietrich Büchner im Interview Oki: LED-Drucker sind robust und vielseitig

Autor Klaus Länger

Der japanische Hersteller Oki hat sich primär der LED-Technik verschrieben. Sie wird nicht nur für Büro- und Abteilungs­drucker eingesetzt, sondern auch für Spezialanwendungen.

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Lür Dietrich Büchner, Managing Director OKI Systems (Deutschland), setzt bei Druckern voll auf die LED-Technik.
Lür Dietrich Büchner, Managing Director OKI Systems (Deutschland), setzt bei Druckern voll auf die LED-Technik.
(Bild: OKI)

ITB: Oki setzt bei Business-Geräten ausschließlich auf die LED-Technik. Wo sehen Sie die Vorteile gegenüber Laser- und Business-Ink-Druckern?

Büchner: Durch die geringere Anzahl beweglicher Teile bietet LED eine deutlich niedrigere mechanische Anfälligkeit – die Produkte sind robuster und stets einsatzbereit, weil störunauffälliger. Die LED-Belichtungszeile sorgt darüber hinaus dafür, dass die Druckqualität über die gesamte Breite des Druckmediums gleichbleibend hoch ist. Ein weiterer Pluspunkt: Dank der direkt an der Bildtrommel befindlichen, schmalen LED-Zeile lassen sich insbesondere A3-LED-Drucker und Multifunktions­systeme deutlich kompakter bauen und benötigen damit nicht mehr Standplatz als herkömmliche A4-Systeme. Generell gesehen hat LED – aber auch Laser – deutliche Vorteile gegenüber Business-Ink. Allen voran überzeugt LED mit einer deutlich höheren Druckqualität – selbst auf günstigem Kopierpapier. Auch in ­Sachen Drucktempo können die meisten LED-Drucker die Tintenstrahler klar abhängen. Dazu kommen die Kranzfestigkeit und Unempfindlichkeit der Ausdrucke gegen Verwischen sowie eine weitaus geringere Lichtempfindlichkeit. Nicht zuletzt bereiten der Ausdruck von Dokumenten mit hoher Seitendeckung sowie der Duplexdruck der Tintentechnologie oft Probleme, da sich die erhöhte Menge an Flüssigkeit ohne Spezialpapier schlecht verarbeiten lässt. Damit relativieren sich die vordergründig niedrigeren Druckkosten pro Seite.

ITB: Wie wichtig sind für Oki Spezialgeräte wie die Weiß-Toner-Drucker oder die Graphic-Arts-Drucker?

Büchner: Der Verkauf unserer Weißtoner- und Graphic-Arts-Drucker gestaltet sich sehr positiv und wächst kontinuierlich. Mit unseren Spezialanwendungen können wir flexibel auf spezielle Anforderungen unserer Kunden in unterschiedlichen Branchen eingehen. Aufgrund unserer globalen Strategie – das Adressieren ausgesuchter vertikaler Märkte – sind wir auf innovative Technologien angewiesen: Denn nur mit Spezialanwendungen können wir uns vom Wettbewerb abheben. Uns ist es daher wichtig, unseren Endkunden eine individuelle Lösung anzubieten, mit der sich möglichst viele ­Anforderungen erfüllen lassen. Spezialsysteme, wie die Graphic Arts-Produkte – etwa Fünf-Farbsysteme – spielen dabei eine wichtige Rolle und finden auch ­ihren Weg in anspruchsvolle Office-Anwendungen in Bereichen wie Marketing oder Publishing.

ITB: Mit der Übernahme des Großformatdruckergeschäfts von Seiko Instruments hat Oki ja nun auch Inkjet-­Geräte im Portfolio. Könnten Sie diese Technologie auch für Bürodrucker einsetzen, falls die Nachfrage nach Business-Ink weiter wächst?

Büchner: Derzeit sind mir keine Pläne bekannt, die Inkjet-Technologie unserer Wide-Format-Systeme in das Office zu übertragen. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass unsere aktuelle Technologie der Großformatsysteme eher im High-End positioniert ist und industriellen Anforderungen genügt. Das heißt die Geräte sind von einem Einsatz-Szenario im ­Office-Umfeld weit entfernt. Da ich Oki aber als stark technologiegetriebenes ­Unternehmen mit einer sehr dynamischen Entwicklungsabteilung kennen­gelernt habe, kann ich auch nicht ausschließen, dass gegebenenfalls zukünftig ein Technologietransfer erfolgt.

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