Im Gespräch mit Thomas Peuthert, Head of Channel Sales HPE Aruba NaaS: Flexibilität für Unternehmens-Netzwerke

Von Sylvia Lösel

Die Erwartungen an As-a-Service-Modelle sind hoch. Sie sollen helfen, Fachkräftemangel zu kompensieren, für höhere Security, Flexibilität und Automatisierung sorgen. Kann das funktionieren? HPE Arubas Channelchef ist davon überzeugt. Aber es geht nur zusammen mit Partnern und der Distribution.

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Flexibilität ist das große Ziel von Unternehmen, wenn es um die Skalierung von Netzwerken geht. NaaS könnte dabei helfen.
Flexibilität ist das große Ziel von Unternehmen, wenn es um die Skalierung von Netzwerken geht. NaaS könnte dabei helfen.
(Bild: BillionPhotos.com - stock.adobe.com)

Die Zahl der Geräte wächst, die Cloud, Edge- und Remote-Anbindungen sorgen zudem für enorme Komplexität im Netzwerk. Während die IT zudem damit beschäftigt ist, sicherzustellen, dass Unternehmensnetzwerke Zuverlässigkeit, Sicherheit, Skalierbarkeit und Compliance bieten, fordert das Management Geschwindigkeit und Flexibilität, um Innovationen schnell umzusetzen. Gepaart mit dem allgegenwärtigen Fachkräftemangel gibt das eine explosive Mischung. Kein Wunder also, dass nach Software as a Service und Platform as a Service nun auch das Netzwerk in einer Service-Darreichungsform salonfähig werden soll.

Laut einer Studie von Aruba steigt das Interesse an Network as a Service (NaaS). Was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass viele Unternehmen nach der teils hektischen Digitalisierung der vergangenen zwei Jahre nun ihre aktuelle Infrastruktur inklusive des Netzwerks auf den Prüfstand stellen. Bei 86 Prozent der Unternehmen in der EMEA-Region liegt NaaS als Option auf dem Tisch.

Welche Vorteile hat NaaS für Unternehmen?

Geringe Kosten sind ein wesentliches Argument für NaaS. Mehr als drei Viertel (76 %) der Befragten erwarten, dass NaaS zur Senkung der Betriebskosten beitragen wird. Aber auch die Flexibilität – sowohl in Bezug auf das Netzwerk als auch auf neue Einsatzgebiete der Mitarbeiter – ist ein wichtiger Faktor. So ist für 81 Prozent der Unternehmen in der DACH-Region eine flexible Skalierbarkeit von zentraler Bedeutung.

Auf den ersten Blick sind interne Prozesse die schwierigste Herausforderung. Bedenken haben viele hinsichtlich der Beschaffung des Budgets (55 %) und der Einhaltung interner Beschaffungsvorschriften (51 %). Bei einer genaueren Analyse der Datenlage ergibt sich allerdings ein grundlegendes Problem: ein mangelhaftes Verständnis von NaaS. „Nach der Pandemie ist der Bedarf an Agilität und Flexibilität im Netzwerkmanagement größer denn je“, sagt Morten Illum, Vice President EMEA bei Aruba. „Wir wissen, dass NaaS die erforderliche Flexibilität gewährleisten kann, die Unternehmen für die Erholung nach der Pandemie und darüber hinaus benötigen. NaaS-Angebote können eine ganze Reihe von Problemen lösen, angefangen bei Sicherheit und Skalierbarkeit bis hin zu Budget- und Personalengpässen. Damit Unternehmen jedoch das Potenzial von NaaS ausschöpfen können, müssen wir uns darauf konzentrieren, die Lücke zwischen dem hohen Bekanntheitsgrad der Anwendungen und den benötigten Fachkenntnissen in den Unternehmen zu schließen.“

Welche Rolle kommt dem Channel zu?

Thomas Peuthert, Head of Channel Sales DACH bei HPE Aruba
Thomas Peuthert, Head of Channel Sales DACH bei HPE Aruba
(Bild: HPE Aruba)

Und genau an diesem Punkt kommen die Partner ins Spiel, die gerade im vergangenen Jahr eine wichtige Rolle gespielt haben, wie Thomas Peuthert, Head of Channel Sales DACH bei HPE Aruba erzählt: „Wir konnten weltweit unseren Gewinn steigern. In der DACH-Region haben wir unsere Ziele deutlich übertroffen. So sind wir im As-a-Service-Bereich dreistellig gewachsen, ebenso wie bei Software Apps und Diensten.“ In der DACH-Region hatte das Partner-Ökosystem sehr hohen Anteil an diesem Wachstum, analysiert er. Zudem seien viele Partner im vergangenen Jahr immens gewachsen, ergänzt Peuthert.

