Energieeffiziente Desktop-PCs im Fokus MSI macht Atom-CPU schreibtischtauglich

Redakteur: Christian Träger

Die Netbooks haben die Herzen der Konsumenten im Sturm erobert. Dass die Atom-Prozessoren auch für stationäre Rechner taugen, will MSI beweisen – und damit der Flaute bei den Desktop-PC-Absätzen trotzen.

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Die Netbooks legten den Grundstein für die Wind-Serie von MSI.
Die Netbooks legten den Grundstein für die Wind-Serie von MSI.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Zahlen zu den PC-Verkäufen, die Werner Dao, Geschäftsführer von MSI Deutschland, auf dem Launch-Event für die Wind-Desktop-Rechner als Einstieg präsentierte, zeichnen ein wenig rosiges Bild des Markts für Desktop-PCs. Demnach ist die Zahl der verkauften stationären Computer in diesem Jahr seit langem wieder rückläufig. Kein Wunder also, dass der Manager die Frage in den Raum warf, ob der Desktop-PC tot sei.

Vor diesem Hintergrund scheint es ein gewagter Schritt, dass MSI in den Markt für Desktop-PCs einsteigen möchte. Auf den zweiten Blick allerdings könnte die Rechnung aufgehen. So hat sich die Hauptnachfrage in diesem Segment über die Zeit in den Preisbereich von 500 bis 599 US-Dollar verschoben. Da auch die Neuvorstellungen von MSI im Einsteigerbereich angesiedelt sind, sieht Dao gute Marktchancen für die neuen Rechner.

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Es gilt vor allem, die richtige Nische zu finden. Die Wind-PCs auf Basis von Intels Atom-Plattform sind gedacht, um im Internet zu surfen, eMails abzurufen oder Office-Aufgaben zu erledigen – und auch der Konsum von Multimedia soll möglich sein. Unter diesen Maßgaben erweitert MSI das Sortiment rund um das Wind-Netbook und den Nettop-PC im Slimline-Gehäuse um zwei weitere Geräte-Arten.

Alles unter einem Dach

Angekündigt wurde ein so genannter Neton-Rechner aus der Wind-Reihe, der Display und PC in einem Gehäuse vereint. Ab Ende Januar soll zunächst ein Modell mit einem 16-Zoll-Monitor auf den Markt kommen, das eine Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten liefert und damit auch HD-Auflösungen mit 720 Zeilen unterstützen wird. Etwas später wird dieses Segment um einen Neton mit 18,5-Zoll-Diagonale, Touch-Funktionalität und gleicher Auflösung ergänzt.

Der Basisausstattung der beiden All-in-One-Rechner liegt ein Intel Atom N270 auf einem 945-GSE-Chipsatz mit integrierter Grafik zugrunde. Hinzu kommen ein GigabyteRAM, eine 2,5-Zoll-Festplatte mit 160 Gigabyte Kapazität sowie ein Slimline-DVD-Brenner. Die Verbindung zum Internet kann über Ethernet oder WLAN802.11 b/g hergestellt werden. Als Betriebssystem kommt Windows XP Home zum Einsatz.

Ergänzt wird die Ausstattung durch einen DVB-T-Tuner, eine Webcam mit 1,3 Megapixeln, Stereolautsprecher und einen Card-Reader. MSI empfiehlt für den 16-Zoll-Neton einen Verkaufspreis von 499 Euro. Das Gerät mit Touchscreen soll 100 Euro mehr kosten. Zusätzliche Cross-Selling-Möglichkeiten sieht das Unternehmen zum Beispiel im Bereich von Tastaturen und Mäusen oder auch Druckern.

Einfach angedockt

Besonders kompakt und energieeffizient wird es bei der Wind Netbox, einem Display Attached Device (DAD). In der kleinen Box, die etwa 18 auf 25 Zentimeter misst, steckt ebenfalls ein Atom-System mit 1,6 Gigahertz Taktfrequenz, einem Gigabyte Speicher und einer 120-Gigabyte-Festplatte. Der lüfterlose Rechner kann mittels einer mitgelieferten Vesa-Halterung an der Rückseite eines TFTs angedockt werden und ist damit sehr Platz sparend untergebracht. Für die Verbindung zum Netzwerk steht ein LAN-Anschluss zur Verfügung, der TFT wird über den D-Sub-Ausgang angeschlossen. Als Verkaufspreis für die Netbox empfiehlt MSI 269 Euro. Das Gerät auf Basis von Windows XP Home soll ebenfalls ab Ende Januar 2009 verfügbar sein.

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