Cloud Partner Program Microsoft trimmt Partnerprogramm auf die Cloud

Von Dr. Stefan Riedl

Zum Oktober 2022 wird Microsoft den Namen des Partnerprogramms von ­„Microsoft Partner Network“ zu „Microsoft Cloud Partner Program“ ändern. Neben der Namens­anpassung wird an einigen Stellschrauben gedreht, die das Partner-Tagesgeschäft betreffen.

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Das „Microsoft Partner Network“ wird zu „Microsoft Cloud Partner Program“.
Das „Microsoft Partner Network“ wird zu „Microsoft Cloud Partner Program“.
(Bild: Vector Tradition - stock.adobe.com)

Vor Oktober dieses Jahres wird es keine Veränderungen für Microsoft-Partner geben, abgesehen vom Zugriff auf ein neues Dashboard über das die eigenen Fortschritte auf dem Weg zum Lösungspartner verfolgt werden können. Doch der Reihe nach: Edith Wittmann, Leiterin der Global Partner Solutions Organisation (GPS) bei ­Microsoft Deutschland, erläutert in einem Blogpost, dass der Name des Partnerprogramms von „Microsoft Partner Network“ zu „Microsoft Cloud Partner Program“ geändert wird. Die Umbenennung spiegele die andauernde und aufwendige Migration von Geschäftsabläufen in die Cloud wider.

Schulungen und Rendite

Neben diesem Rebranding stehen auch inhaltliche Änderungen an. Wie der neue Name schon nahe legt, rückt die Cloud künftig in den Mittelpunkt. Unter anderem soll das Budget für technische Schulungen rund um Azure, Security, Compliance, Identity und Management von Business-Lösungen „jährlich um bis zu 250 Prozent“ erhöht werden. Zudem sollen die kommerziellen Marktplätze und Vertriebsmöglichkeiten im Partner Center mehr Rendite abwerfen. Ein erster Schritt in diese Richtung erfolgte schon vor ein paar Monaten, als die Transaktionsgebühr für App-­Verkäufe von 20 auf drei Prozent gesenkt wurde.

Kompetenzen und Qualifizierung

Kompetenzen in sechs Segmenten werden eine zentrale Rolle spielen:

  • Daten & KI
  • Infrastruktur
  • Digitale und App-Innovation
  • Business-Anwendungen
  • Modernes Arbeiten
  • IT-Sicherheit

Zwei Qualifizierungsstufen sollen künftig bei der Klassifizierung der Partner tonangebend sein: „Lösungspartner“ (Solution Partner) müssen eine Reihe an Anforderungen erfüllen, um sich so nennen zu dürfen. Ein „Partner Capability Score“ für jeden Lösungsbereich wird als Ausdruck des Kompetenzgrades dienen. Um den Titel „Lösungspartner“ zu erhalten, müssen Partner in „vier Messbereichen mindestens 70 Punkte (von 100 möglichen) erreichen“. Es wurde ein Dashboard im Partner Center eingerichtet über das Status und Fortschritte beim Bestreben, Lösungspartner zu werden, verfolgt werden können. Spezialisierungen und Expertenprogramme (Specialist/Expert) bilden den organisatorischen Rahmen für erweiterte Kompetenzen und die zweite Qualifizierungsstufe.

Übergangslösungen

Für den Übergang gilt, dass Partner Vorteile, die sie derzeit nutzen, verlängern können, aber neue aufgelegte Partnerangebote und -aktionen bereits nutzen können. Partner werden weiterhin Lizenzen für interne Nutzungsrechte (IURs) erhalten, ­einschließlich lokaler Lizenzen, Cloud-Service-Abonnements und Azure-Gutschriften. Nur das Wording ändert sich: „IURs“ heißen ab sofort „Produktvorteile“. Im Programmjahr 2023, das von Oktober 2022 bis September 2023 läuft, wird sich die Incentive-Berechtigung der Partner nicht ändern.

Unmut im Hintergrund

Zuletzt wurde im Channel die Kritik an Microsoft lauter. Man wolle das „Direktgeschäft forcieren“ und „Azure pushen“, so zwei der Vorwürfe, die Partner gegen den amerikanischen Hyperscaler erhoben. Unter anderem speisten Preiserhöhungen für SPLA-Partner den Unmut, zumal „die Preissteigerungen der letzten Jahre hauptsächlich Produkte, die in direkter Konkurrenz zu Azure und Office 365 stehen“ betrafen, fasste ein enttäuschter Partner seinen Frust zusammen. Microsoft hielt am Plan fest, „das Partner-Ökosystem zu wandeln“. Ob die nun angekündigten Anpassungen enttäuschte Partner versöhnlich stimmen können, wird die Zukunft zeigen.

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