Unsere Partner sind sehr gut darauf vorbereitet, die Beantragung der Fördergelder für die Schulen zu übernehmen.

Thomas Peuthert, Head of Channel Sales bei HPE Aruba

Unabhängig vom Projekt, „ob es um Gebäudeautomation, Nachhaltigkeit oder den Digital Workplace geht, das Ziel ist dasselbe: nämlich die Infrastruktur effektiver, dynamischer und flexibler zu gestalten und dadurch Kosten zu sparen.“ Als Beispiel nennt Peuthert ein paar Zahlen. „Wir haben vergangenes Jahr 600 Kliniken mit neuem Netzwerk-Equipment ausgestattet und über 4.000 Schulen. Unsere Partner sind sehr gut darauf vorbereitet, die Beantragung der Fördergelder für die Schulen zu übernehmen. Das hilft ungemein. Und: es gibt zunehmend Schulen, die den laufenden Betrieb nicht selbst erbringen können. Für diese sind neue Nutzungsmodelle hochinteressant. Man sieht dieses Interesse auch an den Ausschreibungen, da sind immer öfter Remote Management und As-a-Service-Modelle gefragt.“ Langfristig sieht Peuthert ein weiteres wichtiges Thema, dessen Grundlage ein flexibles Netzwerk ist: „Der Trend geht dahin, mehr Wertschöpfung aus den Daten zu ziehen und damit neue Chancen im Markt für sich abzuleiten. Das große Ziel ist die Monetarisierung der Daten.“

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Die Partner holen Kunden heute dort ab wo sie Bedarf haben. Und das sind Infrastruktur und Services kombiniert mit neuen Nutzungsmodellen, ist Peuthert überzeugt. „Die Pandemie hat eines bewiesen: Deutschland hat Nachholbedarf bei der Digitalisierung. Diesen deckt man aber nicht mit den heutigen Budgets und dem Fachkräftemangel.“

Skalierbare Services

Daraus resultiert die Frage: wie kann es funktionieren? Die Aruba-Antwort lautet: indem Partner skalierbare Services anbieten. „Unsere Partner haben in den vergangenen 12 Monaten massiv in Managed Services investiert und der Trend, eigene Wertschöpfung zu betreiben, wird die nächsten Jahre anhalten.“ Der Druck, den die Kunden haben, komme nun bei den Partnern an und mit Aruba Central gibt es eine Management-Plattform. Als klassische Erleichterung nennt Peuthert die Cloud-Authentifizierung. Kunden müssen so nicht mehr selbst die klassischen Directory-Services aufbauen. Aruba Central identifiziert das Verhalten von Geräten und Nutzern und kann rollenbasiert zuordnen und segmentieren. „Egal ob ich ein Auto oder ein Notebook an das Netzwerk anschließe oder ob ich ein Ingenieur eines Kooperationsunternehmens bin – allem und jedem wird automatisch eine Rolle zugeordnet und das Netzwerk entsprechend segmentiert.“

Die Rolle der Distribution

Als Wegbegleiter in neue Nutzungsmodelle sieht Peuthert auch die Distribution. Aruba arbeitet hier mit Also, Ingram Micro, Tech Data und Infinigate zusammen. „Wir sehen, dass die Distribution anfängt, sich neu auszurichten. Der Wille ist da, die Breite der Partnerlandschaft zu adressieren und eine Fokussierung darauf findet wieder statt. Eine Zeit ging es vorrangig um Volumen, aber das ändert sich nun. Die Distribution ist bei As a Service auf dem Weg und teils schon gut ausgestattet. Wichtig für die Distribution ist es, mit Partnern nicht über Volumen zu sprechen, sondern sie an die Hand zu nehmen.“ Eine Aufgabe, die auch der Hersteller selbst angeht. „Viele Partner sind mit ihren Ressourcen ausgelastet und so können sie für ihren Nachwuchs nicht die Ausbildung leisten wie früher. Das machen dann wir und schulen beispielsweise auf neue Nutzungsmodelle.

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