Ausreichende Standards bei Unified Communications

Microsoft-Lync-Server-2010 als Chance für den IT-Channel

23.09.2010 | Autor / Redakteur: Johann Deutinger, Vorstand der Ferrari Electronic / Sarah Maier

Ferrari-Electronic-Vorstand Johann Deutinger arbeitet er eng mit dem Communications-Server-Team von Microsoft zusammen.
Ferrari-Electronic-Vorstand Johann Deutinger arbeitet er eng mit dem Communications-Server-Team von Microsoft zusammen.

Microsoft sorgt mit dem neuen Lync Server nicht nur dafür, dass Technologien zusammenwachsen, sondern auch Märkte. Die Hochzeit von Telekommunikations- und Informationstechnologie in Form von Lync 2010 ist für den klassischen IT-Channel eine Herausforderung, Chance und vielleicht sogar das Business der Zukunft.

Branchenexperten haben bereits vor Jahren das Zusammenwachsen von IT und TK wenn nicht zum Fakt, so doch zum zentralen Trend der Technologiebranche erklärt. Mit dem Begriff „Unified Communications“ (UC) hat das Szenario vor etwa vier Jahren auch einen treffenden Namen bekommen. Jetzt könnte die Markteinführung von Lync Server 2010 die unternehmensweite Kommunikation tatsächlich auf einen neuen Level heben.

Stolpersteine sind beseitigt

Wer bisher als Anbieter oder Dienstleister ein Unternehmen von den Vorteilen einer rein IP-basierten Telefonie überzeugen wollte, fiel fast immer über einen dieser drei Stolpersteine: Zukunftssicherheit, Standardisierung und Hochverfügbarkeit, wobei vor allem die hundertprozentige Verfügbarkeit das Killer-Argument bei UC war. Bislang haben viele Unternehmen IT und TK voneinander getrennt betrieben, damit Ausfälle des IT-Netzes die Telefonie nicht beeinträchtigen. Und so ist Voice-over-IP zwar seit rund einem Jahrzehnt in aller Munde, aber im Vergleich zur klassischen TK konnte die Technologie bis heute eher in Teilbereichen Erfolge vorweisen, beispielsweise bei der unternehmensinternen Telefonie oder in den Back-end-Strukturen der Provider.

Lync killt Killer-Argument

Der neue Lync Server 2010 sorgt für einfache Wege sowie dafür, zentrale Installationen für Kommunikationsdienste redundant und ausfallsicher zu gestalten. Aber auch verteilte Standorte werden nicht vernachlässigt. Beim wichtigen Punkt der Anbindung und Hochverfügbarkeit von Filialen, hat Ferrari Electronic mit Microsoft eng zusammengearbeitet. Als derzeit einziger europäischer Hersteller bietet Ferrari Electronic eine Survivable Branch Appliance (SBA) an, die dafür sorgt, dass die Telefonie in Filialen auch bei einem Ausfall des Wide Area Network (WAN) verfügbar bleibt. Die „OfficeMaster SBA“ schaltet automatisch auf ISDN um, sobald die IP-Verbindung zur Zentrale ausfällt, so dass alle Telefonie-Funktionen weiterhin benutzt werden können. Zudem unterstützt sie bei Bedarf weitere Kommunikationsdienste, wie Fax und SMS für Microsoft Exchange und andere Plattformen.

Herausforderung für den Channel: Gewachsene Strukturen

Microsoft hat mit Lync nicht nur das Problem der Verfügbarkeit gelöst, sondern auch einen Standard gesetzt und ein eigenes Segment aufgebaut, so dass Hürden wie Standardisierung und Zukunftssicherheit überwunden sind. Doch in der Vertriebspraxis schlummert noch eine Reihe von Unwägbarkeiten, die nach und nach zu lösen wären. Die technische Zusammenführung von TK und IT ändert nämlich noch längst nicht die gewachsenen Kontakte und Zuständigkeiten bei den Kunden.

Für TK-Verantwortliche liegen klassische PBX-Anbieter wie Avaya, Alcatel oder auch der VoIP-Pionier Cisco in einer ganz anderen Schublade als Microsoft. Und nicht wenige von ihnen werden – statt auf die Vorteile des umfassenden Kommunikationsansatzes – auf mögliche Defizite der IT-basierten Voice-Technologie hinweisen. Es könnte also einen Abwehrreflex geben, um das eigene Terrain noch einige Jahre zu verteidigen.

Langfristig werden Kunden aber in zunehmendem Maße erwarten, dass sie die Telefonie vom gleichen Dienstleister erhalten, der auch ihren Exchange-Server und das Active Directory betreut. Für IT-Reseller entsteht hier also ein neues Wettbewerbsumfeld: TK-Dienstleister werden ihr IT-Wissen ausbauen und mit IT-Resellern konkurrieren.

Wer bisher Unternehmensnetzwerke betreut hat, muss sich daher jetzt die notwendige TK-Expertise aneignen, um auch unter den neuen Marktumständen erfolgreich zu agieren und die Chancen zur Ausweitung des Geschäftes zu nutzen. Die Hersteller sind gefordert, sie darin zu schulen. Microsoft geht hier bereits mit gutem Vorbild voran. Lync 2010 wird sich also nicht allein über die Nachfrage durchsetzen, sondern auch über einen Vertrieb, der stark genug agiert.

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