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Software verschenken und Hardware verkaufen Mit MySQL strahlt noch mehr Sonne über der Sun-Community

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Eine Milliarde Dollar hat sich Sun die Datenbank MySQL kosten lassen, nur um sie dann weiterhin als kostenlosen Download ins Netz zu stellen. Sun tickt eben anders als andere Hersteller. IT-BUSINESS wirft einen Blick hinter die Kulissen des US-Konzerns.

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Sun Microsystems ist in der Sonnenallee 1 in Kirchheim-Heimstetten angesiedelt.
Sun Microsystems ist in der Sonnenallee 1 in Kirchheim-Heimstetten angesiedelt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Seit sieben Quartalen steigt der Umsatz von Sun Microsystems. Nach langer Zeit tief in den roten Zahlen hegten viele bereits ernsthafte Zweifel daran, ob man wirklich Geld damit verdienen kann, eine Software nach der anderen zu Open Source zu erklären.

Doch spätestens das vergangene Halbjahresergebnis räumte letzte Zweifel aus: Der Gewinn wurde verdoppelt, auf 260 Millionen US-Dollar. Und das, obwohl Sun immer noch fleißig zukauft. Für Aufsehen sorgte insbesondere die Übernahme von MySQL im Januar dieses Jahres. Eine Milliarde US-Dollar kostete die schwedische Firma, die laut Suns CEO Jonathan Schwartz das führende und gleichzeitig das am schnellsten wachsende Unternehmen in einem 15-Milliarden-Dollar-Markt ist.

Es ist aber nicht nur die breite Marktabdeckung, die MySQL so gut zu Sun passen lässt. Es ist das Geschäftsmodell und die Philosophie, mit einer breiten Community zusammen zu arbeiten. So kennt es Sun bereits von Java, Netbeans, OpenOffice, OpenSolaris und seit neuestem auch von der Virtualisierungssoftware »Virtualbox«.

Open Source und GPL

Unter den relationalen Datenbanken dieser Welt nimmt MySQL durch ihren Open-Source-Ansatz eine Sonderstellung ein. Wobei der Vergleich zu Linux einen Unterschied offenbart: Linus Torwalds hat lediglich Rechte am Namen, in Folge gibt es massenweise Hersteller (Linux-Distributoren) und keine »Linux-Zentrale«. Bei MySQL gehört der Quellcode und das MySQL-Programm nun der Firma Sun. Für Open-Source-Projekte stellt es Sun frei, unter einer GPL (General Public License) zu entwickeln, bei der die freie Verwendung auf das Produkt weiter »vererbt« wird.

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