Channel Fokus: Netzwerk & Infrastruktur Netzwerk: Nervensystem von Unternehmen

Von Sylvia Lösel

NaaS und SDN: Betriebsmodell und technischer Unterbau. Beides gewinnt an Bedeutung, wenn Unternehmen hybride Multicloud-Welten betreiben. Partner sind dabei weiterhin die Dienstleister des Vertrauens.

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Sicher, skalierbar, flexibel: diese Attribute müssen Netzwerke heute erfüllen, soll die Digitalisierung von Unternehmen gelingen.
Sicher, skalierbar, flexibel: diese Attribute müssen Netzwerke heute erfüllen, soll die Digitalisierung von Unternehmen gelingen.
(Bild: Siarhei - stock.adobe.com)

Als Herzstück betrachten Unternehmen ihre Netzwerk-Infrastruktur. Kein Wunder, laufen darüber inzwischen so ziemlich alle Geschäftsprozesse, seit Corona mit weiter stark steigendem Anteil. Die Hoheit darüber aufzugeben, fällt vielen schwer – auch wenn das in den vergangenen Jahren sukzessive bereits passiert ist. Mit zunehmender Cloudifizierung, der Inanspruchnahme von Hyperscaler-Services und SOC-Leistungen vertrauen viele bereits in Teilen externer Expertise. In Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels in IT-Abteilungen von Unternehmen versprüht die Option, Netzwerkservices anzumieten, zunehmend Charme. Am liebsten mit Unterstützung des Systemintegrators des Vertrauens, wie eine Cisco-Studie herausfand (siehe Grafik). Und da im ITK-Sektor As-a-Service-Angebote für Software, Hardware und Security gang und gäbe sind, wird Network as a Service zunehmend salonfähig, und mehr Hersteller offerieren entsprechende Leistungen.

NaaS-Angebote können eine ganze Reihe von Problemen lösen, angefangen bei Sicherheit und Skalierbarkeit bis hin zu Budget- und Personalengpässen.

Morten Illum, Vice President EMEA bei HPE Aruba

Welcher NaaS-Dienst passt?

Für Dienstleister jedoch stellt sich meist dieselbe Frage wie für Unternehmen: Welchen Network as a Service (NaaS) ins Portfolio aufnehmen? Denn nicht überall, wo NaaS drauf steht, ist dasselbe drin. „Für ihre Transformation brauchen unsere Kunden digitale Infrastrukturen, und momentan gibt es einen überproportional großen Bedarf im Netzwerk,“ sagt Jacques Diaz, CEO des Dienstleisters Axians, bei dem NaaS einen Kern des Portfolios bildet und die Felder LAN, WiFi, Datacenter-Netzwerke, SD-WAN, Security und Collaboration abdeckt. Damit liegt der Dienstleister nah an den Wünschen seiner Kunden. Für 41 Prozent der von Cisco in der Studie Befragten ist es wichtig, dass ein NaaS-Anbieter eine über verschiedene Welten (Zugriff, WAN, Rechenzentrum, Cloud etc.) hinweg konsistente NaaS-Plattform bietet, um Netzwerkressourcen, -richtlinien und -abläufe zu konsolidieren. Ein Modell mit Multicloud-Zugriff und Sicherheit steht dabei ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste (siehe Grafik) und bedient die zunehmende Nachfrage nach SASE-Lösungen (mehr dazu auf S. 34). Bei 86 Prozent der Unternehmen in der EMEA-Region liegt NaaS als Option auf dem Tisch, ergab eine Umfrage von HPE Aruba. „NaaS-Angebote können eine ganze Reihe von Problemen lösen, angefangen bei Sicherheit und Skalierbarkeit bis hin zu Budget- und Personalengpässen. Damit Unternehmen jedoch das Potenzial von NaaS ausschöpfen können, müssen wir uns darauf konzentrieren, die Lücke zwischen dem hohen Bekanntheitsgrad der Anwendungen und den benötigten Fachkenntnissen in den Unternehmen zu schließen“, ist sich Morten Illum, Vice President EMEA bei HPE Aruba, der Problematik bewusst. Im Klartext: nicht jeder IT-ler weiß, wie man NaaS gewinnbringend einsetzen kann, welche Potenziale sich heben lassen und welche Vorteile ein Service-Modell für das eigene Aufgabengebiet haben kann. Hier gilt es, Aufklärungsarbeit zu leisten.

