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Dekra-Arbeitsmarkt-Report 2018

Mehr Hacker-Angriffe erfordern mehr IT-Security-Personal

| Autor: Heidemarie Schuster

Mit der Digitalisierung werden IT-Security-Spezialisten immer wichtiger in Unternemen.
Mit der Digitalisierung werden IT-Security-Spezialisten immer wichtiger in Unternemen. (Bild: Pixabay)

Hacker starten immer noch raffiniertere Angriffe auf Systeme und Netzwerke von Unternehmen. Kein Wunder also, dass IT-Security-Spezialisten händeringend gesucht werden. Im Kampf gegen Eindringlinge reicht aber technisches Wissen allein längst nicht mehr aus.

Zum Handwerkszeug von IT-Sicherheitsfachkräften gehört weit mehr als Antivirensoftware oder Firewalls. Welche Kenntnisse Arbeitgeber von Bewerbern für den Bereich IT-Sicherheit erwarten und mit welchen Aufgaben diese an ihrem neuen Arbeitsplatz rechnen können, zeigt die Analyse von 313 Stellenangeboten für IT-Security-Experten im Rahmen des Dekra-Arbeitsmarkt-Reports 2018.

Knapp 70 Prozent der Unternehmen und Institutionen wurden in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Hackerangriffen, wie eine Studie des Bundesamtes für Sicherheit (BSI) ergab. Fast die Hälfte der Angriffe war erfolgreich und die Eindringlinge konnten sich Zugang zu den Systemen verschaffen, was bei jedem zweiten betroffenen Unternehmen zu Betriebsausfällen führte.

In der Stichprobe aus 313 Stellenanzeigen für IT-Security-Spezialisten finden sich dementsprechend Arbeitgeber aus fast allen Wirtschaftszweigen. Gut sechs von zehn der ausgewerteten Jobangebote richten sich an Fachleute für IT-Security, Datenschutz und Datensicherheit (62,9 Prozent). Außerdem adressierten sie häufig IT-Berater und vereinzelt Software-Entwickler, die sich auf das Thema IT-Sicherheit spezialisiert haben (31,3 bzw. 5,8 Prozent).

Gefahren von „innen“

Technische Vorkehrungen, wie Firewalls oder Antiviren-Software, sind idealerweise eingebettet in ein umfassendes Sicherheitskonzept aus unterschiedlichen strategischen, organisatorischen und technischen Bausteinen. Dies spiegeln auch die Aufgabenprofile in den Stellenanzeigen wider: Fast sieben von zehn der gesuchten Fachkräfte befassen sich an ihrer neuen Stelle mit Konzepten und Strategien für die IT-Sicherheit des Unternehmens. Zu den weiteren Aufgaben gehört ebenso ein wirkungsvolles Schwachstellen-Management, mit dem die Spezialisten mögliche Angriffspunkte suchen und beseitigen. Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich der gesuchten IT-Security-Fachkräfte ist zudem die Beratung von Kunden, Management und anderen Abteilungen in Sicherheitsfragen. Zudem sollen sie Mitarbeitern in Trainings bewusst machen, wo Gefahren lauern und wie sie sich dagegen schützen.

Erfahrung und Kenntnis

Bewerber, die ihre Fähigkeiten bereits in der Praxis bewiesen haben, sind im Vorteil: Oft setzen Arbeitgeber Berufserfahrung voraus (32,3 Prozent) und knapp jede vierte Position kommt nur für sehr erfahrene Fachkräfte infrage (24,3 Prozent). Was konkrete Fach- und Praxiskenntnisse betrifft, nennen die Anforderungsprofile am häufigsten System- und Netzwerkadministration (26,2 Prozent) und jeder vierte Kandidat muss ausdrücklich in den Normen der ISO/IEC-27000-Reihe bewandert sein, unter denen diverse Standards der IT-Sicherheit zusammengefasst sind. Zudem werden häufig auch ganz allgemein „gängige“ Standards und Gesetze gefordert (22,4 Prozent). Viele weitere Nennungen betreffen spezifische Fachgebiete, die von Kenntnissen in Sachen Netzwerkprotokolle wie TCP/IP über Kryptografie bis hin zu Identity- und Access-Management reichen.

Studium nicht immer zwingend

Recruiter erwarten oft einen Studienabschluss, wobei sie in den Stellenanzeigen meist mehrere Fach- oder Ausbildungsrichtungen als Option nennen. Bewerber mit einem Abschluss in Informatik sind dabei auf der sicheren Seite, aber auch Wirtschaftsinformatik oder andere MINT-Studiengänge kommen in den Anforderungsprofilen vor. Auch wenn sie ein Studium oft bevorzugen, sind Arbeitgeber genauso aufgeschlossen gegenüber Kandidaten mit entsprechender Berufsausbildung. Überraschend ist, dass 51 Jobangebote sogar einen rechtswissenschaftlichen Studienabschluss als Alternative beinhalten – vermutlich als Reaktion auf verschärfte gesetzliche Vorgaben sowie neue Haftungsfragen in Bezug auf IT-Sicherheit und vernetzt arbeitende Systeme. Diese Kandidaten kümmern sich vermutlich verstärkt um rechtliche Rahmenbedingungen und die Einhaltung der Compliance.

IT-Sicherheitsexperten müssen ihr komplexes Fachgebiet den Kollegen anderer Fachbereiche verständlich erklären und nahebringen können. Nicht ohne Grund stehen deshalb Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit mit deutlichem Abstand an der Spitze der gewünschten persönlichen Eigenschaften von Bewerbern (47,3 bzw. 44,7 Prozent). Eine Reihe weiterer relevanter Soft Skills bezieht sich auf die Arbeitsweise der Fachkräfte im Bereich IT-Security: Sie sollen beispielsweise analytisch sowie strukturiert denken und arbeiten (34,2 bzw. 33,5 Prozent). Nicht alle Sicherheitsvorkehrungen und -regeln erschließen sich den Mitarbeitern sofort und oft braucht es Zeit und Geduld, ihnen neue Verhaltensweisen zu vermitteln. IT-Sicherheitsexperten benötigen daher ein gutes Maß an Durchsetzungsvermögen und sicherem Auftreten (33,2 Prozent).

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