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ITC Channel Index Mehrfunktions-Geräte und Desktop-PCs punkten

Autor / Redakteur: Martina Sedlmaier und Dr. Rudolf Aunkofer / Katrin Hofmann

Der ITC Channel Index von GfK und IT-BUSINESS stärkt die Hoffnung auf ein positives Jahr 2007. Erstmals wachsen der B2C- und der B2B-Markt seit längerem wieder gleichzeitig, getragen unter anderem durch die gute Nachfrage nach Elektronik, die mehrere Funktionen vereint. Auch Desktop-PCs sind bei den Endnutzern wieder deutlich beliebter.

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Sony Ericssons angekündigtes W580i kommt im dritten Quartal auf den Markt und ist Handy, Musik-Player und Kamera.
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( Archiv: Vogel Business Media )

Nach einem Plus von acht Prozent im vorangegangenen Monat entwickelt sich der ITC Channel Index von GfK und IT-BUSINESS auch weiterhin mit einem Plus von elf Prozent im Jahresvergleich entsprechend erfreulich. Der positive Jahresstart verfestigt sich somit und lässt sowohl ein positives erstes Quartal 2007 als auch ein erstes Halbjahr 2007 mit guten Ergebnissen immer realistischer erscheinen.

Beide Marktsegmente, sowohl die Nachfrage der Konsumenten als auch die der Businesskunden, entwickeln sich hierbei erstmals seit längerem wieder gemeinsam aufwärts. Das B2B-Umfeld verzeichnet sowohl im Enterprise- als auch im SMB-Umfeld eine erfreuliche Entwicklung.

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Erstmals wird nahezu der gesamte IT-Bereich von dieser positiven Nachfrage erfasst, was die positive Prognose stützt und Handel wie auch Industrie sicher weiteres Geschäftspotenzial für 2007 erschließt. Positive Zuwachsraten sind sowohl bei der Produktkategorie Mobile Computing als auch bei Wide-Displays, IT-Zubehör, Netzwerk-Produkten und -Peripherals zu verzeichnen.Allerdings übertrifft wie auch in den vergangenen Monaten das Wachstum auf Privatkundenseite das Wachstum auf Seiten der gewerblichen Nachfrage deutlich.

B2C-Markt boomt stärker

Der Zuwachs liegt im B2C-Bereich im Jahresvergleich bei 13 Prozent, im Enterprise-Umfeld bei zehn und im SMB-Umfeld bei sieben Prozent. Gerade im B2B-Umfeld sollte die momentane positive wirtschaftliche Gesamtsituation genutzt werden, um IT wieder mehr im Zusammenhang mit der Sicherung und Erlangung von Wettbewerbsvorteilen zu positionieren, da gerade dies als der elementare Nutzen gesehen werden kann. Die Chancenbetrachtung kann unter diesem Aspekt wieder deutlich mehr in den Vordergrund rücken als die ausschließliche Betrachtung der Kosten, insbesondere der Kostenreduktion.

Der Konsumenten-Markt zeigt am Beispiel teilweise steigender Durchschnittspreise, dass die Fokussierung auf den Nutzenaspekt durchaus Sinn machen kann und eine derartige Argumentation in der aktuellen gesellschaftlichen Situation, die durch tendenziell steigende Einkommen und sinkende Arbeitslosigkeit geprägt ist, durchaus eine Reihe von Adressaten findet.

B2C-Nutzung färbt auf Firmen ab

Parallel werden gerade die wachsenden Kosumenten-Märkte auch mehr und mehr die Entwicklungen im B2B-Umfeld determinieren. Einerseits durch die verstärkte Nutzung von IT in Form von Internet und Kommunikation, was die Anforderungen an die entsprechende Bereitstellung und an das Angebot durch Unternehmen voraussichtlich signifikant erhöhen wird. Andererseits durch die Nutzung neuester Technologien, die auch am Arbeitsplatz im Unternehmen erwartet werden: Mobile Computing ist nur ein Beispiel hierfür.

Gerade im SMB-Umfeld, aber in Konsequenz und mittelfristig auch im Enterprise-Umfeld, wird man gut beraten sein, aktuelle eher an Konsumenten orientierte Entwicklungen verstärkt mit in Betracht zu ziehen und Dienstleistungen und Services an der gestiegenen und verbesserten IT-Haushaltsausstattung orientiert anzubieten. Insbesondere mittelständische Unternehmen können sich mittels Online-Werbepräsenzen neue Zielgruppen im nationalen als auch internationalen Kontext erschliessen. Sehr gute IT ist hierfür allerdings eine »conditio sine qua non«. Daher sollte auch die Chancen-Betrachtung wieder verstärkt in den Vordergrund treten.

