Krankenhaustechnik im Umbruch Mit PDA und WLAN auf dem Weg zu ubiquitousen Patientendaten

Autor / Redakteur: Thomas Mierschke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Bei der Visite muss der Arzt im Krankenhaus heute nicht mehr mit Formularen und Klemmbrett in das Patientenzimmer gehen. Ein PDA oder Mini-Notebook sieht nicht nur moderner aus, sondern ermöglicht auch den direkten Zugriff auf Patientendaten in der elektronischen Akte, die zentral auf dem Server gespeichert ist. So kann er sofort Änderungen eintragen oder aktuelle Statistiken abrufen.

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In der Regel besitzen Krankenhäuser bereits ein stabiles IT-Netzwerk, das Office-Programme und Datenbanken bereitstellt sowie wichtige Arbeitsprozesse unterstützt und optimiert. Schließlich wird auch im Gesundheitswesen die IT immer mehr zu einer umfassenden strategischen Plattform zur Verbesserung klinischer Abläufe.

So besitzt der Arzt im Stationszimmer oder in seinem Büro bereits einen schnellen Zugriff auf Patientendaten oder medizinische Software. Während der täglichen Visite kann er jedoch meist noch keine Statistiken abrufen, um zum Beispiel Fragen des Patienten nach dem Krankheitsverlauf zu beantworten oder auf ungewöhnliche Messergebnisse sofort zu reagieren. Dieses Dilemma kann ein drahtloses Zugangsnetzwerk beheben, das im gesamten Krankenhaus flächendeckend zur Verfügung steht. Es ermöglicht den mobilen Zugriff auf die elektronische Patientenakte, zum Beispiel durch einen Thin Client auf speziellen Visitenwagen.

Ein solches System hat zum Beispiel das Evangelische Krankenhaus Witten realisiert. Hier hat der Lösungspartner Dimension Data zwei neue Cisco Catalyst 6500 Switches installiert, die ein Cisco Unified Wireless Network mit 116 Access Points integrieren. Die Zugangsstationen werden dabei zentral über das Wireless LAN Service Modul, kurz WiSM, konfiguriert, verwaltet und aktualisiert. Weil sich die Intelligenz zur Steuerung hauptsächlich in der Management-Software befindet, genügt den Aironet Access Points von Cisco ein minimaler Funktionsumfang.

Die funktechnische Kalibrierung von WiSM sowie die permanente Anpassung der Sendeleistung und Funkkanäle an die Umgebungsbedingungen erledigt das Cisco Wireless Control System (WCS). Dies gewährleistet eine hohe Verfügbarkeit der drahtlosen Infrastruktur. Zusätzlich lassen sich damit aktive RFID-Tags nachverfolgen, zum Beispiel zur Lokalisierung von Medizingeräten. So lässt sich hochwertiges Equipment effizienter nutzen.

Mit der neuen Lösung haben Ärzte bei der Visite am Krankenbett mobilen und sicheren Zugriff auf elektronische Patientenakten. Da sie Verordnungen und Therapieschritte sofort eingeben, entfällt das spätere Abtippen am PC im Stationszimmer. So erhalten sie mehr Zeit für die persönliche Betreuung.

Zudem verkürzt die gewonnene Echtzeittransparenz im Klinik-Informationssystem die Aufenthaltsdauer des Patienten, wodurch das Krankenhaus auch Kosten spart. In Zukunft lassen sich sogar medizinische Überwachungsgeräte anschließen, um den Zustand der Patienten zentral und damit effektiver als bisher zu überwachen. Dies führt insgesamt zu einer deutlichen Verbesserung der Pflege.

Über den Autor

Thomas Mierschke ist Managing Director Public Sector bei Cisco Deutschland

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