Hartes Urteil im Schmiergeld-Prozess Media-Markt-Manager soll mehr als fünf Jahre ins Gefängnis

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Harry Jacob / Harry Jacob

Obwohl er bis zuletzt die Vorwürfe gegen ihn entschieden bestritten hatte, wurde der ehemalige Deutschland-Chef des Media-Marktes, Michael Rook, schuldig gesprochen. Er soll Schmiergelder angenommen haben.

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Der letzte Arbeitstag vor Weihnachten, da geschehen normalerweise keine entscheidenden Dinge mehr. Doch nicht so im Schmiergeldverfahren gegen den ehemaligen Deutschland-Chef des Media-Marktes. Sein Prozess vor der Wirtschaftskammer des Augsburger Landgerichts ging am Freitag zu Ende, mit einem bemerkenswerten Urteil. Fünf Jahre und drei Monate soll der Ex-Manager in Haft, weil er nach Überzeugung des Gerichtes Schmiergelder angenommen hatte.

Rook hatte die Vorwürfe stets bestritten. Doch neben ihm saßen weitere fünf Beteiligte auf der Anklagebank, die mehr oder minder geständig waren. Demnach sind innerhalb von fünf Jahren rund vier Millionen Euro Schmiergeld geflossen, damit ein DSL-Anbieter exklusiv seine Verträge in den Media-Markt-Filialen anbieten konnte. Rook und ein weiterer Angeklagter sollen allein unter sich rund zwei Millionen Euro aufgeteilt haben.

Hohe Strafen auch gegen Mittäter

Die geständigen Angeklagten bekamen nur geringfügig geringere Strafen aufgebrummt, in einem Fall vier Jahre und drei Monate Haft, in einem anderem Fall vier Jahre und neun Monate.

Die Anwälte von Rook nannten das Verfahren skandalös und kündigten an, gegen die Verurteilung ihres Mandanten Revision einlegen zu wollen. Sie hatten bemängelt, dass sie nur unzureichend Akteneinsicht bekommen hatten. Dabei ging es um eine große Zahl abgehörter Telefonate und sichergestellter elektronischer Daten. Außerdem bezweifelten sie die Aussagen des Mittäters, der als Belastungszeuge gegen Rook aufgetreten war.

Aber auch der Staatsanwalt, der eine noch höhere Strafe gegen Rook gefordert hatte, wird voraussichtlich in Revision gehen.

Media Markt sieht sich ebenfalls geschädigt

Die Muttergesellschaft des Media Marktes, die Media Saturn Holding in Ingolstadt, hat es abgelehnt, das Urteil öffentlich zu kommentieren. Allerdings sieht sich das Unternehmen durch die Machenschaften der ehemaligen Mitarbeiter geschädigt und kündigte Schadensersatzforderungen gegen die Beteiligten an.

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