Parade der Verwandlungskünstler Microsoft: Surface Book, Surface Pro 4 und neue Lumias

Redakteur: Klaus Länger

Der Höhepunkt in der Präsentation der neuen Microsoft-Geräte für Windows 10 war sicher das 13,5-Zoll-Convertible Surface Book. Aber auch mit dem Surface Pro 4 und den Lumia-Smartphones 950 und 950 XL hat Microsoft wandlungsfähige High-End-Hardware gezeigt.

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Das Surface Book von Microsoft ist ein leistungsstarkes 13-Zoll-Notebook, das sich auch in ein Tablet verwandeln kann. Das Display liefert eine Auflösung von 3.000 x 2.000 Pixel.
Das Surface Book von Microsoft ist ein leistungsstarkes 13-Zoll-Notebook, das sich auch in ein Tablet verwandeln kann. Das Display liefert eine Auflösung von 3.000 x 2.000 Pixel.
(Bild: Microsoft)

Panos Panay, Hardware-Chef bei Microsoft, hat es bei seiner Präsentation der neuen Microsoft-Geräte in New York an Superlativen nicht fehlen lassen. Aber Microsoft hat tatsächlich eine beeindruckende Palette neuer Geräte enthüllt, die sich auch alle in irgendeiner Form verwandeln können.

Surface Book

Die große Sensation des Abends war das Surface Book, laut Panay das schnellste 13-Zoll-Notebook, das jemals gebaut wurde. Das Gerät ist mit einem Intel Core-i5- oder i7-Prozessor der sechsten Generation ausgestattet, dem bei den gehobenen Ausstattungsvarianten noch eine nicht näher spezifizierte Nvidia-GPU zur Seite steht. Das 13,5-Zoll-Display mit einer Auflösung von 3.000 x 2.000 Bildpunkten unterstützt Touch und den neuen Microsoft-Stift mit 1.024 Druckstufen. Der Clou ist, dass auch das Surface Book ein Tablet ist: CPU, Mainboard, SSD und auf jeden Fall ein Akku bilden mit dem Display eine Einheit, die von der Basis-Station mit Keyboard, zwei USB-3.0-Schnittstellen und auch der GPU getrennt werden kann. Im Tablet stecken auch noch eine rückseitige 8-MP-Kamera und ein 5-MP-Frontkamera mit Windows-Hello-Unterstützung.

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Der Tablet-Teil wiegt laut Microsoft 726 Gramm, dürfte also keinen großen Akku enthalten. Als Notebook bringt das Surface Book etwas über 1.500 Gramm auf die Waage, also dürfte unter dem Keyboard mit Hintergrundbeleuchtung noch ein weiterer Stromspeicher stecken. Für die Akkulaufzeit gibt Microsoft 12 Stunden beim Video-Playback an. Das Gehäuse besteht wie beim Surface Pro aus einer Magnesiumlegierung, das Scharnier mit der von außen nicht sichtbaren Befestigung für das Tablet erinnert optisch an eine Raupe. Das Tablet kann auch um 180 Grad gedreht mit der Basis-Station verbunden werden. So steht die Nvidia-GPU im Keyboard-Dock auch im Tablet-Modus zur Verfügung.

Deutsche Preise gibt es für das Surface Book noch nicht. Billig wird es aber nicht werden. Denn schon die Core-i5-Einstiegsversion ohne Nvidia-Grafik kostet mit acht GB RAM und 128-GB-SSD 1.500 US-Dollar. Das derzeitige Spitzenmodell mit 16 GB RAM, 512-GB-SSD und Geforce kommt auf fast 2.700 US-Dollar. Später soll das Surface Book auch noch mit einer SSD verfügbar sein, die ein TB Kapazität bietet.

Surface Pro 4

Beim zweiten neuen Surface-Modell, dem Pro 4, gibt es diese Ausstattungsvariante bereits. Microsoft hat das Surface Pro 4 auch auf eine neue Hardware-Basis mit Skylake-Prozessoren gestellt. Das 999-Euro-Einstiegsmodell ist mit einem Intel Core m3 ausgestattet, daneben gibt es noch Modelle mit Core i5 oder i7. Der Arbeitsspeicher kann bis zu 16 GB umfassen. Microsoft verspricht eine um 30 Prozent höhere Leistung im Vergleich zum Surface 3 Pro.

