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Digitale Unternehmenswelt

New Work als Zauberformel für gute Arbeitsbedingungen?

| Autor / Redakteur: Sönke Möhl, dpa / Sarah Böttcher

Zahlreiche Faktoren tragen zu guten Arbeitsbedingungen bei.
Zahlreiche Faktoren tragen zu guten Arbeitsbedingungen bei. (Bild: TeraVector - stock.adobe.com)

Der Wettbewerb um die klügsten Köpfe ist längst entbrannt. Neue Organisationsformen und Konzepte in der digitalen Unternehmenswelt wie beispielsweise „New Work“ sollen helfen, die Besten zu bekommen und alle Mitarbeiter zufriedener und besser zu machen.

Alle Daten im Laptop und in der Cloud, arbeiten, wann und wo es am besten passt – abends am Küchentisch, während der Bahnfahrt oder in verschiedenen Bürobereichen des Unternehmens. Einen eigenen Schreibtisch gibt es nicht mehr. „New Work“ setzt sich auch in deutschen Unternehmen durch.

Für Irene Oksinoglu, die sich beim Hamburger Handelsunternehmen Otto um den Veränderungsprozess kümmert, herrscht auf dem Markt ein Missverständnis: „Arbeit und Privatleben dürfen nicht miteinander verschmelzen.“ Es gehe nicht um ständige Verfügbarkeit, sondern darum, Arbeit besser und angenehmer zu machen.

Begriffsursprung

Der Begriff „New Work“ geht auf den Philosophen Frithjof Bergmann zurück. Unternehmen verstehen darunter, ihren Mitarbeitern in der digitalen Welt veränderte räumliche, technische und zeitliche Möglichkeiten anzubieten. So werden feste Räume oder Schreibtische aufgegeben – Stichwort „Desksharing“. Je nach Aufgabe wechseln Mitarbeiter ihre Plätze im Haus. Für hochkonzentriertes Arbeiten gibt es kleine Einzelräume. Zudem können Mitarbeiter von jedem Ort im Unternehmensgebäude, auf Reisen oder im Home Office auf alle nötigen Daten und Programme zugreifen – alleine oder in Teams.

Organisationsveränderungen alleine sind nach Überzeugung des Chemnitzer Professors für Organisations- und Arbeitspsychologie, Bertolt Meyer, aber nicht ausreichend, um die Ziele zu erreichen: „Die Zufriedenheit von Mitarbeitern ist dann besonders hoch, wenn sie in ihrer Tätigkeit Sinn erkennen und die Arbeit ihre Bedürfnisse befriedigt.“

Angst vor Veränderung

Nach Meyers Erfahrung reagieren die meisten Mitarbeiter auf Veränderungen zunächst mit Ängstlichkeit: „Es gibt kaum etwas, das psychologisch so unangenehm ist für Menschen wie das Gefühl, dass etwas Errungenes verloren geht.“ Das könnten zum Beispiel Status oder Kompetenz sein. Eigene Räume oder Schreibtische aufzugeben sei für viele Mitarbeiter schwierig. Status sei heute nicht mehr so wichtig, sagt dagegen Oksinoglu. Mit dem Wandel gewinne zum Beispiel Co-Kreativität an Bedeutung. „Nicht ich alleine muss ein Problem lösen.“ Es komme auf die Leistung des Teams an.

Eine offene Gestaltung der Räume sei für viele Unternehmen ein Symbol für die Veränderung der Kultur des Zusammenarbeitens, erläutert Meyer. Die Idee, stärker auf Gruppenarbeit, Kommunikation und Flexibilität zu setzen, gehe aber auch mit höherem Zeitdruck und Arbeitstempo einher.

Vorteil für Unternehmen

Ein Vorteil für Unternehmen ist der geringere Flächenbedarf. „Kein Arbeitsplatz bleibt leer, nur weil die Person, die normalerweise dort arbeitet, gerade nicht da ist. Das ist für Unternehmen finanziell wahnsinnig attraktiv.“ Für die meisten Unternehmen gehe es auch um Gewinnmaximierung. „New Work“ sei eine Arbeit, die aufgrund ihres Inhalts wirklich erfülle. Dazu könne Büroarchitektur nur einen sehr begrenzen Beitrag leisten.

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