Kanzlerin zeigt sich optimistisch Merkel sieht CeBIT als »Messe der guten Ideen«

Redakteur: Harry Jacob

Mit viel Optimismus, wenig Kritik, aber einigen mahnenden Worten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die weltgrößte IT-Messe eröffnet.

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Die Redner der CeBIT-Eröffnung waren (v.l.): Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil, der Stabschef der russischen Regierung Sergey Naryshkin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Alcatel-Lucent-Chefin Pat Russo und Bitkom-Präsident Willi Berchtold
Die Redner der CeBIT-Eröffnung waren (v.l.): Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil, der Stabschef der russischen Regierung Sergey Naryshkin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Alcatel-Lucent-Chefin Pat Russo und Bitkom-Präsident Willi Berchtold
( Archiv: Vogel Business Media )

»Ein bisschen viel Rot hier vorne« – schon mit dem ersten Satz ihrer Eröffnungsrede hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Herzen des Publikums gewonnen. Denn Deko, Beleuchtung und ihre Jacke leuchteten in der selben Farbe.

Was dann kam, war zwar großteils unterhaltsam, aber nicht immer zum Lachen. Die sozialen Folgen der Überalterung der deutschen Gesellschaft stellte Merkel der Notwendigkeit zu Wachstum durh Innovation gegenüber. Dabei könne zwar die Politik unterstützen, beispielsweise durch die gerade beschlossene Steuerreform oder praktikablere Verwaltungsvorschriften – im europäischen Patentwesen sind derzeit 23 Amtssprachen möglich.

Aber auch die Wirtschaft soll ihren Teil beitragen. Sie nannte beispielsweise billigere Breitbandzugänge – «dann bekommen Sie auch mehr Kunden« – und mehr Praktikumsplätze für Schüler, um schon frühzeitig auf einen IT-Beruf aufmerksam zu machen. Auch lobte sie ausdrücklich die Ankündigung des Bitkom, dass Mitgliedsunternehmen verstärkt ältere arbeitslose Ingenieure mit aktuellem Know-how fitmachen wollen.

Keine direkte Antwort bekam Bitkom-Chef Willi Berchtold, der einmal mehr die Gelegenheit genutzt hatte, gegen die Urheberrechtsabgaben auf IT-Produkte zu wettern. Und auch die Meinung von Pat Russo, Chefin von Alcatel-Lucent, die eine bessere Welt dank globaler Vernetzung aufziehen sieht, relativierte die Kanzlerin. »Es gibt Leute, die das nicht so positiv sehen wie Sie«, sagte Merkel.

Doch auch sie sieht die ITK-Branche als Wachstumsmotor und Chancenbringer. Dazu sei aber auch mehr Selbstvertrauen nötig, schrieb sie der versammelten IT-Prominenz ins Stammbuch. Die Braun‘sche Röhre als Grundlage der Fernsehens oder der Z3 von Zuse als erster funktionsfähiger Computer seien deutsche Erfindungen gewesen, die Mut machen. »Am Anfang stand immer eine gute Idee, und ich glaube, die CeBIT ist eine Messe der guten Ideen«, so die Kanzlerin. Diese Chance solle auch genutzt werden.

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