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Rechenzentrum in Hamburg erweitert Netzwerke bleiben Kernpunkt der Colt-Strategie

| Autor: Sarah Gandorfer

Bei Colt tut sich einiges, wenn auch weniger in der Cloud. Dafür läuft das klassische Provider-Geschäft mit Netzwerken und Rechenzentren gut. Neue Vertriebsmitarbeiter sollen die Partner zusätzlich bei den immer komplexer werdenden Projekten unterstützen.

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Colt liefert eine modulare Rechenzentrumsanlage nach Island.
Colt liefert eine modulare Rechenzentrumsanlage nach Island.
(Bild: Colt)

Auch wenn die Cloud in aller Munde ist, ist Joachim Trickl, Director Sales Central Region bei Colt Technology Services, eher zurückhaltend bei diesem Thema. „Die große Cloud-Welle ist noch nicht angelaufen, aber ich habe Geduld, was das angeht. Wichtig ist die rechtzeitige ­Positionierung in diesem Segment.“

Klassische TK

Obwohl der Provider mit „Colt Ceano“ ­eine skalierbare On-Demand-ITK-Lösung sowie diverse Rechenzentrumsdienste, allen voran Speicher- und Recovery-Services, aus der Wolke anbietet, liegt das Hauptgeschäft dennoch bei den klassischen TK-Leistungen. Es ist nicht so, dass die Cloud nicht verkauft würde. Doch die Kunden sind noch zurückhaltend. Bislang werden eher kleinere Projekte abgeschlossen. So konnten beispielsweise Reseller innerhalb von drei Monaten 40 Projekte mit Ceano verkaufen. Dabei vertrieb der IT-Dienstleister die Lösung als White-Label-Produkt an seine Kunden.

Dennoch, am Colt-Gesamtumsatz macht Ceano noch einen geringen Anteil aus. Wie für alle großen TK-Anbieter, darunter auch die Deutsche Telekom, sind die zurückgehenden Voice-Umsätze eine Herausforderung für den Provider. Auffangen will Colt diesen Verlust, indem das Unternehmen auf ein starkes Netzwerk sowie auf Rechenzentren setzt.

Rechenzentrum in Hamburg

So gab Colt Mitte Mai bekannt, sein Carrier-­neutrales Rechenzentrum in Hamburg auszubauen, um auf den steigenden Bedarf an sicheren und flexiblen Colocation-Lösungen im Markt zu reagieren. Zumal laut der Analysten von Marketsand Markets der ­europäische Markt für Colocation in den kommenden fünf Jahren jährlich um rund 17 Prozent wachsen werde.

Bei dieser ersten Erweiterung kommen 570 Quadratmeter zu den bereits genutzten 535 Quadratmetern hinzu. Die Arbeiten sollen im August 2014 abgeschlossen werden. Das gesamte Colt-Netzwerk im Raum Hamburg umfasst rund 230 Kilometer ­eigene Glasfaserkabel. 576 Gebäude sind derzeit mit dem Netz verbunden.

Die Kunden profitieren von einem direkten, eigenen Zugriff von ihrem jeweiligen Arbeitsplatz auf das Rechenzentrum, das über das Netzwerk mit weiteren Rechenzentren in Deutschland verbunden ist. Dadurch kann eine stabile Datensicherungs- und Disaster-Recovery-Strategie umgesetzt werden. Diese ­Erweiterung folgte einem Ausbau der Kapazitäten in London, dem wichtigsten Zentrum für Colocation in Großbritannien.

Deutschland sei laut Colt nach Großbritannien der zweitgrößte Markt für Rechenzentrum-Services in Europa. Innerhalb Deutschlands liegen die meisten Rechenzentren rund um Frankfurt am Main (etwa 46 Prozent). Die restliche Rechenzentrumslandschaft ist relativ fragmentiert (München 15 Prozent, Berlin neun Prozent). Mit einem Anteil von fünf Prozent (rund 12.000 Quadratmeter Fläche) ist Hamburg diesbezüglich eine vergleichsweise bedeutende ­Region.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was die Analysten von Gartner über Colt sagen und weshalb Colt neue Mitarbeiter einstellt.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS