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IFA 2019

Mehr Pixel und Kanäle: Die Fernseh-Trends der IFA

| Autor / Redakteur: Till Simon Nagel, dpa / Sylvia Lösel

Wohin geht die Entwicklung bei den Fernsehern? Auf der IFA gibt es einen Vorgeschmack auf die Zukunft.
Wohin geht die Entwicklung bei den Fernsehern? Auf der IFA gibt es einen Vorgeschmack auf die Zukunft. (Bild: haizon - stock.adobe.com)

Der Fernseher ist längst kein reiner Empfänger von TV-Sendern mehr - sondern ein Knotenpunkt für unzählige Kanäle. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf Hersteller und Kunden. Einen Eindruck von den Möglichkeiten erhält man gerade in Berlin.

Mal ehrlich: Wer benutzt den Fernseher nur zum Fernsehen? Dank diverser Anschlüsse, TV-Boxen und Internetzugang sind moderne TV-Geräte längst keine reinen Abspielgeräte mehr. Die auf der Elektronikmesse IFA (Publikumstage: 6. bis 11. September) gezeigten Geräte setzen andere Trends. Während die Verkaufszahlen für Fernseher, Satellitenempfänger und TV-Boxen sinken, wächst das Angebot an Digitalkanälen. Und was heute als Fernseher auf den Markt kommt, steckt voller Bildverbesserungstechnik. Ein Überblick:

Neues Bild auch für alte Inhalte

Die Hersteller sagen es seit Jahren, aber das Bild wird auf modernen Fernsehern tatsächlich immer besser. Nach Ansicht von Sebastian Klöß, Referent für Consumer Electronics beim IT-Verband Bitkom, ist die Bildverbesserung vielleicht das aktuell wichtigste Thema. Die Displays zeigen mittlerweile tiefschwarze Nachthimmel, helle und klare Farben und große Kontraste. Dabei setzen die Hersteller auf maschinelles Lernen. „Das Gerät erkennt, was bekomme ich da für Signale und wie spiele ich sie optimal aus“, erklärt Klöß.

So kommt auf modernen 4K-Bildschirmen (3.820 zu 2.160 Pixel) auch Bildmaterial in guter Qualität auf den Schirm, das eigentlich eine geringere Auflösung hat oder nicht mit erweitertem Farb- und Kontrastraum (HDR) gefilmt wurde.

4K ist heute, 8K ist übermorgen

4K-Fernseher haben sich gerade erst in den Wohnzimmern etabliert, da steht schon 8K vor der Tür. Ein kleiner Vergleich: 4K steht für eine Auflösung von 8 Megapixeln (3.840 zu 2.160 Pixel), 8K sind ganze 33,2 Megapixel (7.680 zu 4.320 Pixel). Seit vergangenem Jahr gibt es erste - noch sehr teure - Geräte, in diesem Jahr werden es mehr. Und braucht man das schon? „Für die meisten wird 8K erst etwas später interessant“, sagt Klöß. Bislang reiche 4K aber locker aus.

Bislang gibt es kaum Material in dieser hohen Auflösung. Doch es wachsen eben nur die Bildschirme - und nicht die Räume, in denen sie stehen. Daher müssen für ein pixelfreies Bild eben mehr Bildpunkte auf die Displays.

Samsung etwa zeigt auf der IFA erste Beispiele seiner Künstlichen Intelligenz, die beliebige Videobilder zu verblüffend detaillierten 8K-Videos hochrechnet. Dabei greift das System auf eine gut trainierte Datenbank mit unzähligen Bildbeispielen zurück und erstellt aus den Ausgangsdaten in Echtzeit ein hochauflösendes TV-Bild.

Erste 8K-Übertragungen soll es etwa 2020 von den Olympischen Spielen aus Tokio geben, weitere Inhalte werden sicher folgen. Wann 8K Normalität auf dem TV ist – so richtig weiß das keiner.

