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Acer: Spezialisierung und neue Geschäftsfelder

Nach oben mit Hardware und Cloud

| Autor: Klaus Länger

Bei der globalen Pressekonferenz in New York stellte Acer die Route füt das Unternehmen und eine ganze Reihe neuer Produkte vor.
Bei der globalen Pressekonferenz in New York stellte Acer die Route füt das Unternehmen und eine ganze Reihe neuer Produkte vor. (Bild: Vogel IT)

Alle PC-Hersteller haben derzeit mit rückläufigen Verkaufszahlen zu kämpfen. Auch das Geschäft mit Android-Tablets ist erstmals ins Minus gerutscht. Bei Acer blickt man dennoch positiv in die Zukunft. Lukrative Produktbereiche wie 2-in-1-Notebooks, Gaming-PCs und Monitore sowie neue Geschäftsfelder sollen die Firma wieder nach oben bringen.

Der Schauplatz der letzten World Press Conference von Acer Ende April war durchaus symbolkräftig: Sie fand im 57 Stockwerk des World Trade Centers 4 in New York City statt. Hier war man zwar weit oben, aber auch auf einer Art Baustelle ohne Zwischenwände, dafür aber mit offenen Rohrleitungen an der Decke und einem nackten Betonboden. Denn das Stockwerk ist nicht vermietet und wird daher für Events genutzt.

Dieser Zustand passt auch auf Acer. Seit Ende 2013 ist der Acer-CEO Jason Chen, zuvor bei Intel und dem Chiphersteller TSMC, damit beschäftigt, den gerade 40 Jahre alt gewordenen PC-Hersteller mit einem „Turnaround“ zurück zu alten Höhen zu führen. Schließlich war Acer 2009 noch der zweitgrößte PC-Hersteller nach HP. Heute ist das Unternehmen aus Taiwan weltweit nicht mehr unter den Top-5 zu finden.

In EMEA belegt Acer laut Gartner nach Stückzahlen noch immer Platz fünf unter den PC-Herstellern. Apple spielt in diesen Regionen keine so große Rolle und ist nicht in der Liste. Allerdings hat Acer im ersten Quartal 2016 im Vergleich zu Q1 2015 nach Stückzahlen etwa 26 Prozent eingebüßt, der größte Einbruch unter den großen PC-Brands.

Kein Grund zur Sorge

Bei Acer sieht man diesen Umstand aber mit weniger Besorgnis, als die Zahlen vermuten ließen. Einerseits sei der Umsatz weniger stark zurückgegangen, da man mehr kostspieligere Geräte verkauft habe, die auch mehr Marge brächten. Zum anderen hätten, laut Stefan Tiefenthal, Head of Commercial BU bei Acer, die guten Verkäufe bei Monitoren den Rückgang bei den PCs abgefangen.

Während Acer früher als eine Firma galt, die große Mengen günstiger Rechner zu Kampfpreisen in den Markt drückte, hält sich der Hersteller heute bei Preisschlachten zurück, so Tiefenthal.

Auch Acer-CEO Jason Chen gab bei der Pressekonferenz in New York als Marschrichtung für das PC-Geschäft an, vermehrt in das Premium-Segment vorstoßen zu wollen. Hier sind die Acer-Geräte zwar immer noch oft günstiger, als die von Mitbewerbern, aber eben keine Low-Cost-Rechner für Gelegenheitsnutzer. Denn gerade die nutzen heute noch Rechner mit Windows XP oder sie kommen mit einem Smartphone beziehungsweise Tablet aus. Auch bei den Android-Tablets ist der Verkauf weltweit rückläufig, während 2-in-1-Tablets und Convertibles mit Windows 10 zweistellig wachsen.

Raus aus der Low-Cost-Ecke

Bei diesen 2-in-1-Geräten ist Acer nach eigener Aussage weltweit die Nummer eins, jedenfalls nach Stückzahlen. Mit dem in New York vorgestellten Switch Alpha 12 bringt die Firma ein 2-in-1-Detachable für das Premium-Segment auf den Markt, das sich in Design und Funktion an den Surface-Pro-Geräten orientiert, allerdings zu einem niedrigeren Preis. Der startet laut Acer bei 799 Euro (UVP) für die Version mit Core i3-Prozessor. Das magnetisch andockbare Keyboard gehört dabei zum Lieferumfang des Switch Alpha 12, der aktive Stift hingegen nicht.

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Weitere Hoffnungsträger sind das 2-in-1-Convertible Aspire R 15 sowie das ultradünne 13-Zoll-Notebook Aspire S 13. Mit dem Aspire R 15 bringt Acer nun wieder ein Convertible mit 15,6-Zoll-Display. Das letzte Acer-Gerät mit dieser Diagonale war das 2013 vorgestellte Aspire R 7 mit Windows 8 und ungewöhnlicher Einzel-Bildschirmaufhängung. Beim neuen Aspire R 15 verwendet Acer dagegen das inzwischen vorherrschende Design mit 360-Grad-Scharnieren für das Full-HD-IPS-Panel. Es ist mit Skylake-Prozessoren bis hinauf zum Core i7 und zusätzlicher Nvidia-Geforce-940MX-GPU lieferbar. Den Startpreis für das 15,6-Zoll-Convertible gibt Acer mit 899 Euro an.

