Immer weniger High-Tech-Startups Microsoft-Chef Achim Berg fordert Steuerfreiheit für ITK-Gründer

Redakteur: Katrin Hofmann

Microsoft-Deutschland-Chef Achim Berg ist überzeugt, dass Deutschland den Anschluss an den innovativen Rest der Welt verliert, wenn der Staat nicht schnell bessere Voraussetzungen für ITK-Gründer schafft. Einer seiner Vorschläge: Start-ups eine Zeitlang von Steuern freizusprechen. Die Zahl der High-Tech-Gründungen jedenfalls sinkt einer Studie zufolge seit mehreren Jahren.

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„Es wird seit etwa drei bis vier Jahren viel über bessere Rahmenbedingungen für ITK-Gründer in Deutschland gesprochen. Bislang hat sich jedoch wenig getan“, resümiert Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung Microsoft Deutschland. Zwar habe die deutsche Regierung mittlerweile die Bedeutung von Start-ups im Hochtechnologiebereich erkannt und im Koalitionsvertrag festgeschrieben: Nun gelte es jedoch, konkrete Maßnahmen umzusetzen. Denn sowohl steuerliche, arbeitsrechtliche als auch bürokratische Hürden behindern Bergs Erfahrung zufolge junge Firmen, ebenso wie der Fachkräftemangel und Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung. Hausbanken verlangten immer mehr Sicherheiten, seien mit ITK-Themen wenig vertraut und der Venture-Capital-Markt, der ohnehin hierzulande schwächer als in zahlreichen anderen Ländern ist, sei 2009 zusätzlich eingebrochen.

Wunschkonzert

Steuerliche Anreize, zum Beispiel bessere Absetzbarkeit, könnten Risikokapital-Geber und Business Angels wieder zu mehr Mut veranlassen. Das Aufbrechen der Kreditklemme sollte darüber hinaus ebenso im Fokus stehen wie eine rasche Neuauflage eines angemessen ausgestatteten Hightech-Gründerfonds, fordert Berg von der Politik. Junge Technologieunternehmen, so sein Vorschlag, sollten darüber hinaus in den ersten zehn Jahren von Steuern und Sozialabgaben befreit werden. Daneben müssten Investitionen in Forschung und Entwicklung stärker gefördert werden.

Gründerzahlen

Ein starkes Argument für seine Forderungen liefert eine Studie, die Microsoft Deutschland gemeinsam mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) durchgeführt hat. Dieser zufolge ist die Gründungstätigkeit in den High-Tech-Sektoren zwischen 1995 und 2008 um 25 Prozent gesunken. Sollte sich an den Rahmenbedingungen hierzulande nichts ändern, so die Prognose, werde die Quote allein wegen des demografischen Wandels weiter kontinuierlich abnehmen, bis 2030 um weitere zehn, bis 2050 um 20 Prozent sinken.

Um – der Alterverschiebung geschuldet – die zunehmend älteren Gründer zu erreichen, seien jedoch keineswegs spezifische Förderprogramme nötig, erläutert Dr. Georg Licht, Leiter Forschungsbereich Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung beim ZEW. Vielmehr müssten Maßnahmen auf breiter Front zur Stimulierung der Gründungstätigkeit mit Schwerpunkt im High-Tech-Sektor initiiert werden. Zentral sei dabei die Verbesserung der Finanzierungsbedingungen, ist auch Licht überzeugt.

Hilfe vom Hersteller

Neben staatlichen Hilfen können ITK-Start-ups auch auf Unterstützung der Hersteller hoffen. Microsoft beispielsweise hilft im Rahmen seiner Gründerinitiative „unternimm was.“ seit fünf Jahren ausgewählten jungen Firmen, unterstützt unter anderem mit technologischer Beratung, bei der Finanzierung, beim Vertrieb und im Marketing, insbesondere durch Zugang zum Kunden- und Partnernetzwerk von Microsoft. „Unternimm was.“ Ist Teil des globalen Programms „BizSpark One“, über das zusätzlich direkter Kontakt ins Microsoft-Hauptquartier in Redmond erfolgen kann, um den Eintritt in den globalen Markt zu erleichtern. Mit BizSpark stellt Microsoft darüber hinaus kostengünstig Entwicklungswerkzeuge, Plattform-Technologien und technischen Support zur Verfügung.

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