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UICC-Hintergrundwissen: Die unterschiedlichen Sim-Formate Micro-Sim wird durch iPad populär

Redakteur: Harry Jacob

Apple hat mit der Einführung des iPad in Deutschland dafür gesorgt, dass die Telekommunikations-Provider die dritte Format-Generation der Sim-Karte einführen müssen. Hier die Details zu dem noch recht unbekannten Format.

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Symio war der erste Anbieter, der mit der Micro-Sim-Karte um Apple-Kunden warb – lange vor dem Verkaufsstart des iPad in Deutschland.
Symio war der erste Anbieter, der mit der Micro-Sim-Karte um Apple-Kunden warb – lange vor dem Verkaufsstart des iPad in Deutschland.
( Archiv: Vogel Business Media )

Technisch gesehen ist die Micro-Sim-Karte mit der bislang bekannten Mini-Sim-Karte identisch. Zwar wurde anfangs vermutet, Apple stelle das Format um, weil die Karte zusätzliche Funktionen biete, doch das hat sich als haltlos erwiesen. Die TK-Provider haben inzwischen bestätigt, dass die gleichen Chips verwendet werden und lediglich das Plastik-Trägermaterial unterschiedliche Dimensionen hat.

Die Folge dieser Erkenntnis war, dass im Internet schnell Anleitungen auftauchten, wie aus einer Mini-Sim-Karte mit Schere oder Stanz-Schablone eine iPad-fähige Micro-Sim-Karte gebastelt werden kann.

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Davon ist allerdings abzuraten, denn zum einen besteht immer die Gefahr, dass der Chip beschädigt und damit unbrauchbar wird. Zum anderen ist der Weg zurück verbaut. Solange keine Handys auf dem Markt sind, die das Micro-Sim-Format nutzen können, ist eine „zurückgestutzte“ Sim-Card lediglich im iPad einsetzbar.

Rechtzeitig vor dem Verkaufsstart haben sich zudem zahlreiche Provider entschieden, das bislang in Deutschland unbekannte Format zu unterstützen. Sie bieten nicht nur Micro-Sim-Karten an, sondern haben auch speziell für das iPad neue Abrechnungsmodelle kreiert. Eine Übersicht finden Sie im Beitrag „Provider geben die Surf-Tarife für das iPad bekannt “.

Da es rund um die Micro-Sim-Karte einige unterschiedliche Bezeichnungen gibt, haben wir Ihnen im Folgenden die verschiedenen Formate und Benennungen der Subscriber Identity Module (Sim) zusammengetragen.

Die Formate im Vergleich

  • Sim: Das älteste Sim-Format ist scheckkartengroß und wird als ID-1 oder auch 1FF (First Form Factor) bezeichnet. Wer heute eine Sim-Karte von seinem Provider-bekommt, erhält in der Regel immer noch eine solch große Karte mit Abmessungen von 85,6 x 54 mm, aus der dann das kleinere Format herausgebrochen werden muss. Bei den ersten privat nutzbaren Mobiltelefonen des (noch analogen) C-Netzes wurde diese Karte in einen Schlitz eingeschoben, um das Telefon zu aktivieren. Die Karte konnte leicht wieder entfernt werden, um sie beispielsweise alternativ im Autotelefon zu nutzen.
  • Mini-Sim: Aus der Sim-Karte kann die Mini-Sim-Karte herausgebrochen werden, wie sie in heutigen Handys und Smartphones zum Einsatz kommt. Sie ist nur 25 x 15 mm groß, das Format wird als ID-000 oder 2FF (Second Form Factor) bezeichnet. Populär wurde das Format mit der Einführung der D-Netz-Handys. Das D-Netz war das erste digitale Mobilfunknetz in Deutschland und hierzulande der Start des Standards Global System for Mobile Communications (GSM). Die Mini-Sim-Karte muss in Handys meist hinter dem Akku eingelegt werden. Wer an die Karte heran will muss also den Akku entfernen und danach beim Neustart des Geräts das Passwort neu eingeben – so ist ein gewisser Diebstahlschutz gegeben.
  • Micro-Sim: Sie ist mit 15 x 12 mm nicht einmal halb so groß wie die Mini-Sim-Karte. Das Format trägt auch die Bezeichnung 3FF (Third Form Factor) – es ist schlicht die dritte Generation von Sim-Karten, die seit der Ablösung von GSM durch UMTS als UICC (Unified Integrated Circuit Card) bekannt sind, während Sim strenggenommen nur für reine GSM-Karten steht. Da UICC dem Mini-Sim-Formfaktor entspricht, trägt die Verkleinerung des Formats zu einem Bezeichnungs-Wirrwarr bei: Das Micro-Sim-Format wird wiederum als Mini-UICC geführt. Die Einführung im TK-Bereich wird in Deutschland durch das iPad vorangetrieben. Vermutlich werden künftig auch Smartphones verstärkt auf dieses Format zurückgreifen. Gerüchteweise soll bereits die nächste iPhone-Generation 4G von Apple wie der iPad Micro-Sim/Mini-UICC nutzen. Durch den kleineren Formfaktor könnten auch Dual-Sim-Handys leichter zu realisieren sein und an Popularität gewinnen.

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