Generationswechsel Mit den blauen Lasern kommen die Margen zurück

Redakteur: Christian Träger

Abgesehen von einigen Rechnern im Business-Bereich gehören DVD-Brenner in all ihren Varianten zur Basisausstattung bei neu gekauften Desktop-PCs und Notebooks. Die hohen Verkaufszahlen bei den Laufwerken gehen vor allem auf das Konto der zahlreichen Aufrüster.

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( Archiv: Vogel Business Media )

So kopieren Sie jede Audio-CD! Damit brennen Sie jede Video-DVD! Mit diesen Schlagzeilen buhlten die Computer-Magazine lange Zeit um Leser, als vor ein paar Jahren CD- und später DVD-Brenner für private Nutzer langsam erschwinglich wurden. Damals entdeckten die Anwender, was sich mit den Geräten alles anstellen lässt. Inzwischen gehören DVD-Brenner zur Grundausstattung der Desktop-PCs und Notebooks. Selbst im Business-Bereich, in dem die Chefs sehr sensibel auf Kopien geschäftlicher Daten reagieren, finden sich immer häufiger Combo-Laufwerke (DVDs lesen und CDs schreiben) sowie DVD-Brenner.

Sicherheit geht vor

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Schon früher waren private Kopien von CDs und DVDs nahe an der rechtlichen Grauzone angesiedelt. Seit das aktuelle Urheberrecht verbietet, für das eigene Duplikat, zum Beispiel von ausgeliehenen Medien, einen wirksamen Kopierschutz zu umgehen, stellt sich die Frage, wofür die große Zahl an verkauften Rohlingen tatsächlich benötigt wird. So wurden in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres insgesamt knapp eine halbe Million beschreibbare Medien in Deutschland verkauft. Dabei ist zu beobachten, dass die Zahl der CD-Rs gegenüber dem Vorjahr um mehr als 24 Prozent gesunken ist, während die Nachfrage nach DVD-Rohlingen beständig steigt.

Eine Antwort gibt die wachsende Zahl an privaten Daten, die ihre Ursache zum Beispiel in der zunehmenden Verbreitung von Digitalkameras hat. Daraus resultieren jede Menge Schnappschüsse, die zwar keine Kosten für die Entwicklung verursachen, dafür jedoch immer mehr Platz auf den Festplatte der Computer belegen. Um die Daten vor Verlust zu sichern, werden Medien benötigt, die möglichst viel Speicherplatz bieten. Bei DVDs sind es derzeit bis zu 8,5 Gigabyte, die auf Rohlingen mit zwei Schichten Platz finden. Die Haltbarkeit der Medien ist dabei für private Anwender und selbst für kleine Unternehmen im Normalfall ausreichend.

Umsatz gesucht

Mit der Hardware selbst ist heute kaum noch Geld zu verdienen, gibt es doch DVD-Brenner im Online-Handel inzwischen bereits für weniger als 35 Euro zu kaufen. Obwohl auch die Preise für CD- und DVD-Medien in der Vergangenheit extrem gesunken sind, bietet dieser Bereich dennoch Umsatzmöglichkeiten. Hier sind es vor allem Spezialmedien, die das Interesse der Kunden wecken können. Hierzu zählen zum Beispiel die Lightscribe-Rohlinge, die mit dem Laser des Brenners gebrannt und zusätzlich beschriftet werden können. Zudem gibt es Medien, die sich mit Tintenstrahl-Druckern beschriften lassen.

Ebenfalls sehr interessant dürfte die nächste Generation an Laufwerken und Brennern mit blauem Laser werden, die derzeit in den Start-löchern stehen. Analog zur Entwicklung bei CD- und DVD-Brennern gibt es derzeit die ersten Brenner, die aber mit Preisen von über 800 Euro noch weit vom Massenmarkt entfernt sind. Hier sind derzeit vor allem die Stand-alone-Player interessant. Wie bei den DVDs kämpfen bei den Geräten mit blauen Lasern zwei Standards um die Gunst der Konsumenten: Blu-ray und HD DVD. Die Filmindustrie empfängt die neue Generation an Medien mit offenen Armen. Denn diese bieten im Vergleich zu DVDs deutlich mehr Speicherplatz für hochauflösendes Filmmaterial und einen wirkungsvolleren Kopierschutz.

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