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Titelstory HP Inc. (Interview 1) Mehr Dynamik durch Aufspaltung

Autor: Klaus Länger

Sylke Rohbrecht, Geschäftsführerin des B2B-Marketplace Also, zieht ein positives Resümee für HP nach der Trennung von HPE: Der Hersteller ist schneller und innovativer geworden.

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Sylke Rohbrecht ist Geschäftsführerin Supply bei Also Deutschland. In dieser Position ist sie auch für das Geschäft mit HP Inc verantwortlich.
Sylke Rohbrecht ist Geschäftsführerin Supply bei Also Deutschland. In dieser Position ist sie auch für das Geschäft mit HP Inc verantwortlich.
(Bild: Also)

ITB: Was hat sich für die Also durch die Trennung von HP und Hewlett Packard Enterprise verändert? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

Rohbrecht: Die Zusammenarbeit mit beiden Firmen ist ebenso gut, wie vor der Trennung. Wir haben ja auch weiterhin die selben Gesprächspartner. Was wir zudem bemerken, ist eine starke Fokussierung auf die Kernkompetenzen und jeweiligen Stärken. Das war wohl auch das Ziel der Aufspaltung, und dieses Ziel wurde erreicht. Ein Schritt wie die Übernahme der Druckersparte von Samsung wäre ohne die Trennung von HP und HPE wohl nicht möglich gewesen. Die Dynamik und die Schnelligkeit, die HP an den Tag legt, schlägt sich messbar in höheren Marktanteilen nieder. Davon profitiert der gesamte Channel – und natürlich profitieren auch wir als Also.

ITB: Dass nun die beiden Firmen nach der Trennung nicht mehr alles aus einer Hand anbieten können, hatte keine negativen Auswirkungen auf das Geschäft?

Rohbrecht: Nein, das ist allenfalls eine gewisse organisatorische Herausforderung im Projekt­umfeld, mit der die Reseller und auch wir sehr gut umgehen können.

ITB: Wie schätzen Sie das Client-Geschäft von HP ein? Sehen Sie hier mehr ­Dynamik? Schließlich wird der Markt immer schwieriger.

Rohbrecht: Die Dynamik, die wir im Markt registrieren, ist bemerkenswert. Einerseits gibt es eine Konsolidierung bei den Herstellern, andererseits eine Diversifizierung bei den Geräten. Ein gutes Beispiel dafür ist das HP Elite x3, das als erstes 3-in-1-Gerät auf dem Markt Smartphone, PC und Notebook in sich vereinigt.

Bereits 1996 war als Cebit-Fazit zu hören, der PC sei am Ende. Nun haben wir 2016, und der PC ist noch längst kein Auslaufmodell. Statt des „alten“ Desktop-PCs für alle Anwendungen gibt es nun spezialisierte Gerätekategorien, mit denen die Anwender selbst aktiv sind, und solche, mit denen sie primär konsumieren. Zur ersten gehören Office-PCs, Workstations und auch Gaming-Rechner. Zur zweiten Smartphones, Phablets und Tablets. Der Gerätetyp der Convertibles kombiniert Tablet und Notebook – und damit sogar beide Anwendungsbereiche. Daher bin ich sicher, dass wir auch in zehn Jahren noch PCs verkaufen werden.

ITB: Ist der Schritt von HP in den Markt der großen A3-Drucker und Kopierer für Sie als B2B-Marketplace interessant? Beschreitet HP den richtigen Weg?

Rohbrecht: Der Markt ist interessant. Daher hat ihn HP sicherlich auch in Angriff genommen. Hier ist von einem Marktvolumen von 50 Milliarden US-Dollar die Rede. Natürlich ist dieser Vorstoß von HP auch für Also spannend, da wir in diesem Markt bereits aktiv sind. Wir freuen uns auf innovative HP-Produkte mit dem Fokus auf Sicherheit und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bei den Druckkosten.

ITB: Sind die 3D-Drucker von HP auch ein Thema für Also?

Rohbrecht: Ich gehe davon aus, dass 3D-Print etliche Industriezweige revolutionieren wird, allein durch die ökologischen und ökonomischen Vorteile kurzer Lieferketten oder gar deren Wegfall. Daher sehe ich eine große Nachfrage nach 3D-Druckern. Mit günstigeren Geräten und wachsender Vielfalt der Werkstoffe für den Druck wird dieser Markt auch für die Distribution relevant.

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