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Messdaten statt Gefühle beim SL-Agreement-Streit

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Wenn es um Service-Level-Agreements geht, sind harte Messdaten aussagekräftiger als „gefühlte Wahrheiten“.
Wenn es um Service-Level-Agreements geht, sind harte Messdaten aussagekräftiger als „gefühlte Wahrheiten“. (Bild: © kirill_makarov - adobe.stock.com)

Wenn es darum geht, Hyperscalern oder großen MSPs nicht eingehaltene Service-Level-Agreements (SLA) nachzuweisen, helfen vage Angaben nicht weiter. Spezialisten wie Datakom liefern Messdaten für den Verhandlungstisch oder das Gericht.

In Sachen IT-Messtechnik ist Datakom ein alter Hase. Das Unternehmen wurde 1985 gegründet, damals mit dem Schwerpunkt auf klassischer IT-Messtechnik. „Es ging um den Einsatz von Protokollanalysatoren für die damals gängigen Protokolle wie zum Beispiel Framerelay, X25 und ISDN“, blickt Horst Dubbert, Senior Account Manager bei Datakom, zurück. Heutzutage, zur All‑IP-Zeit, geht es in der Praxis weniger um punktuelle Messungen, sondern um „ausgefuchstere Ansätze zur netzweiten, korrelierten Analyse beim Netzwerk-Performance Monitoring und Application-Performance Monitoring“, so der Netzwerkanalyse-Profi.

Datakom untersucht die Datenströme nicht nur durch die Performance-Brille, sondern auch in Hinblick auf Security-Aspekte im Sinne von verhaltensorientierten Netzwerkanalysen. „Wenn etwa ein Mitarbeiter normalerweise stets spätestens um 17 Uhr Feierabend macht, dann aber abends um 21 Uhr über seinen Account große ­Datenbewegungen stattfinden, ist das auffällig und könnte ein Hinweis auf einen ­Sicherheitsvorfall sein“, so Hubbert.

Wer macht was mit wem?

Horst Dubbert, Senior Account Manager, Datakom
Horst Dubbert, Senior Account Manager, Datakom (Bild: Datakom)

Lange Antwortzeiten sind ein häufiges ­Problem, denen auf den Grund gegangen werden soll. Datakom untersucht in solchen Fällen in drei Richtungen: Erstens Netzwerk-Performance, zweitens Applikation-Performance und drittens Sicherheitsprobleme wie beispielsweise Denial-of-Service-Attacken.

Grundsätzlich gilt für alle Szenarien: „Netzwerk-Monitoring im Sinne eines Probe-­basierten Ansatzes dient dazu, Daten zu erfassen, aufzuzeichnen, zu speichern und zu analysieren. Nur so ist es möglich, die Daten auch nachträglich zu analysieren, was besonders in der Forensik sehr hilfreich ist“, erläutert Dubbert. Der Probe-­basierte Ansatz von Datakom erfordert hardwareseitig einen leistungsfähigen Server, ausreichend Festplattenspeicher und Interface-Karten, die die Daten verlustfrei erfassen. In der darauf folgenden Analyse arbeiten die Systeme nach dem Drilldown-Prinzip. Ausgehend von einer Verkehrs­matrix „Wer macht was mit wem?“ werden dann im nächsten Schritt die Performance-Daten, also vor allem die Antwortzeiten, betrachtet.

Fakten statt Gefühle

„Während unter dem Begriff „Enduser Experience“ viel reininterpretiert werden kann, liefern wir mit unseren Methoden harte Fakten. Im Sinne der Enduser Experience kann einem beispielsweise die Verarbeitung eines Druckauftrags an einem Freitag Nachmittag langsamer vorkommen, als am Mittwoch Vormittag. Mit Messungen verlassen wir den Bereich gefühlter Wahrheiten und legen Kennzahlen und Fakten vor“, wirbt Dubbert für einen Fakten-basierten Ansatz, der insbesondere in der angebrochenen Cloud-Ära eine wichtige Rolle spiele. Beispielsweise wenn es um SLAs geht, also die vereinbarte Dienstgüte, die in Hinblick auf Antwortzeiten der Serverdienste vereinbart wurden.

Argumentationsgrundlage

„Wie wollen Sie denn gegen einen großen Hyperscaler oder Managed Service Provider argumentieren, wenn sie keine Messdaten haben? Das war eine rhetorische Frage, denn im Zweifel brauchen Sie genau das: Messdaten“, sagt der Manager. Die Dienste von Unternehmen wie Datakom werden von Endkunden, aber auch von Systemhäusern und -Integratoren in Anspruch genommen, die mit Messdaten in ihrem Tagesgeschäft ­Fakten-basiert argumentieren können, zum Beispiel wenn es darum geht, die Einhaltung der SLAs bei großen Cloud-Dienstleistern zu prüfen. Im Bereich Netzwerkperformance-Analyse wurde bei Datakom – passend zur Cloud-Ära – auch ein Managed-Service-Modell für die Dienstleistungen aufgesetzt.

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