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15.06.2020

Digitale Verwaltung: Das Problem ist die Infrastruktur

Erneuerung der Bundes-IT kommt trotz hoher Kosten nur langsam voran.

Von: Frank Gramüller, Sales Manager Public Sector Germany bei Nutanix

Der erfolgreiche Hacker-Angriff auf die IT des Bundestages im Mai 2015 hat gezeigt, dass diese dringend erneuert und gegen Angriffe gestärkt werde muss. Der Angriff hatte die IT-Infrastruktur des Bundestags über Tage lahmgelegt. Insgesamt, so schätzen Experten, wurden dabei rund 16 Gigabyte Daten aus dem Parlament kopiert. Betroffen von der Attacke waren Rechner der Linkspartei, Abgeordnete der SPD und der Union - auch das Abgeordnetenbüro von Angela Merkel. Russische Hacker knackten das E-Mail-Konto auf dem Dienstrechner der Bundeskanzlerin. So konnten sie E-Mails aus ihrem Abgeordnetenbüro von 2012 bis 2015 mitlesen.

Doch die Erneuerung der IT-Systeme von Ministerien und Behörden kommt bis heute kaum voran, trotz enorm hoher Kosten. Das ergaben die Antworten auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion, über die unter anderem Spiegel Online kürzlich berichtete (19/16776).

In der Anfrage schreibt die Fraktion, dass die Bundesregierung im derzeit größten laufenden IT-Projekt des Bundes eine Neuaufstellung des seit 2015 laufenden Vorhabens "IT-Konsolidierung des Bundes" versuche. Das Projekt solle die IT-Landschaft der Behörden des Bundes neu sortieren, Prozesse und Verfahren bündeln, wo dies möglich ist, und für größere IT-Sicherheit und Effizienz der Datenverarbeitung sorgen.

 

Kosten von über 900 Millionen Euro entstehen

Wissen wollten die Abgeordneten, welche Ressorts "ihre eigenen ihnen im Rahmen der IT-Konsolidierung zugewiesenen Projekte" abgeschlossen haben. Auch erkundigten sie sich danach, welche IT-Sicherheitsziele nach Auffassung der Bundesregierung mit der IT-Konsolidierung im Einzelnen verfolgt werden. Und sie fragten, aus welchen Gründen dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) "als zentraler Behörde für Fragen der IT-Sicherheit des Bundes bislang nur eine beratende Rolle in der IT-Konsolidierung" zukomme.

Laut der Antwort der Bundesregierung können für diese IT-Konsolidierung bis 2025 Beratungskosten von über 900 Millionen Euro entstehen. Allein das Innenministerium, welches das IT-Projekt bis vor kurzem leitete, hat bis Ende 2019 rund 250 Millionen Euro ausgegeben, bis 2025 sind dort weitere knapp 400 Millionen Euro eingeplant.

 

Bundeskanzleramt übernimmt Controlling

Das Projekt selbst komme aber trotz der hohen Kosten kaum voran, erklärten Kritiker laut Spiegel Online. Das IT-Erneuerungs-Projekt wurde zwar im November 2019 neu organisiert, an das Finanzministerium und deren IT-Dienstleister wurden dabei mehr Aufgaben übertragen. Dies sorgt aber offenbar für weitere Mehrkosten und Verzögerungen. Das Bundeskanzleramt hatte im Herbst 2019 das Controlling übernommen. Für diese Rolle werden ebenfalls externe Berater engagiert, die in diesem Jahr rund 590.000 Euro kosten sollen.

So summieren sich die Kosten der bis jetzt bekannten Beratungshonorare auf knapp 900 Millionen Euro. "Für das Geld, das die Bundesregierung in den letzten Jahren im Projekt IT-Konsolidierung des Bundes nur für Berater verpulvert hat, hätte man wahrscheinlich die gesamte IT aller Bundesbehörden komplett neu kaufen können", kritisieren Abgeordnete der Grünen. Dabei laufe die Neuplanung der Bundes-IT “im Schneckentempo”. So könne es noch mehr als zehn Jahre dauern, bis die IT der 130 Bundesbehörden neu organisiert sei.

 

Forum Digitaler Staat zeigt Lösungen auf

Im März fand zu diesem Thema in Berlin das Forum “Digitaler Staat” statt. Vorgestellt wurde dabei unter anderem die “Bundescloud”, eine in Deutschland gehostete, flexible und skalierbare Datenspeicher-Lösung. Das Beschaffungsamt der Bundesbehörden prüft dabei, ob alle Vorgaben wie Zertifikate und Sicherheitskriterien erfüllt werden. Erst danach können Rahmenverträge mit Dienstleistern geschlossen werden.

Den langen Weg zum “Digitalen Staat Deutschland” soll auch die E-Government-Roadmap ebnen, die bis 2023 rund 750 Verfahren umfasst. Jedes Bundesland treibt zunächst ein Pilotprojekt voran. Dazu gehört zum Beispiel die Möglichkeit, sein Kind nach der Geburt in der Klinik online beim Standesamt anzumelden. Ein weiteres Projekt ermöglicht es, sein Auto gleich nach dem Kauf bei der Zulassungsbehörde und der Kfz-Steuer anzumelden.

 

Flexible Lösungen à la Cloud sind gefragt

Die aktuelle Lage zeigt, wie wichtig der Einsatz von schneller und flexibler IT in der Verwaltung ist. Nutanix bietet dafür eigene Lösungen an, die den Compliance-Anforderungen staatlicher Behörden an eine “Bundescloud” entsprechen, jedoch in den eigenen Rechenzentren der Behörden laufen können. Ebenso werden alle Anforderungen an Sicherheitszertifikate und strengen Sicherheitskriterien erfüllt. Alle Bundesbehörden können diese Lösungen flexibel und kostensparend einsetzen, aber auch Stadtwerke, die zentrale IT-Leistungen für Gemeinden und Landkreise anbieten.

Weitere Informationen zum Nutanix-Angebot für Behörden und Ministerien auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene erhalten Sie auf der Website des Unternehmens.