Studie von Stepstone Nur Ärzte verdienen mehr als mancher IT-Entwickler

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Katrin Hofmann / Katrin Hofmann

Kaum eine andere Berufsgruppe in Deutschland erhält so dicke Gehaltsschecks wie mancher IT-Profi. Entwickler und Manager haben die Nase vorn. Stepstone hat die Einkommen auf den Prüfstand gestellt.

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Wie prall gefüllt die Lohntüte am Ende tatsächlich ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab. (©Marco2811 – Fotolia.com)
Wie prall gefüllt die Lohntüte am Ende tatsächlich ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab. (©Marco2811 – Fotolia.com)

Der ITK-Branche geht es gut. Gemäß einer Schätzung des Bitkom soll der deutsche Markt im laufenden Jahr um rund 2,2 Prozent zulegen und damit die 150-Milliarden-Euro-Marke überschreiten. „Die Schuldenkrise in Europa hatte bislang keine signifikanten Auswirkungen auf den Hightech-Markt. Die Branche ist auch für 2012 sehr zuversichtlich“, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf Ende des vergangenen Jahres.

Gleichzeitig betonte der Verband mit Verweis auf eine Mitgliederumfrage im Dezember 2012, dass das „Problem des Fachkräftemangels seit mehr als zehn Jahren ungelöst“ sei. Von den Unternehmen werde die gesamte Palette an IT-Qualifikationen gesucht. Neben Software-Entwicklern sind demnach IT-Berater, -Projektmanager und Vertriebsexperten gefragt.

61.300 Euro brutto mit Boni

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass mancher IT-Angestellte ein Top-Gehalt kassiert. Rund 61.300 Euro jährlich inklusive variablen Gehaltsbestandteilen verdienen IT-Engineers-, Manager und -Entwickler einer Untersuchung der Online-Jobbörse Stepstone zufolge jährlich. Damit gehören sie hierzulande zu den Spitzenverdienern. Nur angestellte Mediziner werden demnach mit mehr Gehalt belohnt. Durchschnittlich belaufen sich die ITK-Bruttojahresgehälter – Administratoren, Support-Angestellte, IT-Analysten, -Programmierer, TK-Angestellte und Webdesigner ebenfalls berücksichtigt – auf etwa 55.975 Euro. Dabei machen Boni und andere Zuschläge rund zehn Prozent des Einkommens aus.

Mehr über die Einflussfaktoren auf die Gehälter erfahren Sie auf den nächsten zwei Seiten.

Einflussfaktoren

Beeinflussbare Größen wie die fachlichen Zuständigkeiten, die Berufserfahrung, Budgets- oder Personalverantwortung, aber auch naturgegebene Faktoren wie das Geschlecht oder der Standort bestimmen entscheidend, wie gefüllt der Geldbeutel am Ende des Monats tatsächlich ist. Am meisten bezahlen Firmen für IT-Experten in Süd- und Westdeutschland. Am wenigsten Gehalt verlangen Angestellte in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Brandenburg und Sachsen: Hier liegen die Durchschnittsgehälter – allerdings ohne variable Gehaltsbestandteile – bei unter 35.000 Euro jährlich. Spitzenreiter dagegen ist Bayern, wo durchschnittlich 51.900 Euro fließen.

Außerdem kassieren Frauen immer noch deutlich weniger als Männer: auf gravierende 12.000 Euro jährlich (ohne Boni) beläuft sich der Unterschied. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass IT-Führungspositionen nach wie vor meist Männern vorbehalten sind. Dem Bitkom zufolge beträgt beispielsweise der Anteil von Frauen im Top-Management derzeit nur knapp drei Prozent.

Teures Know-how

Doch welche Qualifikationen und Eigenschaften müssen Arbeitgebern einige Scheine mehr wert sein, um ihren Personalbedarf decken zu können? Neben IT-Engineers-, -Managern und -Entwicklern sind derzeit Experten für Telekommunikation, Mobilsysteme und Webdesigner am teuersten. Für sie werden durchschnittlich 57.000 Brutto-Jahresgehalt inklusive Zuschlägen fällig. Spezialisten für IT-Analysen oder Programmierer erhalten etwa 56.900 Euro, gefolgt von Administratoren und Support-Mitarbeitern, die mit etwa 48.700 Euro nach Hause gehen.

