Einkaufsoptimierungssysteme in aller Munde Markttransparenz durch Preisvergleich und Lieferauskunft

Redakteur: Sarah Gandorfer

Fast jede Kooperation besitzt eine Online-Beschaffungsplattform, die einen Preisvergleich über die verschiedenen Lieferanten ermöglicht. Bei Ad-fontes, A Eins und IT-Scope muss man kein Verbundsmitglied sein, um von solch einem System zu profitieren.

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Ein Einkaufsoptimierungssystem sorgt für Markttransparenz und kann helfen, Geld und Zeit zu sparen.
Ein Einkaufsoptimierungssystem sorgt für Markttransparenz und kann helfen, Geld und Zeit zu sparen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Online-Bestellsystem, Einkaufsoptimierungssystem, oder Beschaffungsplattform – viele Namen für ein und dasselbe. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, einen schnellen und einfachen Zugriff auf Produktdaten, Preise und Verfügbarkeit in der Distribution zu ermöglichen. Zu den bekanntesten Systemen zählen »Egis« von der Kooperation Synaxon, »Tradersguide« vom Systemhausverbund Comteam, »COP Compare and Procure« des Herstellers Ad-fontes, »Marketviewer« von IT-Scope und »21stMall« von A Eins.

Während Egis und Tradersguide nur Kooperations-Mitgliedern zugänglich sind, können von den anderen alle Fachhändler profitieren. Der Grundaufbau ist immer der gleiche: Möglichst viele Hersteller und Lieferanten werden über Schnittstellen mit dem System verbunden. Statt also überall Preis und Verfügbarkeit einzeln abzufragen, bekommt der Händler das Suchergebnis gleich in einer Übersicht zusammengefasst – das spart Zeit, und wenn man den günstigsten Anbieter findet, auch Geld. Die individuellen Lieferkonditionen eines Händlers werden dabei berücksichtigt.

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Durch den Einsatz am Point of Sale kann der Händler dem Kunden schnell und kompetent Auskunft über den gewünschten Artikel sowie mögliches Zubehör geben. Das wiederum steigert die Wettbewerbsfähigkeit.

COP als Einkäufer-Tool

Ad-fontes bietet mit »COP« eine Einzelplatz- und Client-basierte Netzwerklösung. Die Single-Version kostet 69, eine Fünf-User-Netzwerkversion 99, bei zehn Usern 149 und bei 25 Usern 199 Euro pro Monat. Die Artikel-Daten werden dabei von dem holländischen Partner Icecat geliefert. Sollen die Daten von DCI geliefert werden, schlägt das mit weiteren 49 Euro im Monat zu Buche. Zusätzliche, einmalige Kosten können entstehen, wenn beispielsweise das Datenblatt-Design an den Webshop des Händlers angepasst werden soll oder es noch einer besonderen Schnittstelle zum Warenwirtschaftssystem bedarf.

COP lädt automatisch täglich die aktuellen Artikel-Daten der Distributoren, für die Lieferverfügbarkeit muss der Einkäufer dann noch die Realtime-Abfrage betätigen. Um Dubletten im System zu vermeiden, setzt Ad-fontes auf manuelle Nachbearbeitung der Daten. »COP ist ein Einkäufer-Tool und deshalb nicht so sehr auf den Endkunden ausgelegt«, erklärt Arnd Villwock, Geschäftsführer von Ad-fontes. »Unsere Partnersysteme haben diverse Marketing-Einbindungen, für COP ist allerdings eine Angebot-Erstellungs-Funktion geplant.«

Marketviewer ist online

Während COP für die Offline-Arbeit gedacht ist, braucht der »Marketviewer« von IT-Scope eine Anbindung ans Internet. Als DCI-Tochter wird natürlich der hauseigene Datenbank-Inhalt genutzt. Die Informationen werden außerdem manuell qualifiziert, um Doppelungen bei den vom Lieferanten eingestellten Artikeln zu vermeiden. »Unsere Stärken sind die Integration in Warenwirtschaftssysteme und in Webshops«, sagt Alexander Kiffe, Geschäftsführer von IT-Scope. »Bis zur CeBIT wollen wir außerdem das Erstellen von Angeboten und Flyern direkt aus dem Marketviewer heraus möglich machen.«

IT-Scopes günstigstes Angebot beträgt 35 Euro im Monat für die Basic-Edition, eine Single-User-Version. Jeweils zwei gleichzeitige Nutzer-Zugriffe auf den Server lassen die Expert- sowie Integration-Editon zu. Diese kosten monatlich 69 beziehungsweise 119 Euro. Der Unterschied liegt in den zusätzlich enthaltenen Exportfunktionen. Die meisten Features sind bei der Enterprise-Edition mit fünf Client-Lizenzen für monatlich 249 Euro mit dabei. Weitere Kosten können für Anpassungen oder weitere Services entstehen.

Rundum-Service von 21stMall

Die »21stMall« von A Eins besteht aus drei Grundsäulen: Die so genannte Content-Engine liefert die Produktdaten, Verfügbarkeit und Preis. Die Shop-Engine ermöglicht es Wiederverkäufern einen eigenen Webshop einzurichten. Die Flyer-Engine erstellt Marketingmaterial wie Flyer und Prospekte. »Noch während der Vertriebler mit dem Kunden telefoniert, kann er ihm per eMail das Angebot als PDF zukommen lassen und so das Geschäft schneller zum Abschluss bringen«, schwärmt A Eins-Geschäftsführer Andy Altmeyer über diese dritte Säule.

Die Beschaffungsplattform ist webbasiert bis zum Einkauf der Ware, dann greifen die Schnittstellen zum Warenwirtschaftssystem des Händlers. Ein automatisches Dublettenmapping soll doppelt gelistete Artikel erkennen. »Oft wird derselbe Artikel in drei verschiedenen Varianten angelegt, weil die Distributoren mit dem Preisvergleich nicht glücklich sind«, erläutert Altmeyer. Dieser Rundum-Service ist ab monatlich 300 Euro für mehrere Nutzerlizenzen zu haben. Das Setup kostet einmalig 1.500 Euro.

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