Skulpturen und versteckte Fernseher

Nach dem Fernseher als Bilderrahmen, zum Aufrollen oder als Skulptur geht es weiter mit Fernsehern, die eigentlich nicht mehr wie selbige aussehen. Neuestes Beispiel: das transparente Display. Panasonic zeigt auf der IFA ein TV-Gerät mit durchsichtigem OLED-Display. Die nötige Technik steckt unsichtbar im Holzrahmen. Wann das Gerät verfügbar sein wird ist ebenso wenig bekannt wie ein möglicher Kaufpreis.

Solche Designgeräte sind natürlich eher etwas für den vierstelligen Preisbereich und laufen für den Durchschnittskäufer eher unter «gut zu wissen». Laut Heimelektronik-Index HEMIX 2019 kostete die Durchschnittsglotze im ersten Halbjahr 2019 rund 560 Euro.

40 Kanäle? Nein, 40 Anbieter

TV-Sender, Netflix, DAZN, Prime, Waipu, Maxdome, Joyn. Die Liste der möglichen Quellen für einen modernen Fernseher ist lang. Und während immer weniger Satelliten-Empfänger, Blu-ray-Player oder TV-Set-Top-Boxen verkauft werden, wächst die Zahl der Streamingangebote. Mit Disney und Warner stehen zwei neue Schwergewichte mit eigenen Angeboten in den Startlöchern, auch Apple rüstet sein Film- und Serienangebot ständig weiter auf, seit April ist auch Rakuten TV in Deutschland verfügbar.

Mit Joyn tritt außerdem ein deutscher Anbieter in den Markt. Der will nicht nur die öffentlich-rechtlichen Sender und die der ProSiebenSat.1-Media-Familie zeigen, sondern auch weitere Angebote wie Maxdome und den Eurosport Player integrieren.

Gekaufte Knöpfe und schlaue Software

Das Plus an Streamingdienst, die um die Gunst der TV-Schauer kämpfen, wirkt sich auch auf die Fernbedienung aus. Gab es früher den einen Netflix-Knopf, gibt es mittlerweile Modelle mit drei oder mehr festgelegten Knöpfen für Streaminganbieter.

Und auch die Software ist im Wandel - schließlich soll man ja den Überblick über die ganzen Kanäle behalten. Samsungs TV-Software etwa behandelt jede einzelne Quelle so wie früher einen TV-Kanal. Schaltet man den Fernseher ein, landet man beim zuletzt geschauten Programm - egal, ob das tatsächlich ein Fernsehsender, die Konsole, eine TV-Box oder ein Streamingdienst war.

Amazons Streamingportal Fire TV - verfügbar auf Boxen, Sticks und neuerdings auch gleich auf Fernsehern - durchsucht alle verfügbaren Apps und Streamingdienste nach den gewünschten Inhalten, und zwar nicht nur denen von Amazon. Samsungs Smart Hub geht einen ganz ähnlichen Weg.

Und Sprachsteuerung über digitale Assistenten darf natürlich auch nicht mehr fehlen. Die im Rahmen der IFA neu angekündigten Fernseher der Fire TV Edition von Amazon, Grundig und o.k. sind etwa nahezu komplett durch den Sprachassistent Alexa steuerbar.

Nicht nur Serien, auch Spiele werden gestreamt

Zusammen mit Spielkonsolen ist der Fernseher schon längst ein beliebtes Gerät für Videospiele. 2020 wird er vielleicht noch wichtiger für Spieler - und zwar ganz ohne Konsole. Das Stichwort heißt Cloud Gaming und ganz konkret Google Stadia.

Mit diesem Dienst streamt man nur noch das Videobild eines Spiels, die Rechenarbeit übernehmen leistungsstarke Computer in großen Rechenzentren. TV-Besitzer brauchen Googles Streamingstick Chromecast Ultra und einen Controller - die entsprechenden Spiele kosten teils extra.

Und mit Stadia ist noch nicht Schluss. Auch die Telekom und Vodafone (vorerst nur für Android-TV) haben entsprechende Angebote angekündigt. Mögliche Bremse sind bislang noch die Internetanschlüsse. Google setzt zwischen 10 und 25 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) voraus, die Telekom einen hauseigenen Anschluss mit 50 Mbit/s.

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