NaaS-native Anbieter

Die Vielzahl neuer Anbieter, die vor allem in der Ausprägung Cloud NaaS auf den Markt drängen, macht deutlich, dass es Marktanteile zu holen gibt. Zu nennen sind hier stellvertretend Alkira, Aviatrix, Nefeli Networks und Volterra. Wie interessant der Markt ist, zeigt der Kauf von Volterra durch F5 Networks zu Beginn des vergangenen Jahres. Während Nefeli Networks im Moment im europäischen Markt noch nicht sichtbar ist, sind es Aviatrix und Alkira sehr wohl. Letztere haben mit Exclusive Networks unlängst ein Distributionsabkommen geschlossen, um den Channel für sich zu gewinnen. „Wir wollen nicht die Masse an Partnern“, betont Alkira-Gründer Amir Khan. „Wer bereits Netzwerk- und idealerweise Security-Knowhow mitbringt und mit uns den Markt adressieren möchte, ist uns willkommen“, sagt Khan. Um die Verknüpfung komplexer Netzwerk-Strukturen geht es auch bei Megaport. Das Unternehmen hat vor kurzem mit Arrow ebenfalls seinen ersten Distributor gezeichnet und ein Partnerprogramm aufgesetzt. „Wir haben ein eigenes, weltweites privates Layer-2-Netzwerk. Das ist ein wichtiger Punkt für Kunden. Denn im Unterschied zum Internet ist diese private Verbindung sicher und performant“, argumentiert Martin Bichler, EMEA-Channelchef bei Megaport. Zudem stehe sie in weniger als einer Minute zur Verfügung, unterstreicht der Manager. Für den Zutritt in die Megaport-Welt ist dann allerdings noch eine SD-WAN-Verbindung nötig. „Dort macht es Sinn, auf bestehende Hersteller zu setzen, um diese Distanz auch sicher zu überbrücken. Dazu gehören beispielsweise Cisco, HPE Aruba oder Fortinet“, mit denen der Anbieter kooperiert.

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Mit volatilen Anforderungen umgehen

A propos Software-defined: Ohne dieses wäre NaaS nicht denkbar, ist es doch die technische Grundlage für das Betriebsmodell. Und es erfreut sich aus denselben Gründen wie NaaS zunehmender Beliebtheit: „Da Unternehmen für neue Anwendungen Cloud-first- oder sogar Cloud-only-Strategien verfolgen, benötigen sie ein Netzwerk, das kontinuierlich wechselnde Verkehrsarten, Leistungs- und Sicherheitsanforderungen unterstützt. Ein SD-WAN erfüllt diese Bedingungen“, erklärt Jörg Jakobi, Director ICT Infrastructure Solution bei NTT.“ Das Analystenhaus Omdia prognostiziert dem SD-WAN-Markt einen weltweiten Umsatz von rund 5,5 Milliarden US-Dollar 2025. Eine erneute Steigerung, verglichen mit den Prognosen ein Jahr zuvor. Geschuldet ist dies vorgezogenen Netzwerk-Erneuerungen angesichts der Corona-bedingten Umstrukturierungen hin zu mehr Remote Work und Cloud-Projekten. Nötig dafür ist selbst in Zeiten zunehmender Wireless-Projekte Hardware. Hardware, die mit einem enormen Anstieg an Datentransfers umgehen kann und auf der SDN und SD-WAN zuverlässig laufen.

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