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Enterprise Cloud Data Management

Metadaten sind das wertvollste Gut in einer Multicloud-Welt

| Autor / Redakteur: Oliver Schröder* / Florian Karlstetter

Handhabung der Daten: Metadaten spielen in einem Multicloud-Ökosystem eine Schlüsselrolle.
Handhabung der Daten: Metadaten spielen in einem Multicloud-Ökosystem eine Schlüsselrolle. (Bild: ©verticalarray - stock.adobe.com)

Auch wenn es sich offensichtlich anhört: Daten sind das wertvollste Kapital eines Unternehmens. Nicht umsonst hacken sich Cyber-Kriminelle in Firmennetzwerke und zapfen geistiges Eigentum und Kundendaten ab. Den Zugriff auf die benötigten Informationen zu erhalten und sie als Grundlage für eine weitere Entscheidungsfindung zu verwenden, kann über den Erfolg (oder Misserfolg) von Organisationen entscheiden.

In der digitalen Welt gibt es aber noch eine andere Wahrheit: Die Datenmenge wächst kontinuierlich und rasant. Sie muss nicht nur gespeichert und archiviert, sondern vor allem auch strukturiert, verwaltet und analysiert werden. Um dies möglichst stringent über das gesamte Unternehmen hinweg zu realisieren, gibt es eigentlich einen neuen Grundsatz: Nicht die Daten selbst, sondern Metadaten sind das wertvollste Kapital von Organisationen. In einer Welt, in der Unternehmen ihre Informationen und Anwendungen immer häufiger in einer Multicloud-Architektur speichern und katalogisieren, gewinnen Metadaten weiter an Bedeutung. Denn für viele Firmen ist „die Cloud“ eher eine Vielzahl verschiedener Clouds. Dazu gehören große Plattformen wie AWS und Azure, aber auch spezifische Plattformen und Anwendungen wie Oracle, Salesforce oder Workday.

Das Versprechen der Cloud war, sie werde IT-Teams und Unternehmen die Arbeit erleichtern. Die Realität zeigt allerdings das Gegenteil: Multicloud-Architekturen sind komplex und nicht besonders einfach in die bestehende Infrastruktur zu integrieren. Sie stellen Unternehmen also vor neue Herausforderungen bzw. bekannte Herausforderungen, die sie zu überwunden geglaubt hatten. Dazu gehören beispielsweise die Silos der verschiedenen Teams und Abteilungen, die in der Pre-Cloud-Welt zum Alltag gehörten. Um zu vermeiden, dass Organisationen wieder in die gleiche Falle tappen, müssen sie ihre Daten besser verstehen und ihnen größeres Vertrauen schenken.

Dies ist selbstverständlich nicht einfach. Viele Unternehmen haben beispielsweise Systeme implementiert, die die gleichen Begriffe unterschiedlich definieren. Oftmals liegt die Herausforderung nicht einmal darin, dass jedes System oder jede Abteilung einen „Kunden“ unterschiedlich kategorisiert. Vielmehr möchten Unternehmen wissen, welcher Datensatz einen Kunden und seine Anforderungen bestmöglich definiert – und zwar für eine spezifische Fragestellung. Zum Beispiel: Benötigt ein Kundenbetreuer eine Liste individueller Käufer oder eine Liste mit Unternehmen, die die Produkte der Firma einkaufen?

Glücklicherweise haben sich die verfügbaren Tools und Technologien weiterentwickelt, die Antworten auf diese Frage geben können. Dies erleichtert den Erfolg einer Multicloud-Hybrid-Architektur deutlich. Organisationen müssen sich nicht mehr auf Tabellenkalkulationen oder SharePoint verlassen, um solche Listen zu verwalten. Genau hier spielen Metadaten ihren Mehrwert aus.

Das Wissen im Unternehmen katalogisieren und kategorisieren

Metadaten haben eine Vielzahl unterschiedlicher Verwendungszwecke. Einer der wichtigsten: Sie geben Datensätzen einen Kontext. Dazu gehören das Definitions-, Lineage- und Governance-Modell, auf denen die Daten basieren. Sie zeigen ebenfalls an, wie aktuell die Daten sind und in welchen Systemen sie generiert wurden.

