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IT-Sicherheit oft in Händen externer Anbieter Nur jedes fünfte Unternehmen hat noch eigene IT-Fachkräfte

Autor: Elke Witmer-Goßner

Die Zahl der Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Angestellten, die noch eigene IT-Fachkräfte beschäftigen, ist gesunken. Viele Firmen, die gerne mehr IT-Personal einstellen würden, tun sich schwer bei der Besetzung dieser Stellen.

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Auch die IT-Abteilungen in Unternehmen leiden unter dem Fachkräftemangel, weshalb immer mehr externe Anbieter Aufgaben vor allem im Bereich Sicherheit übernehmen.
Auch die IT-Abteilungen in Unternehmen leiden unter dem Fachkräftemangel, weshalb immer mehr externe Anbieter Aufgaben vor allem im Bereich Sicherheit übernehmen.
(Bild: gemeinfrei© Dirk Wouters / Pixabay )

Wie das Statistische Bundesamt (DESTATIS) mitteilt, sank die Zahl der IT-Fachkräfte in Unternehmen von 21 Prozent im Jahr 2015 auf 19 Prozent im vergangenen Jahr. Mehr als zwei Drittel (69 %) konnte freie Positionen in ihren IT-Abteilungen nicht besetzen. Vier Jahre zuvor hatte noch weniger als die Hälfte der Unternehmen Probleme dieser Art angegeben (46 %).

Daher greifen Unternehmen verstärkt auf externe Dienstleister zurück. Inzwischen werden spezielle IT-sicherheitsrelevante Tätigkeiten wie Sicherheitstests oder die Beseitigung von Sicherheitsvorfällen zu 50 Prozent von externen Anbietern übernommen.

Nutzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen in Unternehmen 2019 in Prozent.
Nutzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen in Unternehmen 2019 in Prozent.
(Bild: DESTATIS)

Nicht erst seit der Coronakrise spielen digitale Technologien eine immer größere Rolle: Wurden im Jahr 2019 in 96 Prozent der Unternehmen PC, Laptop und Co genutzt, waren es im Jahr 2015 noch 92 Prozent. Das Arbeiten im Homeoffice setzt darüber hinaus die entsprechende IT-Infrastruktur voraus: Im Jahr 2019 gaben 53 Prozent der Unternehmen an, dass tragbare Geräte mit mobilem Internetzugang den Beschäftigten zur Verfügung stehen. Der Anteil der Beschäftigten mit mobilem Internetzugang lag bei 25 Prozent. Um schnell einen virtuellen Arbeitsplatz im Homeoffice einzurichten, setzen viele Unternehmen auf Virtual Private Networks (VPNs). Im Jahr 2019 gab ein Drittel der Unternehmen (35 %) an, dass sie eine Netzwerkverbindung via VPN erzeugten.

Großteil der Unternehmen schützte sich

Neben der IT-Ausstattung spielt die IT-Sicherheit eine wichtige Rolle. Schutzmaßnahmen gegen Cyberattacken gibt es viele: Backup, Verschlüsselung, regelmäßige Softwareupdates – um nur einige zu nennen. Als angewandte Sicherheitsmaßnahme rangiert in Unternehmen die regelmäßige Aktualisierung von Software ganz oben: 88 Prozent achteten 2019 auf die Aktualität der eingesetzten Software. Auch die Authentifizierung mit einem sicheren Passwort wurde häufig eingesetzt (79 %).

Weniger als die Hälfte der Unternehmen nutzte dagegen Verschlüsselungstechniken für Daten, Unterlagen oder E-Mails (48 %) oder setzte bei der Nutzeridentifizierung und -authentifizierung auf biometrische Methoden (13 %). Während IT-Präventionsmaßnahmen das Risiko eines Sicherheitsvorfalles vermindern, setzte jedes fünfte Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten auf eine Versicherung gegen mögliche Cyberattacken und deren Folgen (20 %).

Eine Sensibilisierung der eigenen Mitarbeiter geschah in Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten am häufigsten durch freiwillige Schulungen oder durch die Bereitstellung intern zugänglicher Informationen (49 %). Knapp die Hälfte der Unternehmen (47 %) erarbeitete vertragliche Vereinbarungen, zum Beispiel als Bestandteil von Arbeitsverträgen oder Richtlinien zur Informationssicherheit. Verpflichtende IT-Sicherheitsschulungen für die Beschäftigten fanden in jedem sechsten dieser Unternehmen (17 %) statt.

Interesse an Ausbildung und Studium im IT-Bereich wächst

Unternehmen mit Fortbildungen zur IT-Sicherheit 2019 nach Maßnahmen und Beschäftigtengrößenklassen, Anteil in % an allen Unternehmen, ohne Unternehmen mit 1 bis 9 Beschäftigten.
Unternehmen mit Fortbildungen zur IT-Sicherheit 2019 nach Maßnahmen und Beschäftigtengrößenklassen, Anteil in % an allen Unternehmen, ohne Unternehmen mit 1 bis 9 Beschäftigten.
(Bild: DESTATIS)

Dem wachsenden Bedarf an IT-Fachkräften in den Unternehmen steht ein zunehmendes Interesse an einer entsprechenden Ausbildung gegenüber. So ist Fachinformatiker/in im Ranking der am stärksten besetzten Ausbildungsberufe in Deutschland von Platz 20 im Jahr 2009 auf Platz 8 im vergangenen Jahr vorgerückt. Dieser Beruf hatte auch beim Abschluss von Neuverträgen den größten Zuwachs. Während die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge insgesamt 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent sank, stieg sie bei den Fachinformatikern um 8,4 Prozent auf 16.210.

Deutlich gestiegen sind auch die Studierendenzahlen im Bereich Informatik, Computer- und Informationstechnik. In diesen Fächern hat die Zahl der Studierenden an deutschen Hochschulen in den vergangenen zehn Jahren um 83 Prozent zugenommen: Von 130.000 im Wintersemester 2009/2010 auf 238.000 im Wintersemester 2019/2020. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Studierenden insgesamt um 36 Prozent auf knapp 2,9 Millionen.

Methodischer Hinweis:
Die Ergebnisse stammen aus der jährlichen Erhebung des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Unternehmen. Ein sich jährlich in Teilen ändernder Merkmalskatalog gewährleistet die Anpassung der Fragen an die aktuellen Entwicklungen im Bereich der IKT. Merkmalsabhängig werden Unternehmen aller Größenklassen oder Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten befragt.

(ID:46872637)

Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de