Tragbare Computer gibt es seit 30 Jahren Mit dem fast 11 Kilo schweren „Osborne 1“ wurde der PC mobil

Redakteur: Ulrike Ostler

Er wog 10,7 Kilogramm, hatte einen winzigen 5-Zoll-Röhrenbildschirm, kostete 1795 Dollar – und war ein Riesenerfolg: Im April 1981 wurde der erste tragbare Computer für den Massenmarkt vorgestellt, der „Osborne 1“. Er ließ sich mitnehmen wie ein Koffer und ähnelte eher einer tragbaren Nähmaschine als einem PC.

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Osborne 1 Portable Personal Computer (1981), Bild: Tomislav Medak from Flickr / Editing: Bill Bertram/ Wikipedia)
Osborne 1 Portable Personal Computer (1981), Bild: Tomislav Medak from Flickr / Editing: Bill Bertram/ Wikipedia)
( Archiv: Vogel Business Media )

Heute werden in Deutschland nach Schätzungen des Branchenverbands Bitkom pro Jahr 11 Millionen tragbare PCs verkauft. Laut Marktforschungsinstitut Display Search wurden im vierten Quartal 2010 weltweit fast 60 Millionen Geräte abgesetzt.

Während sich Leistung und Ausstattung vervielfacht haben, sind Gewicht und Preis stark gesunken. Nach Prognosen des Verbands werden 2011 in Deutschland 14,8 Millionen Computer verkauft. Fast drei Viertel (72 Prozent) entfallen auf tragbare Geräte wie Notebooks, Netbooks oder Tablet-PCs.

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Nach Einschätzung aller Analysten führt die Verbreitung mobiler Clients zu den größten Herausforderungen, die die IT in den kommenden Jahren zu bewältigen hat. Nach Überlegungen der Gartner-Experten werden bereits in zwei Jahren 80 Prozent aller Unternehmen einen Teil ihrer Belegschaft mit Tablets ausstatten, in vier Jahren unterstützen 90 Prozent aller Unternehmen ihre Angestellten auf so genannten „personal devices“ – mobile Clients, die auch für den privaten Einsatz gedacht sind, oder eigene Endgeräte, die auch für Unternehmensanwendungen benutzt werden. Darüber hinaus werden die Unternehmen mit Online-Verkauf die Hälfte ihres Geschäfts über mobile Anwendungen und Sozial-(Medien)-Kontakte generieren.

Osborne veränderte die Wirtschaft

Mit dem Koffer-Rechner Osborne begann vor 30 Jahren die Entwicklung des Marktes für mobile Computer. Diese Geräte stehen heute für fast zwei Drittel des weltweiten PC-Umsatzes. „Der mobile PC hat den Computermarkt grundlegend verändert. Die rasante Entwicklung der Geräte veranschaulicht sehr deutlich die Innovationskraft der Computerbranche“, sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.

Die Erfolgsgeschichte des ersten mobilen PCs war rasant, währte indes nur kurz. Als sich der amerikanische Buchautor Adam Osborne im März 1980 mit dem Computer-Designer Lee Felsenstein traf, wollte er den Computermarkt revolutionieren: Der PC sollte tragbar und bezahlbar werden, Felsenstein sollte ihn gestalten.

Osborne gründete noch im gleichen Jahr die Osborne Computer Corporation. Ein gutes Jahr später war er schon am Ziel: Im April 1981 kam der „Osborne1“ auf den Markt.

In die Röhre gucken

Vor allem Geschäftsleute hatte man sich als Zielgruppe ausgesucht. In der Werbung hieß es: „Unser Computer passt unter jeden Flugzeugsitz.“ Als Speichermedium dienten zwei Diskettenlaufwerke. Eine Festplatte mit ausreichend Platz wäre zu der Zeit viel zu schwer, teuer und empfindlich gewesen. Zwischen den Laufwerken war ein kleiner Röhrenbildschirm untergebracht.

Trotz seiner Größe und seines Gewichts gilt der Rechner heute als der erste kommerziell erfolgreiche, tragbare Computer. Zwar gab es bereits vorher tragbare PCs, sie wogen jedoch bis zu 25 Kilo und waren sehr viel teurer.

Osborne verkaufte im ersten Monat 11.000 Stück, schon im September stieg der Umsatz der jungen Firma auf mehr als eine Million Dollar. Im Preis war ein Software-Paket enthalten, das allein fast so viel gekostet hätte wie der Rechner.

Der Osborne-Effekt

So schnell die Firma aufstieg, so schnell war ihr Niedergang besiegelt. Im September 1983 ging das Unternehmen bankrott. Ein Hauptgrund: Adam Osborne soll damals die Nachfolgemodelle öffentlich angepriesen haben, obwohl sie noch längst nicht erhältlich waren.

Potenzielle Kunden warteten ab, die Osborne-1-Lager blieben voll und die Preise für den Koffer-Computer verfielen. Der Effekt ist in der Branche bis heute als der „Osborne-Effekt“ bekannt.

Osborne brachte die beiden Nachfolgemodelle zwar noch auf den Markt, doch ohne an den Erfolg des Vorgängermodells anknüpfen zu können. 1985 war für die Firma endgültig Schluss.

Osborne starb nach mehreren Schlaganfällen am 18. März 2003 in Indien, wo er während der letzten Jahre seines Lebens als Venture-Capitalist tätig war.

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