Das Display des neuen Surface Pro liefert eine Auflösung von 2.736 x 1.824 Bildpunkten, allerdings auf einem Screen mit 12,3 Zoll Bilddiagonale. Der Touchscreen mit N-Trig-Digitizer ist ebenso wie der des Surface Book durch ein nur 0,4 mm dünnes Gorilla-Glass-4 geschützt. Das soll für eine extrem hohe Präzision bei der Stifterkennung sorgen. Der neue Stift, der auch beim Surface Book verwendet wird, soll mit einer Batterieladung ein komplettes Jahr laufen. Er wird magnetisch am Tablet befestigt, kann mit unterschiedlichen Spitzen bestückt werden und ist in verschiedenen Farben erhältlich.

Für das optionale Keyboard verwendet Microsoft nun beleuchtete Chiclet-Tasten mit größerem Hub und ein Touchpad mit Glas-Oberfläche.

Was die neuen Highend-Smartphones können, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Neue Lumia-Modelle

Neben den beiden Surface-Geräten hat Microsoft noch drei neue Lumia-Smartphones vorgestellt: Das 5,7-Zoll-Phablet Lumia 950XL und das 5,2-Zoll-Smartphone Lumia 950 sind die neuen Spitzenmodelle, dazu kommt noch mit dem Lumia 550 ein preiswertes LTE-Einstiegsmodell mit 5-Zoll-HD-Display, das Microsoft eher nebenbei vorgestellt hat.

Die Hardware-Ausstattung von Lumia 950 XL und Lumia 950 liegt auf einem Niveau mit anderen Oberklasse-Geräten. Beim 950 XL kommt ein Qualcomm Snapdragon mit acht Kernen zum Einsatz, beim 950 ein Hexacore-Prozessor. Die Prozessoren sind laut Microsoft flüssigkeitsgekühlt, bei der Präsentation war eine Heatpipe zu sehen.

Der Arbeitsspeicher ist bei beiden Modellen 3 GB groß, der per SD-Card erweiterbare Flash-Speicher 32 GB. Das AMOLED-Display, beim 950XL mit 5,7 Zoll und beim 950 mit 5,2 Zoll Diagonale, liefert die QHD-Auflösung (2.560 × 1440 Pixel) und unterstützt die Glance-Funktion. Der USB-Typ-C-Port unterstützt fünf GBit/s und eine Schnellladefunktion. Laut Microsoft kann das Smartphone in 30 Minuten auf 50 Prozent geladen werden. Adaptive Antennen im den beiden Lumias sollen für optimalen Empfang sorgen.

Als Kamera wird in beiden 950er-Modellen ein Pureview-Modell mit Zeiss-Optik und 20-MP-Sensor verwendet. Die Kamera verfügt über einen optischen Bildstabilisator und einen Triple-LED-Blitz, der für natürliche Farben sorgen soll. Beide Geräte sind zudem mit einem durch den Anwender auswechselbaren Akku ausgestattet.

Im Fokus der Smartphone-Präsentation stand die Continuum-Funktion der 950er-Smartphones. Die Geräte können über ein USB-Typ-C-Kabel mit einem kleinen Dock verbunden werden, das DisplayPort, HDMI und drei USB-2.0-Buchsen bereit stellt. Ein so am Smartphone angeschlossener Monitor zweigt eine Full-HD-Oberfläche an, die der von Windows 10 gleicht und auch genauso bedient wird. Auch Universal-Apps wie Office 2016 erschienen im selben Layout wie beim PC auf dem externen Monitor. Das Smartphone bleibt währenddessen für Telefonate oder Textkommunikation verfügbar.

Neu bei Windows 10 Mobile ist, dass das Smartphone nun auch auf USB-Datenträger zugreifen kann.

Das Lumia 950XL und das 950 kommen Anfang Dezember für 699 beziehungsweise 599 Euro auf den Markt, das 550 soll etwa 150 Euro kosten.

Microsoft Band und Hololense

Als weitere Geräte zeigt Microsoft die neue Version des Fitness-Trackers Band. Das Armband wartet nun mit einem gekrümmten Display und mit einem zusätzlichen Barometer als Sensor auf. Er dient als präziser Höhenmesser um so auch beim Treppensteigen oder Bergwandern den korrekten Kalorienverbrauch errechnen zu können. Nach Deutschland wird das 249-Dollar-Fitness-Armband aber zunächst nicht kommen.

Einen Preis gibt es nun auch für die Augmented-Reality-Brille Hololense, die mit einer beeindruckenden Spiele-Demo gezeigt wurde. Sie wird als Entwickler-Modell ab dem ersten Quartal 2016 für 3.000 US-Dollar angeboten.

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