Devolo hat Schutzschirmverfahren eingeleitet Mit kontrollierter Insolvenz aus der Krise

Von Klaus Länger

Der Aachener Netzwerkhersteller Devolo hat ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Mit diesem speziellen Insolvenzverfahren unter Eigenregie will sich das Unternehmen selbst sanieren und einen Neustart schaffen. Denn die Nachfrage sei da.

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Devolo gehört zu den Pionieren bei Powerline-Geräten. Gerade erst hat das Unternehmen neue Adapter präsentiert, die den schnellsten Powerline-Standard G.hn mit Wi-Fi 6 und Mesh-Technologie kombinieren.
Devolo gehört zu den Pionieren bei Powerline-Geräten. Gerade erst hat das Unternehmen neue Adapter präsentiert, die den schnellsten Powerline-Standard G.hn mit Wi-Fi 6 und Mesh-Technologie kombinieren.
(Bild: Devolo)

Die anhaltende Coronakrise und der weltweite Chipmangel haben den Aachener Powerline-Spezialisten ins Straucheln gebracht. Laut dem Unternehmen führten pandemiebedingte Schließungen im Handel und ein verändertes Kaufverhalten der potenziellen Kunden zu einem Nachfragerückgang seit dem zweiten Quartal 2021. Gleichzeitig konnte Devolo in diesem Jahr Umsätze im Projektgeschäft nicht realisieren, da Zulieferprodukte wegen fehlender Bauteile nicht lieferbar waren. Um hier gegenzusteuern, orderte das Unternehmen in großem Umfang Waren bei den Zulieferern in Fernost, die zu einem sehr hohen Lagerbestand und damit einem Liquiditätsengpass führten. Mit der Einleitung eines Schutzschirmverfahrens will Devolo nun einen Restrukturierungsprozess einleiten, der das Unternehmen wieder auf eine gesunde Basis stellen soll. Bei diesem besonderen Insolvenzverfahren geht es darum, eine Firma in Eigenverwaltung zu sanieren. Es kann nur eingeleitet werden, wenn ein Unternehmen selbst frühzeitig aktiv wird und eine Sanierungsoption besteht. Ein Sachwalter überwacht dabei die Neuaufstellung im Interesse der Gläubiger. Der Geschäftsbetrieb läuft dabei unverändert weiter und auch die Gehälter der Mitarbeiter werden gezahlt.

Positive Geschäftsaussichten

Heiko Harbers, Vorstand von Devolo.
Heiko Harbers, Vorstand von Devolo.
(Bild: Devolo)

In den kommenden Monaten soll nun die Firmenleitung von Devolo in Kooperation mit Stakeholdern und Beratern einen Restrukturierungsplan erarbeiten, der das Unternehmen aus der Krise führt. Bei Devolo geht man davon aus, dass die Sanierung binnen weniger Monate erfolgreich abgeschlossen ist. Den Optimismus begründet Heiko Harbers, Vorstand von Devolo, mit den positiven Geschäftsaussichten, die er für die Firma sieht. „Unser Kerngeschäft sowie das operative Business sind gesund. Zudem sind die Marktaussichten positiv“, betont Harbers. „Denn wir alle führen Videotelefonate im Homeoffice, wir streamen Serien in HD, spielen online. Highspeed-Internet in jedem Winkel des Hauses ist dafür unverzichtbar und Heimvernetzung daher weiter ein Wachstumsmarkt. Als Marktführer im Bereich Powerline-Technologie, WLAN-Experte und wichtiger Partner internationaler Netzbetreiber werden wir von diesem Wachstum auch in Zukunft profitieren.“

Erst Ende 2021 führte Devolo Powerline-Adapter ein, die den derzeit schnellsten G.hn-Standard mit WiFi 6 kombinieren. Ein neues Geschäftsfeld ist zudem die Giga Bridge für die unkomplizierte Nutzung von Glasfaseranschlüssen ohne neue Netzwerkkabel im Haus. Weitere neue Lösungen für die Heimvernetzung sollen im Laufe des Jahres auf den Markt kommen.

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