Kein Abriss Messe macht Halle-1-Aussteller nervös

Redakteur: Harry Jacob

Die älteste und größte Halle in Hannover, die Halle 1, wird nicht abgerissen. Was stattdessen passiert, ist jedoch noch völlig ungeklärt.

Firmen zum Thema

Wird die Halle 1 für die CeBIT zur Sackgasse?
Wird die Halle 1 für die CeBIT zur Sackgasse?
( Archiv: Vogel Business Media )

Mangels echter Skandale und Gerüchte ist diesmal die CeBIT selbst das Messegespräch Nummer 1. Insbesondere seit am Freitag einige Aussteller – nämlich jene mit fest eingebauten Ständen – über kommende Änderungen in der Form informiert wurden, dass sie glauben mussten, ihr Stand sei für das kommende Jahr schon gestrichen. So gab es große Aufregung unter den Betroffenen, die Frage: »Kommen wir zur nächsten CeBIT?« wurde neu gestellt und auch schon über Kostenübernahmen und Entschädigungen spekuliert.

Zu den Beweggründen gab es ebenfalls allerlei Gerüchte: Die Messe wolle die Halle 1 generalsanieren, denn das Dach ist marode und die Infrastruktur nur mehr beklagenswert, und dafür müssten alle raus. Andere behaupteten, die Halle würde gleich komplett abgerissen, dritte wussten zu berichten, dass es eine »Chinesen-Halle« werden soll, in der die Volksrepublik China die Stände aller im Reich der Mitte ansässigen Firmen an einem Ort auf der CeBIT konzentrieren wolle.

Alles offen

Doch die Messe wiegelt ab. Noch sei nicht über das künftige Nutzungskonzept entschieden. Ob die fest installierten Stände weichen müssen, und wenn ja, nur einzelne oder alle, das würde erst noch mit den Ausstellern diskutiert. Deshalb habe man sie auf die kommende Entwicklung aufmerksam machen und mit ihnen ins Gespräch kommen wollen. Nur eines steht bislang fest: wie Messechef Ernst Raue mehrfach betonte, soll die Halle keinesfalls abgerissen werden.

Mehr Fragen als Antworten

Die Aussteller sind jetzt hin und her gerissen. Auf der einen Seite haben sie gültige Verträge, die zum Teil im vergangenen Jahr erneuert worden waren. Auch hatte Novell erst 2006 einen neuen Stand eingebaut. Von festen auf mobile Messebauten umzuschwenken kann sich nach dem aktuellen Stand kaum jemand vorstellen.

Auf der anderen Seite herrscht große Unzufriedenheit. In diesem Jahr waren weite Bereich mit grauem Vorhang abgehängt, weil die zur Verfügung stehenden Flächen nicht verkauft wurden. Toshiba kam so plötzlich zu einer Randlage, andere störten sich daran, dass der Platz zwischen den Branchengrößen mit teilweise relativ unbekannten Firmen aufgefüllt wurden und so der frühere Charakter der Halle 1 verloren gegangen sei.

Aufgrund dieser Entwicklungen könnten einige Hersteller ganz froh sein, wenn die Messe sie aus den bisherigen Verträgen entlässt und sie der CeBIT in Zukunft, ohne Vertragsverletzung zu begehen, fernbleiben könnten. Und wenn die Deutsche Messe AG dann womöglich noch für den vorzeitigen Rückbau der festen Messestände eine Entschädigung zahlen müsste, dann wäre das quasi eine »goldene Brücke« Richtung Ausgang.

Banges Warten

Wie die Aussteller sich verhalten, wird in erster Linie davon abhängen, welche Alternativen die Messegesellschaft ihnen bieten kann. Dort wird immer öfter von der CeBIT als »Kongressmesse« gesprochen. Die Aussteller der Halle 1 könnten ein erster Prüfstein dafür sein, ob das neue CeBIT-Konzept überzeugt und die Erosion gestoppt werden kann. Kommen die Vorschläge aber nicht gut an, dann werden die einen auf ihre Veträge bestehen und dafür sorgen, dass sich nicht viel ändert, die anderen werden noch schneller abwandern. Gespräche zwischen der Messegesellschaft und den Ausstellern der Halle 1 über die Gestaltung der CeBIT 2008 werden voraussichtlich im April geführt.

(ID:2003347)