So können Reseller dem Preiskampf entkommen Mit Managed Services satte Margen sichern

Redakteur: Regina Böckle

Dumping-Preise im Online-Handel für IT-Produkte aller Art machen auch Systemhäusern zu schaffen. Es gibt aber Auswege aus der Preisspirale: Managed Services ist eines dieser Modelle.

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Managed Services bieten Resellern lukrative Geschäfts-Chancen.
Managed Services bieten Resellern lukrative Geschäfts-Chancen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die gesamte IT-Infrastruktur mit einem einzigen Knopfdruck absichern – davon träumt so manches Mittelstandsunternehmen. Systemhäuser können ihren Kunden diesen Traum in vielerlei Hinsicht schon jetzt erfüllen und dabei selbst gutes Geld verdienen: mit Managed Services. Dabei überwacht, steuert und verwaltet der Systemhauspartner per Fernzugriff die gesamte IT-Infrastruktur seines Kunden – oder wahlweise eben nur bestimmte IT-Bereiche, wie zum Beispiel Desktop Management, Backup, Disaster Recovery, Patch Management, Softwareverteilung, Netzwerk-Monitoring.

Dienste statt Produkte

Der Systemhauspartner legt mit dem Kunden vertraglich fest, welche Dienste ausgelagert werden sollen und definiert dafür die Reaktions- und Supportzeiten, also die „Service Level Agreements“ (SLAs). Vereinbart wird außerdem, in welchen Abständen der Kunde ein Reporting über die geleisteten Services und SLAs erhält. Diese grafisch aufbereiteten Übersichten zeigen beispielsweise, wie viele Angriffe auf das Firmennetz abgewehrt oder wie viele Netzausfälle verhindert wurden. Zum anderen sichern die Reportings den regelmäßigen Kundenkontakt. In den Managed-Service-Produkten der Hersteller sind diese mandantenfähigen Auswertungs- und Reporting-Tools in der Regel integriert.

Für alle vereinbarten Services zahlt der Kunden monatlich eine Pauschale. Systemhäuser berichten, dass hier durchschnittlich Margen von 20 bis 40 Prozent möglich sind.

Distris helfen beim Hosting

Wer als Reseller die Investition in eine eigene Hosting-Infrastruktur scheut, kann hier oft auf die Value Added Distribution zurückgreifen: Im Security-Bereich zum Beispiel auf ADN, Algol, Computerlinks, DNS, Ebertlang, Ectacom, Entrada, Infinigate, Magirus, PSP, die Westcon-Gruppe und Wick Hill.

Basel-II-konform

Sowohl Basel II als auch die Richtlinien des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erlauben die Auslagerung sicherheitsrelevanter IT-Prozesse. Wer als Systemhauspartner die IT-Infrastruktur-Dienste für den Kunden übernimmt, hat daher nicht mit jenen Fallstricken zu kämpfen, die beim Outsourcing von (Kunden-) Daten relevant werden können.

Managed Security

Im Bereich der Security lassen heute bereits zahlreiche Unternehmen ihre Systeme durch Dienstleister managen (Managed Security Services, MSS), wie die jüngste Umfrage der Experton Group unter insgesamt 150 Unternehmen zeigt. Dabei werden am häufigsten ausgelagert (Mehrfachnennungen möglich):

  • Wartung und Support (54 Prozent der Befragten)
  • Technologische Beratung ohne Implementierung (43 Prozent)
  • Implementierungs- und Integrationsdienstleistungen (39 Prozent)
  • Schwachstellen-Audits wie beispielsweise Penetrations-Tests, Scannen von Netzwerken (38 Prozent).
  • Managed Security Services, wie zum Beispiel Überwachung, Betrieb, Konfiguration von Sicherheits-Systemen wie VPN, IDS oder Firewall, (33 Prozent).
  • Bei kurz- und mittelfristigen Planungen dominieren vor allem IT-Sicherheits-Strategie- und Prozessberatung, Schwachstellen-Audits (10 Prozent) sowie Sicherheits-Trainings (9 Prozent).

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