Zwischen Homeoffice und Büroschreibtisch Mission Modern Workplace

Von Ann-Marie Struck

Die Zukunft der Arbeitswelt ist hybrid. Dem „Recruit, Retain and Grow“-Report von Poly zufolge ist die Möglichkeit zur Hybridarbeit zu einem wichtigen Instrument der Mitarbeiterbindung geworden. Das hat auch Einfluss auf das Aussehen der Büros.

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Orte fürs Netzworking und die Zusammenarbeit, das brauchen Unternehmen künftig.
Orte fürs Netzworking und die Zusammenarbeit, das brauchen Unternehmen künftig.
(Bild: liderina-stock.adobe.com)

Ein Bällebad oder Baumhaus auf dem Firmencampus, die großen Tech-Konzerne haben es vor Jahren schon vorgemacht: moderne Arbeitsplatzkonzepte mit entsprechender Raumaustattung. Nun ziehen Unternehmen weltweit nach, wie der „Recruit, Retain and Grow“-Bericht von Poly zeigt. Dafür wurden 2.500 Entscheidungsträgern weltweit zur Zukunft des Arbeitsplatzes befragt. Darunter waren 204 Führungskräfte aus Deutschland.

Das Credo der Studie ist eindeutig: Moderne Arbeitsweisen spielt eine große Rolle dabei, Mitarbeiter zu finden und zu binden. 65 Prozent der Befragten glauben, Mitarbeiter zu verlieren und keine zu gewinnen, wenn sie hybride Arbeitsstrukturen nicht unterstützen.

Personalflutkation durch Corona

Diese Angst kommt nicht von ungefähr: Laut Report haben 58 Prozent der Unternehmen während der Pandemie Personal verloren. 16 Prozent der ausgeschiedenen Mitarbeiter geben als Kündigungsgrund die fehlende Möglichkeit zur Hybridarbeit sowie mangelnde Flexibilität an. Gleichzeitig bemängeln 14 Prozent den Pandemie-bedingten Umstieg auf Fernarbeit.

Für 12 Prozent war der Druck im Job sowie Arbeitsbelastung zu hoch. Weitere 9 Prozent waren Unzufrieden mit der Handhabung der Pandemie und verließen deshalb das Unternehmen. Als Hauptgrund für eine Jobwechsel nennt knapp jeder Fünfte, „etwas Besseres gefunden zu haben“.

Homeoffice ist eine Eintagsfliege

Um Mitarbeiter länger zu halten oder Fachkräfte zu rekrutieren, planen 81 Prozent der Unternehmen künftig, ein gewisses Maß an Flexibilität zu ermöglichen. Jedoch sind die Unternehmen darauf nur bedingt vorbereitet. Weniger als die Hälfte (48 %) geben an, dass sie vollständig auf hybride Arbeit vorbereitet sind, 37 Prozent sind nur kurzfristig darauf vorbereitet.

Nichtsdestotrotz halten 52 Prozent der befragten Unternehmen, hybride Arbeitsformen für eine Eintagsfliegen und sind sich sicher, dass sie sich nicht auf Dauer durchsetzen werden. Vielmehr freuen sich sich darauf, dass alle wieder im Büro arbeiten.

Doch komplett zurück ins Büro bitten nur 19 Prozent der Befragten ihre Mitarbeiter. Vielmehr herrscht derzeit noch ein Teil-Homeoffice. Im Durchschnitt sollen die Mitarbeiter an drei Tagen in der Woche ins Büro kommen.

Produktivität und Überarbeitung steigen im Homeoffice

Trotz der Skepsis an hybriden Arbeitskonzepten verzeichnen 73 Prozent der Unternehmen einen Produktivitätsanstieg, wenn die Mitarbeiter hybrid arbeiten. Der prozentuale Produktivitätsanstieg weltweit wird auf etwa 27 Prozent geschätzt. Gleichzeitig ist die Belastung im Homeoffice für Angestellte oft größer. 49 Prozent der Befragten sind der Meinung, es gäbe eine „Kultur der Überarbeitung“, der sie Einhalt gebieten müssen. So fühlen sich 67 Prozent in der Pflicht, ihre Mitarbeiter vor zu viel Arbeit zu schützen.

Und die Ersten ergreifen bereits Maßnahmen: 51 Prozent geben an, etwas zu tun, dass Mitarbeiter nicht mehr das Gefühl haben, ständig erreichbar sein müssen. Weitere 38 Prozent halten ihre Mitarbeiter dazu an, außerhalb der Arbeitszeit nicht auf Arbeits-E-Mails zu schauen und regelmäßig Pausen einzulegen. 13 Prozent setzen dafür Zeiterfassungs-Tools ein oder legen die Arbeitszeiten fest.

Das Büro wird umgestaltet

Wenn mehr Mitarbeiter regelmäßig von zuhause aus arbeiten, muss die Ausstattung auch entsprechen passen, von Technologie bis hin zu Räumen. Demnach planen 77 Prozent, das Büro umzugestalten. Im Fokus stehen gemäß des Reports mehr Räume für die Zusammenarbeit, Ruhezonen und Bereiche für soziale Kontakte.

Des Weiteren wollen Unternehmen in technische Ausstattung investieren. Auf Platz eins liegt mit 92 Prozent Software für die Zusammenarbeit sowie Cloud-Anwendungen, gefolgt von Headsets mit 89 Prozent. Und 86 Prozent planen, Kameras zu kaufen.

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