Auf der Suche nach dem mobilen Alleskönner Navigation, Internet-Anbindung und mobile Telefonie wachsen zusammen

Redakteur: Sylvia Lösel

Die Navigationshersteller schielen nach neuen Kunden im Handysektor und die Handyhersteller wollen mit integrierter Navigation punkten. Jetzt hat Mio eine Partnerschaft mit Qualcomm geschlossen und Garmin das »Nüvifone« angekündigt. Zwei Branchen, die in den vergangenen Jahren immer für positive Umsatzmeldungen gesorgt hatten, wachsen zusammen.

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Navigationsspezialist entdeckt die Handywelt – Garmin stellt das »Nüvifone« vor.
Navigationsspezialist entdeckt die Handywelt – Garmin stellt das »Nüvifone« vor.
( Archiv: Vogel Business Media )

Handy-Hersteller Mio hat eine Partnerschaft mit Qualcomm bekannt gegeben. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Handys zu entwickeln, die neben Telefonie und Navigation auch den schnellen Internetzugang beherrschen. »Mobile Navigationsgeräte werden immer populärer, und Mio bietet damit echten Mehrwert. Deshalb freuen wir uns, gemeinsam mit Qualcomm eine neue Produktgruppe einzuführen, die es den Kunden erlauben wird, noch mehr zu entdecken.« sagt Samuel Wang, Geschäftsführer von Mio Technology.

Einen Schritt weiter ist Navigationsspezialist Garmin. Mit dem »Nüvifone« sollen Besucher der 3GSM und der CeBIT bereits das erste All-in-One-Gerät in den Händen halten dürfen.

Das Nüvifone wird über einen Touchscreen bedient und integriert Internet-Browser, Datenverbindung, Messaging und einen Personal Navigator. Dank einer umfangreichen, integrierten Ortsdatenbank dient das Gerät auch als Navigator. Bestimmte Points-of-Interest können über die Google-Suche abgefragt werden. Gibt man beispielsweise das Wort »Gasthaus« ein, sortiert Google die Ergebnisse nach der Entfernung vom aktuellen Standort. Zusätzlich gibt es eMail, SMS und Instant Messaging, und auch der Zugriff auf die Online-Datenbank von Garmin darf nicht fehlen. Eine Kamera, die Fotos mit Längen- und Breitengrad versieht, eine Videokamera und ein MP3-Player sollen das Gerät zum universellen Begleiter machen.

Garmin will das Multitasking-Gerät im dritten Quartal einführen. Über Preise schwieg sich das Unternehmen noch aus.

Kommentiert: Ein modernes Märchen

Es war einmal... ein Handyhersteller, ein Navigationsspezialist und ein Notebook-Fabrikant, die lebten glücklich und zufrieden, produzierten ein jeder in seinem Bereich gute Geräte für die jeweilige Klientel und hatten ihr Auskommen. Doch dann kam der böse »Controller« auf jeden von ihnen herab und sagte: »Wir müssen unseren Umsatz steigern.«

Da überlegten die drei, ein jeder für sich, was sie denn ändern könnten. Der Handy-Hersteller rief: »Ha, ich packe in mein Handy jetzt auch Navigationsfunktionen«. Der Navigationsspezialist war auch nicht auf den Kopf gefallen und sprach: » Mein Navigationsgerät wird sich über das Internet immer die aktuellen Informationen holen, vielleicht schaffe ich es ja auch noch, dass man damit telefonieren kann.« Der Notebook-Fabrikant kam zu folgendem Schluß: »Meine Notebooks sollen immer kleiner werden und dennoch alle Funktionen wie bisher erfüllen können. Die Controller der drei waren begeistert. »Toll, damit erreichen wir viel mehr Kunden und werden riesige Gewinne einfahren«.

Und so geschah es, dass alle drei Hersteller fast dasselbe Gerät auf den Markt brachten. Die Käufer waren verwirrt. »Welches soll ich denn jetzt kaufen?«, »Eigentlich wollte ich doch nur telefonieren?« und »Aber ich wollte doch nur ein Notebook?«, stöhnten sie und waren ob der Funktionsvielfalt völlig überfordert. »Wenn das so ist, dann kaufe ich mir eben gar nichts — es ging bisher ja auch ohne«, war das Fazit vieler.

Jetzt sitzen der Handyhersteller, der Navigationsspezialist und der Notebook-Fabrikant auf ihren Geräten und überlegen, wie sie die Welt wieder ganz einfach machen könnten...

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