Zum gleichen Preis schickt Acer das ultraflache 13-Zoll-Notebook Aspire S 13 an den Start. Das 1,42 Kilogramm leichte Ultraslim-Notebook wartet mit einem matten 13,3-Zoll-IPS-Panel mit Blue-Light-Reduzierung und Core-CPUs der sechsten Generation auf. Bei den gehobenen Varianten des Aspire S 13 erkennt das Full-HD-Panel trotz matter Oberfläche sogar Touch-Eingaben. Bei der Vorstellung in New York betonte Acer auch die Akkulaufzeit, die bis zu elf Stunden betragen soll.

Ein wichtiges Produkt für den Business-Sektor ist das 15-Zoll-Premium-Notebook Travelmate P658 mit Carbon-Gehäuse, Thunderbolt 3 und Wigig (802.11ad) für Wireless-Docking.

Mehr als nur eine Nische

Gaming-PCs und Notebooks verkaufen sich trotz der PC-Krise gut. Schließlich ist PC-Gaming in den vergangenen Jahren immer populärer geworden. Und Acer setzt darauf, dass viele der etwa 89 Millionen E-Sports-Fans sich an ihren Idolen orientieren und in leistungsfähige Hardware investieren, um bei Spielen mithalten zu können. Daher investiert Acer auch erhebliche Summen in ein eigenes E-Sports-Team, um die Marke Predator unter Gaming-Fans im Fokus zu halten.

Der Löwenanteil der Predator-Produkte wird über E-Tailer verkauft, aber im Prinzip hat jeder Partner Zugriff auf das gesamte Sortiment. Gerade Acer-Point-Händler mit Ladenlokal können sich hier mit Predator einen Blickfang und zukünftige Absatzmöglichkeiten veschaffen.

Neuheiten für Gamer sind unter anderem der kompakte Desktop-PC Predator G1 sowie das Predator 17 X, ein High-End-Notebook mit GTX-980-Grafik und aufwendigem Kühlsystem. Der Acer Predator G1 ist ein Vertreter einer relativ neuen Gaming-PC-Gattung, die trotz kompakter Abmessungen keine Kompromisse bei der Leistung macht. Das relativ kleine Tower-Gehäuse des G1 bietet Platz für Full-Size-Grafikkarten bis hin zur Nvidia Geforce GTX Titan X. Als CPU dient ein Core i5 oder i7 der Skylake-Generation.

Im 17,3-Zoll-Gaming-Notebook Predator 17 X kommen ebenfalls Skylake-CPUs mit vier Kernen zum Einsatz. Ein aufwendiges Kühlsystem mit drei Lüftern, einer davon als Frontlüfter, soll dafür sorgen, dass sich die 3,6-GHz-CPU auf bis zu vier GHz übertakten lässt. Das 17,3-Zoll-IPS-Panel ist wird Acer mit Full-HD- oder mit 4K-Auflösung anbieten.

PC und Notebook sollen im Juni mit Einstandspreisen von 1.199 beziehungsweise 2.999 Euro auf den Markt kommen.

Den Predator-Brand nutzt Acer für weitere Produkte wie Monitore und neuerdings Beamer sowie Peripheriegeräte. Mit der Predator-Z1-Serie hat der Hersteller drei Monitore mit gekrümmtem IPS-Panel, 2.560 x 1.080 Bildpunkten, 200 MHz Bildwiederholfrequenz und Nvidia G-Sync angekündigt. Sie kommen mit 27-Zoll-, 30-Zoll- und 31,5-Zoll-Diagonale auf den Markt.

Das bislang kostspieligste Predator-Gerät wird mit einem Preis von knapp 6.000 ­Euro ein Beamer: Der Laser-Kurzdistanz-Projektor Predator Z850 liefert eine Auflösung von 1.920 x 720 Bildpunkten und soll aus 47 Zentimetern Entfernung ein 120-Zoll-Bild an die Wand werfen.

Auf in die Wolke

Für neue Geschäftsfelder wie das Cloud-Business mit BYOC (Bring your own Cloud) oder die Cloud-Integration der Digital-Signage-Produkte hat Acer mit „New Business” eine eigene Business-Group gegründet, die sich um das Zukunftsgeschäft kümmern soll. In Taipeh betreibt Acer schon seit Jahren ein großes, ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum, das auch von Kunden genutzt wird. Zu den Kunden zählen neben Google auch große deutsche Konzerne. Laut Stefan Tiefenthal hostet Acer auf der eigenen Infrastruktur nicht nur etliche große E-Commerce-Anwendungen, sondern auch Applikationen, die sich unter dem Begriff „Smart City“ subsumieren lassen.

Für das Internet of Things hat die Firma mit dem Cloud Professor ein eigenes Entwicklungs-Kit im Angebot, das neben einem Arduino-Board und diversen Sensoren auch ein eigenes Modul für eine einfache Cloud-Anbindung enthält. Für Acer ist der Cloud Professor ein Teil des BYOC-Ökosystems. Um das noch zu erweitern, hat der taiwanische Hersteller in New York und Berlin zwei Gründerzentren eingerichtet, in denen Startups die Acer-Infrastruktur für eigene und neue Projekte nutzen können.

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