Bei der Auswertung der einkommensstärksten Gruppe, der IT-Engineers, -Manager und -Entwickler, zeigt sich zudem, dass die Beruferfahrung und der Bildungsabschluss ebenso in Lohnverhandlung berücksichtigt werden sollten wie die gewünschte Personal- oder Budgetverantwortung. So können Angestellte dieser Berufsgruppe, die für Mitarbeiter verantwortlich sind und ihren Job schon mehr als zehn Jahre ausüben die höchsten Brutto-Jahresgehälter (ohne variable Bestandteile) von allen ITK-Angestellten verlangen. Durchschnittlich 78.800 Euro befinden sich in ihren Lohntüten. Auch wer mit entsprechender langjähriger Berufserfahrung für Investitionen gleich welcher Art zuständig ist oder aber ein Studium absolviert hat, ist bei Wünschen an sein Einkommen klar im Vorteil.

Was der Bildungs-Abschluss für die Lohntüte bedeutet und wie in unterschiedlichen Branchen gezahlt wird, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Bildung steigert den Wert

Ein Studienabschluss wirkt sich zudem in jeder Etappe der Berufslaufbahn von ITK-lern positiv als die Entlohnung aus. Berufseinsteiger mit weniger als zwei Jahren Berufserfahrung und ohne Personal oder Budget-Verantwortlichkeit verdienen als TK-, Mobilsystem- oder Webdesign-Experten etwa 20.000 Euro brutto ohne Boni etcetera, als Administratoren oder Support-Mitarbeiter etwa 24.000 Euro, als IT-Analysten oder Programmierer etwa 24.100 Euro und als Entwickler rund 24.500 Euro. Wer dagegen einen Hochschulabschluss auf die Waagschale legen kann, verdient am Anfang seiner Berufskarriere durchschnittlich 35.300 Euro (TK, Mobilsysteme, Webdesign), 36.500 Euro (Admin/Support), 38.100 Euro (Analyse, Programmierung) beziehungsweise 39.100 Euro (Entwicklung, Management).

Branche ist ausschlaggebend

Auch je nach Größe des Unternehmens und je nach Branche existieren signifikante Gefälle bezüglich der Einkommen. Wer beispielsweise als IT-Zuständiger in der Pharmaindustrie beschäftigt ist, kassiert durchschnittlich am meisten, nämlich 57.700 Euro brutto jährlich ohne Zuschläge. Doch auch die Chemie- & Erdölbranche, die Konsum- und Gebrauchsgüter-Unternehmen, Medizintechnik-Betriebe und die Luft- und Raumfahrtunternehmen lassen sich nicht lumpen. Sie alle gehören zu den Branchen, die IT-Angestellten am meisten zahlen – zwischen rund 53.700 Euro und 56.200 Euro.

Der ideale Arbeitgeber hat darüber hinaus möglichst viele Mitarbeiter, denn mit steigender Zahl der Angestellten wird auch mehr bezahlt. Aus Arbeitgeber-Perspektive betrachtet, vergraulen kleinere Betriebe potenzielle Mitarbeiter möglicherweise auch mit niedrigeren Gehaltsangeboten nicht sofort, denn hier sind niedrigere Zahlungen durchaus nicht unüblich. Ein Beispiel: Während für Administratoren und Support-Mitarbeiter in 1- bis 5-Mann-Betrieben durchschnittlich 32.000 Euro ausgegeben werden, lassen Unternehmen mit über 1.000 Angestellten rund 48.700 Euro springen.

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Noch mehr Details

Den kompletten Gehaltsreport, für den Stepstone branchenübergreifend 7.120 Fach- und Führungskräfte befragte, stellt das Online-Stellenportal kostenlos zur Verfügung. Tabellarisch aufbereitet finden Sie dort noch einmal alle Einzelheiten zu den ITK-Gehältern.

Fazit

Den idealen Job mit Blick auf das Gehalt hat somit folgender Max Mustermann: 42-jähriger Informatik-Diplomant, seit elf Jahren angestellt als IT-Chef in einem Pharmabetrieb in Bayern und mit Budget- und Personalverantwortung.

Die 24-jährige Maxi Musterfrau dagegen, Webdesignerin durch eine Weiterbildungsmaßnahme und seit einem Jahr bei einem Drei-Mann-Online-Dienstleister in Thüringen arbeitend wird dagegen tendenziell in den untersten ITK-Gehaltsgruppen zu finden sein. ?

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