Security, SDN, Videokonferenzen – auf dem Mobile World Congress rücken Lösungen ins Zentrum der Aufmerksamkeit MWC: Smartphones und Tablets spielen nicht mehr die erste Geige

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sylvia Lösel / Sylvia Lösel

Zwei Smartphones hier, ein Tablet dort – ja, es gibt auch Geräte-Neuheiten auf dem MWC. Dennoch rücken Mobility-Lösungen für Geschäftskunden in den Mittelpunkt der Messe. Rund um SDN, LTE und Security ranken sich die News aus Barcelona.

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Die Telekom bringt das Alcatel-Firefox-Smartphone auf den europäischen Markt.
Die Telekom bringt das Alcatel-Firefox-Smartphone auf den europäischen Markt.
(Bild: Deutsche Telekom)

Hersteller LG stellt auf dem Mobile World Congress (MWC) ein neues Handy und eine neue Übertragungstechnologie vor. Samsung präsentiert keine neuen Geräte, dafür die Lösung Knox mit der sich Smartphones in die Unternehmens-Infrastruktur einbinden lassen. Polycom zeigt Software, mit der sich Smartphone-Nutzer einfach in Videokonferenzen einwählen.

Ford führt sein neues Modell EcoSport vor. Dank integrierter App-Link-Technologie kann der Fahrer Smartphone-Apps auch während der Fahrt aufrufen und steuern. Die Kooperation mit dem Musik-Provider Spotify steht schon fest.

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Das Thema Mobility hat inzwischen viele Facetten, auf dem MWC sieht man sie alle.

Das Netzwerk zählt...

So ist zum Beispiel Juniper vor Ort. Der Netzwerk-Hersteller hat vor kurzem sein revolutionäres SDN (Software Defined Networking)-Konzept vorgestellt. Bob Muglia, Vizepräsident bei Juniper: „Mobilnetzwerke sind perfekt geeignet, um vom SDN-Ansatz von Juniper Networks zu profitieren“.

Um mobile Breitband-Lösungen geht es bei Netgear. Der Hersteller gab die Zusammenarbeit mit GWT bekannt. Künftig will man dank neuer Relais beste Performance bei WLAN-Netzabdeckungs-Schwierigkeiten für Unternehmen und Endkunden liefern. Auch ein LTE-Router ist im Messe-Gepäck. Dieser beinhaltet ein LTE-Modem, WLAN, eine Firewall sowie einen SIM-Kartenslot. Damit soll es Mobilfunkbetreibern möglich sein, veraltete, fest installierte Leitungen kostengünstig zu ersetzen.

...genauso wie die Sicherheit

Sicherheit beim Einsatz von Smartphones in Unternehmen ist ein weiteres großes Thema. Symantec kooperiert deshalb auch mit Giesecke & Devrient. Die beiden stellen mit dem Trusted Execution Environment (TEE) ein Konzept vor, das die sichere Übertragung, Speicherung und Ausführung sensibler Anwendungen und Daten in einem hardwaregeschützten Bereich auf dem Hauptprozessor von Mobilgeräten umfasst. Damit können App-Entwickler Lösungen bereitstellen, die den erhöhten Sicherheitsanforderungen gerecht werden.

Ebenso entdeckt Samsung die besonderen Sicherheits-Anforderungen von Unternehmen für sich. Mit Knox hat der Hersteller ein Service-Tool entwickelt, das die Trennung von Business- und Privat-Accounts auf einem Android-Gerät ermöglicht. Das könnte ein wichtiger Punkt werden, um sich im Business-Umfeld langfristig etablieren zu können und sich von anderen Android-Herstellern zu unterscheiden.

Nur noch mit Bild und Musik

Dank Polycoms neuer App Real Presence Mobile 2.2. können Smartphone- und Tablet-Nutzer sich sicher in Videokonferenzen einwählen. Das geht nun mit Android- und Apple-Geräten. Ganz wörtlich nimmt Ford das Thema Mobility. Sein neues Modell, den EcoSport, hat der Hersteller mit der Sync-App-Link-Technologie ausgestattet. Dieses System erlaubt es Autofahrern, ihre Smartphone-Apps während des Autofahrens aufzurufen und zu benutzen, ohne dass sie die Hände vom Steuer nehmen müssten. Außerdem ist Ford eine Partnerschaft mit Spotify eingegangen, um die Songs aus dem Musik-Portal auch ins Auto zu bringen.

Ach ja, die Smartphones

Und dann sind da natürlich auch noch die Mobilgeräte selbst, die es in Barcelona zu bewundern gibt. Nokia stellt zwei weitere Lumia-Smartphones vor. Die beiden Handys Lumia 720 und 520 erweitern das Windows-8-Geräteportfolio von Nokia nun auf fünf Modelle. Huawei bringt ein Einstiegs-Smartphone. Das Ascend Y300 soll 149 Euro kosten und ab April auch in Deutschland zu haben sein. Mit dem Ascend P2 hat Huawei eine weitere Neuheit im Gepäck. Das Nachfolgegerät des P1 verfügt über Quad-Core-Prozessor, LTE und eine 13-Megapixel-Kamera. Es soll 449 Euro kosten. LG Electronics präsentierte auf dem MWC in Barcelona neben neuen Optimus-L-Smartphones auch die Wireless-Ultra-HD-Übertragungstechnologie. Damit werden Multimedia-Inhalte vom Smartphone, wie etwa Spiele, Fotos oder Filme, in Echtzeit mittels drahtloser Datenübertragung auf Ultra-HD-TVs angezeigt.

Die Deutsche Telekom bringt als erster Mobilfunkanbieter ein Smartphone mit dem neuen Mozilla Betriebssystem Firefox OS auf den europäischen Markt: Im Sommer startet der Vertrieb des Alcatel One Touch Fire in Polen. Weitere Länder in Osteuropa werden 2013 folgen. Die Telekom und Mozilla arbeiten seit Längerem gemeinsam mit anderen Partnern an der Entwicklung eines offenen Standards für mobile Betriebssysteme. Ziel ist es, mehr Wettbewerb im Markt und mehr Auswahl für den Kunden zu schaffen.

Sony hat mit dem Xperia Z ein Zehn-Zoll-Tablet vorgestellt, das mit einem Quad-Core-Prozessor arbeitet, LTE und eine Acht-Megapixel Kamera an Bord hat.

Für den Spieltrieb

Doch was wären Smartphones und Apps ohne das passende Zubehör. Auch davon war in Barcelona einiges zu sehen. Der französische Wireless-Spezialist Beewi zeigte Drahtlos‐Gadgets für Jung und Alt. Zu den Highlights gehörten zwei Robo-Fußballer und ein ferngesteuerter Modell-Buggy mit HD-Kamera sowie ein futuristisches Fahrzeug mit Infrarot-Kanone. Die Beewi-Spielzeuge lassen sich über eine kostenlose App via iOS oder Android-Smartphone steuern. Zum Steuern müssen Modellfans ihr Smartphone lediglich nach vorne, nach hinten oder zur Seite neigen und schon bewegt sich das jeweilige Modell in die vorgegebene Richtung.

Accessoire-Spezialist Oxo Platinum fiel auf dem MWC durch ausgefallene Cover für Apple- und Samsung-Smartphones auf. Das Modell „Arabeske“ glänzt mit edlem Silber und stilvollen Barock-Ornamenten. „Puzzle“ besticht durch bunte Farbfelder, deren Reihenfolge sich individuell anpassen lässt.

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