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So macht sich die IT-Organisation fit für die Zukunft Mit automatisierten IT-Service-Prozessen die Transformation zur IT-Fabrik einleiten

Autor / Redakteur: Autor: Ulrich Pöhler / Sarah Gandorfer

Bei der IT-Fabrik werden IT-Prozesse im Rechenzentrum sowie in der IT-Organisation optimiert. Was ein Dienstleister dabei beachten muss und wie der Erfolg einer solchen Maßnahme messbar wird, beschreibt Ulrich Pöhler von Materna in seinem Beitrag.

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Materna präsentierte auf der CeBIT 2014 Lösungsbausteine für die Realisierung einer IT-Fabrik.
Materna präsentierte auf der CeBIT 2014 Lösungsbausteine für die Realisierung einer IT-Fabrik.
(Bild: Materna)

Die IT-Organisation von heute muss ihre Leistungserbringung immer stärker automatisieren. Nur so kann sie die hohen Qualitätsansprüche der Kunden erfüllen und die zunehmende Komplexität der IT-Landschaft bei gleichzeitigem Kostendruck beherrschen. Das Ziel sollte sein, die meist manuell erbrachten IT-Dienste zu automatisieren, sodass diese ähnlich wie am Fließband einer Fabrik in wiederholbarer Qualität und in kürzerer Zeit erbracht werden können. Die Voraussetzungen hierfür sind die Standardisierung und Modularisierung von IT-Leistungen. Kunden oder interne Fachbereiche erhalten damit fest definierte Leistungen zu klaren Konditionen, die zudem mit transparenten Kennzahlen hinterlegt sind. Am Ende der Entwicklung steht eine umfassende und IT-Silos übergreifende Prozessautomatisierung: die IT-Fabrik.

Auf dem Weg dorthin müssen IT-Organisationen zunächst einige Voraussetzungen schaffen. So ist die bestehende Leistungserbringung der IT-Abteilung transparent über die gesamte Prozesskette eines Services hinweg zu definieren und idealerweise an dem Regelwerk ITIL (IT Infrastructure Library) auszurichten.

So kann der IT-Verantwortliche präzise evaluieren, ob sich die Leistungserbringung über das Outsourcing oder einen externen Cloud-Service wirtschaftlich rechnet. Externe Cloud-Services bringen so das Prinzip des Lean Managements in die IT-Abteilung. Benötigte Ressourcen werden von Unternehmen nicht mehr im Rechenzentrum auf Vorrat vorgehalten, sondern bei Bedarf und in der jeweils benötigten Menge über das Internet abgerufen.

ITIL macht die notwendigen Vorgaben

Die Prozessstandardisierung erfolgt durch die Ausrichtung von Arbeitsabläufen an etablierten Methoden. Im ITIL-Regelwerk sind Prozesse rund um die IT-Leistungserbringung klar beschrieben. Für die automatisierte Bereitstellung von IT-Services gibt es leistungsfähige Software-Lösungen, wie die bekannten Werkzeuge für das IT-Service-Management großer IT-Anbieter. Mit der Service-Orchestrierung wird schließlich eine Brücke zwischen bestehenden IT-Silos geschlagen. So gelingt es, eine Prozessautomatisierung über die technischen Silos hinweg zu erreichen.

Weiterhin wird ein übergreifendes Konzept benötigt, um die Veränderungen (Changes) der Leistungserbringung zu steuern und zu kontrollieren. Im Tagesgeschäft einer IT-Abteilung stehen laufende Änderungen an der IT im Mittelpunkt. Dies kann im einfachsten Fall das Aufspielen einer neuen Applikation auf dem PC sein oder ein Großprojekt wie die Einführung einer unternehmensweiten SAP-Anwendung. Die IT ist gefordert, diese Anforderungen schnell und zu klar definierten Kosten umzusetzen. Gleichzeitig muss sie detailliert wissen, welche Auswirkungen dies auf die übrige Infrastruktur, den laufenden IT-Betrieb und das IT-Budget hat. Die hierfür notwendige Vorgehensweise liefert das Konzept des Service Lifecycle Managements. Unternehmen erhalten hiermit vollständig dokumentierte Prozessketten, die einem Lebenszyklus folgen und damit zu dauerhaft effizienten und automatisierten Abläufen in der IT-Organisation führen.

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