Das Repository für alle Metadaten ist der Datenkatalog. Unternehmen sollten ihn als zentrales Element ihrer Datenstrategie ansehen. Datenkataloge haben sich schnell weiterentwickelt und automatisierte Tools integriert. Diese scannen die IT-Umgebung und nutzen künstliche Intelligenz, um Daten schneller und intelligenter über alle Systeme hinweg zu analysieren. Der Katalog dokumentiert auch verbindlich alle Verantwortlichkeiten und Prozesse.

Durch die Zentralisierung der Metadaten wird der Katalog zu einem universellen Decoder, der die Quelle und die Definition der Daten anzeigt. Analysten verstehen dadurch die Unterschiede zwischen den Datensätzen direkt und können sie entsprechend nutzen. Damit lässt sich beispielsweise eine „Customer 360“-Kampagne realisieren, für die auf alle relevanten Daten zugegriffen werden kann. Unternehmen verstehen so auch, welche Kundendaten sich auf eine Firma beziehen und welche auf einen einzelnen Käufer innerhalb dieser Firma – was ermöglicht, dass sich Datensätze ganz genau zuordnen lassen.

Daten treiben Cloud-Implementierungen voran

Im Umgang mit einer Multicloud-Architektur gibt es zwei wesentliche Herausforderungen. Besteht bereits ein gut verwaltetes Ökosystem, müssen Unternehmen sicherstellen, dass jede neue Instanz korrekt zum existierenden Datensatz hinzugefügt wird. Baut eine Organisationen allerdings gerade erst eine kohärente Architektur-Governance auf, muss sie eine entsprechende Planung entwerfen, die allen Daten gerecht wird.

Handelt es sich zunächst nur um eine neue Cloud-Umgebung, beispielsweise eine neue Salesforce-Instanz, sollten Unternehmen als Erstes eine korrekte Metadaten-Basis sicherstellen. Basiert die Instanz auf einer Master-Kundenliste? Oder muss diese erst angelegt werden? Welche Prozesse bestehen bereits, um neue Kundendaten hinzuzufügen? Wie wird gewährleistet, dass die Mitarbeiter keine fehlerhaften oder unvollständigen Daten eingeben?

Ein ähnliches – wenn auch deutlich größeres – Projekt ist, einen ersten guten Überblick über ein Multicloud-Ökosystem zu erhalten, das sich im Laufe der Zeit eher ungeplant weiterentwickelt hat. Auch hier sollte der Fokus auf den Metadaten liegen. Eine umfassende Bestandsaufnahme aller Cloud-Anwendungen gehört ebenso dazu wie Best Practices für die Handhabung der Daten. Darüber hinaus sollten die wichtigsten Probleme identifiziert oder neue Geschäftsregeln angewendet werden, um die Daten zu bereinigen. Dies kann aber auch nur für neue Datensätze gelten, wenn eine Firma es entsprechend definiert.

Kontext ist der Schlüssel

Oliver Schröder ist Geschäftsführer Central EMEA bei Informatica.
Oliver Schröder ist Geschäftsführer Central EMEA bei Informatica. (Bild: Informatica)

Wenn Unternehmen eine Multicloud-Architektur implementieren, kommen eine Reihe neuer Herausforderungen auf sie zu. Dazu gehört die Art und Weise, wie IT und Business zusammenarbeiten. Ansonsten stehen Organisationen vor dem gleichen Dilemma wie vor Beginn der digitalen Transformation: Informationen sind in einer Vielzahl von Silos abgelegt, teilweise mehrfach, ohne dass IT oder die einzelnen Fachabteilungen einen Überblick darüber haben. Anwendungen sind nicht unternehmensweit verfügbar, die gleichen Prozesse werden immer wieder neu entwickelt und eingeführt – und Teams arbeiten gegen- anstatt miteinander. In einem einzigen Datenkatalog zentralisierte Metadaten liefern Kontext und Governance-Einblicke. Sie sind letztlich der Schlüssel, mit dem Unternehmen die Tür zu ihrer chaotischen Daten-Vergangenheit schließen können. Dank Metadaten sind sie künftig in der Lage, einen signifikanten Mehrwert aus ihren Daten zu ziehen – und somit erfolgreich im Wettbewerb zu bestehen.

Der Autor: Oliver Schröder ist Geschäftsführer Central EMEA bei Informatica.

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