Steve Ballmer gibt den Startschuss für Cloud Computing à la Redmond in Deutschland Microsoft vertreibt ab sofort die SaaS-Suite

Redakteur: Sarah Gandorfer

Auf dem »Microsoft Software Strategy Summit« in Köln stellte der Konzern sein erweitertes Mittelstandsprogramm vor. Von nun an baut der Software-Riese das Volumengeschäft mit Software-as-a-Service (SaaS) aus. Somit werden sich Endkunden wohl vermehrt direkt an den Hersteller wenden. Der beteuert, man wolle auch die Partner profitieren lassen.

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Wolfgang Brehm, Direktor Partnerprogramm & Strategy bei Microsoft Deutschland
Wolfgang Brehm, Direktor Partnerprogramm & Strategy bei Microsoft Deutschland
( Archiv: Vogel Business Media )

Zum ersten Mal lud Microsoft seine unabhängigen Software-Hersteller und Systemintegratoren auf den Strategy Summit nach Köln. Rund 800 Partner folgten dem Ruf, viele von ihnen neugierig auf den obersten Konzern-Chef Steve Ballmer, der als Keynote-Speaker auftrat. Wer allerdings hoffte, Ballmers legendären »Monkeydance« zu sehen, wurde enttäuscht. Auch zu den weiteren Entwicklungsschritten von Windows 7 gab es keine Informationen. Die wurden erst drei Tage Später nachgereicht – mit äußerst interessanten Informationen in Bezug auf die Kompatibilität zu Windows XP.

Fokusthemen der Veranstaltung in Köln waren Cloud Computing, die Service-Plattform Azure, der Office-Sharepoint-Server-2007 sowie der SQL-Server-2008.

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Die Cloud im Vertrieb

Eine der vermutlich wichtigsten Neuigkeiten für die Reseller dürfte sein, dass Microsoft sein schon länger angekündigtes Angebot an webbasierten Lösungen jetzt puschen will. Bisher beschränkte sich dieses hauptsächlich auf eMail und Kundenverwaltung. Mittlerweile sind 200 Händler sind zertifiziert, um die sogenannte »Business Productivity Online Suite« (BPOS) zu vertreiben, die ein deutlich breiteres Anwendungsspektrum abdeckt. Weitere 2.000 Reseller absolvieren gerade die nötigen Prüfungen, um sich zu zertifizieren.

In der BPOS werden die Produkte Exchange, Sharepoint und Office Live Meeting zusammengefasst. Diese sind zwar bereits seit längerem in einer englischen Version auf dem Markt, ab sofort können Reseller aber auch in der deutschen Variante an den Mann bringen. Statt die Lizenzen zu kaufen und zudem die Kosten für einen Server im eigenen Unternehmen zu tragen, ist es möglich, ab monatlichen 2,56 Euro pro Anwender (ohne Mehrwertsteuer) auf die Lösungen zuzugegreifen. Das macht das Angebot gerade für kleine Unternehmen interessant.

Partner können vom Direktvertrieb profitieren

Ein Manko für die Wiederverkäufer ist dabei allerdings, dass Microsoft die Cloud-Produkte auch im Direktvertrieb anbietet. Gibt der Endkunde im Web jedoch einen Partner an, kassiert dieser im ersten Jahr 18 Prozent Provision, in jedem Folgejahr weitere sechs Prozent. Auf die Frage, ob damit das Geschäft nicht am Handel vorbeigeführt wird, antwortet Wolfgang Brehm, Direktor Partnerprogramm & Strategy bei Microsoft Deutschland: » Es heißt Software und Service. Wir stellen die Software bereit, die Partner den Service. Ein eMail-Account lässt sich beispielsweise nicht einfach mit drei Klicks anlegen oder verwalten. Auch Sharepoint kommt als Standard-Variante. Wenn hier Änderungen gewünscht sind, konfiguriert das der Partner.«

Die in Europa anfallenden Daten werden in einem Rechenzentrum in Dublin gespeichert. Ein weiteres Rechenzentrum in Amsterdam wird demnächst eröffnet. Die monatliche Rechnungsstellung an den Kunden erfolgt über Microsoft. Dieses Vorgehen soll den Resellern Arbeit ersparen, gerade wenn es sich um nur kleine Beträge handelt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zu den weiteren Mittelstandsangeboten sowie über die Meinung der Partner zur neue Strategie.

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