Der Blick im B2C-Bereich auf den Computermarkt als eine Art Leitindikator stimmt optimistisch. Desktop-PCs erzielen nach zwei Monaten mit leicht rückläufigem Absatz wieder ein sattes Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die mobilen Computer legen im Vergleich zum Vormonat an Dynamik zu und liegen nach Absatz mit fast 50 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Multifunktionalität ist trendig

Aber nicht nur Mobilität sondern auch Multifunktionalität ist ein Schlagwort der heutigen Zeit. Viele stellen sich die Frage, ob sich durch diesen Trend die Produktvielfalt in Zukunft reduzieren wird. Die positive Marktentwicklung für Smartphones, die Organizer, Mobiltelefon, Digitalkamera, MP3-Player und mehr in einem sein können, ist ein Indiz für diesen Trend. Das Absatzwachstum liegt im Februar bei diesen Geräten über 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Andere Beispiele wie der Markt für Elektronische Übersetzer und Wörterbücher zeigen aber, dass auch Produkte mit einer klaren und zum Teil auch eindimensionalen Nutzenpositionierung nach wie vor im Markt gut bestehen können. So wurden im aktuellen Untersuchungszeitraum ein Drittel mehr elektronische Wörterbüche und Übersetzer verkauft als ein Jahr zuvor.

Vollgas beim Spaß

Die Nutzenpositionierung ist ein Erfolgsfaktor, der Spaßfaktor ein anderer und damit kommen Gaming-Produkte ins Spiel. Neue Spielekonsolen heizen den Markt an und somit legt der Absatz für Konsolen um fast 50 Prozent zu. Produktpakete mit einer Kombination verschiedener Add-ons wie Taschen, Displayschutz, Adaptern oder Designelementen stehen hoch im Kurs.

Der Software-Markt spiegelt die Trends auf der Hardware-Seite in gewissem Sinne wieder. Zum einen lässt sich eine starke Nachfrage nach den der Hardware nahen Segmenten wie Betriebssystemen und Office-Software beobachten.

Wissbegierde ist riesig

Auf der anderen Seite zeigen Absatzzuwächse für das Software-Segment »PC- und Software-Handbücher«, dass die Konsumenten wieder neugierig und wissbegierig auf Informationstechnologie sind. Mit spielerisch gestalteter Kindersoftware werden Kinder mit Spaß an die IT-Welt herangeführt. Das mit »Learning and Skillfullness« überschriebene Software-Segment für Kinder bis 14 Jahre wächst mit 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Alles in allem zeichnet sich ein durchaus positives Bild für die Zukunft im Markt ab. ITK macht wieder Spaß, allen Beteiligten!

Im Detail: Imaging-Software

Besonders im B2C-Umfeld ist ein Anstieg der Durchschnittspreise zu verzeichnen. Die Konsumenten fragen leistungsstärkere und umfangreichere Software nach. Qualität in Kombination mit einfacher Bedienung werden demnach offenbar wichtiger. Der Trend, nur billig zu kaufen, schwächt sich sowohl bei Foto- als auch Bildbearbeitungs-Software ab.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Ausstattung mit digitalen Kameras ist für beide Software-Segmente auch künftig mit positiver Nachfrage zu rechnen. Bedingt durch die Clip-Aufnahmefunktionen bei digitalen Kameras wird Videobearbeitung voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen. Die Nutzer werden dabei das Erreichen semiprofessioneller Qualität – möglichst mittels einfachen Button-Klickens – im Fokus haben. Vista wird zudem ein Update der Imaging-Software begünstigen. Digitale Bilderrahmen und die allgegenwärtige Verfügbarkeit des digitalen Bildes werden den Markt zusätzlich vorantreiben.

Allerdings existiert für den Handel auch eine Gefahr: kostenfreie Demo-Versionen und sehr preisgünstige Low-End-Software. Beide führen oftmals zu Enttäuschung beim Anwender, was Nicht-Kauf zu Folge hat, oder zu einem Gewöhn-Effekt, dass preiswerte Lösungen ausreichen. Der B2B-Markt ist momentan noch verhalten: Aber auch hier werden neue Programmversionen und Vista – zeitlich dem Consumer-Markt nachgelagert – zu einer Marktbelebung führen.

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