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Carrier Aggregation mit Nokia Wavence ersetzt Glasfaser Nokia erweitert Anyhaul-Angebot für 5G

Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Im Rahmen des Mobile World Congress 2019 hat Nokia verschiedene Erweiterungen seines Anyhaul-Transport-Portfolios vorgestellt. Damit sollen Mobilfunkanbieter ihre Netze künftig für 5G rüsten und Basen mit bis zu 25 Gbit/s anbinden können.

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Nokia wirbt mit einem durchgehenden und automatisierten 5G Network Slicing sowie Service Provisioning System.
Nokia wirbt mit einem durchgehenden und automatisierten 5G Network Slicing sowie Service Provisioning System.
(Bild: Nokia/ YouTube)

Nokia Anyhaul soll nicht nur das branchenweit umfassendste Sortiment für Transportnetze sein, sondern auch die Anforderungen künftiger 5G-Dienste bestens bedienen. Das heißt: Massiv vernetzte Endgeräte, extrem geringe Latenzen sowie hohe Durchsätze unterstützen. Die jetzt vorgestellten Erweiterungen fügen sich in eine SDN-Architektur (Software-Defined Networking) ein, die eine Integration von Transport- mit Cloud-basiertem Radio Access sowie Core-Netzen erleichtere. Das ermögliche ein durchgehendes und automatisiertes 5G Network Slicing sowie Service Provisioning System.

Zu den jetzt präsentierten Komponenten zählen im Detail:

  • Das aktualisierte Mikrowellen-Angebot Nokia Wavence, das einen mit Glasfaser vergleichbaren Backhaul für Small Cells bereitstellen soll. Die Lösung unterstützt nun Carrier Aggregation – kann also Frequenzen zusammenfassen, darunter uWave [6-42 GHz, Anm. d. Red.], E-Band [60-90 GHz, Anm. d. Red.] oder Mikrowellenlösungen Dritter. Per „2+0 E-Band Systems“ ließen sich so 20 Gbit/s Durchsatz erreichen; einzelne Funkeinheiten erreichen jetzt auf Kanälen mit zwei GHz Bandbreite einen Durchsatz von 10 Gbit/s. Für eine optimale Anbindung der letzten Meile empfiehlt Nokia die neuen, für 5G tauglichen Transceiver „UBT-C“.
  • Eine neue „Nokia 1830 Versatile WDM Module (VWM) Translation Line Unit (TLU) 200“ soll Cloud RAN und Edge Cloud mit Geschwindigkeiten von 10 Gbit/s und 25 Gbit/s anbinden. Nokia wirbt hierbei mit einem vereinfachten Betrieb sowie einer zuverlässigeren Fronthaul-Verbindung für 4G Common Public Radio Interface (CPRI)/Open Base Station Architecture Initiative (OBSAI) und 5G eCPRI data.
  • Mit dem Nokia 7250 IXR-e wolle man einen kompakten Interconnect-Router anbieten, der Anforderungen von 5G und Edge Clouds bedient respektive nahegelegene Basen mit bis zu 100 Gbit-Ethernet versorgt. Mit der Lösung ergänze man die bereits zuvor vorgestellte Lösung 7250 IXR-R6 – anders als bei dieser ist die redundante Control Plane beim 7250 IXR-e allerdings nicht physisch, sondern virtualisiert umgesetzt – das solle etwa genügen, umd DoS-Attacken abzuwehren.
  • Als „Proof of Concept“ präsentiert Nokia schließlich ein Broadband Anyhaul 25G Passive Optical Network (PON). Damit will der Anbieter das Potenzial bereits vorhandener Infrastrukturen aufzeigen. Die neue Technik solle sich parallel mit 2,5G- und 10G-PONs betreiben lassen. Im Januar habe man den Ansatz bereits mit „T-1 operators“ in Nordamerika und Japan ausprobiert.

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