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Lünendonk-Marktstichprobe 2014 Markt- und Umsatzentwicklung von Business Intelligence in Deutschland

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sarah Böttcher

Bei der Lünendonk-Marktstichprobe 2014 „Business Intelligence als Kernkompetenz – Der Markt für Business-Intelligence-Standard-Software in Deutschland“ wurden Unternehmen unter anderem über ihren Vertrieb mit Business Intelligence (BI) befragt.

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BI-Anbieter wachsen laut Lünendonks Marktstichprobe erneut deutlich stärker als der IT-Markt.
BI-Anbieter wachsen laut Lünendonks Marktstichprobe erneut deutlich stärker als der IT-Markt.
(Bild: Sergey Nivens - Fotolia.com)

Partner dieser jährlichen Analyse von Lünendonk sind die Unternehmen Board, Corporate Planning (CP), IDL, LucaNet und SAS Institute. In die Marktstichprobe wurden ausschließlich Software-Anbieter aufgenommen, die mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes mit Vertrieb, Einführung und Wartung eigener Business‐Intelligence‐Standard‐Software‐Produkte erwirtschaften. Dazu zählen beispielsweise Software für Datenintegration, Datenkonsolidierung, Reporting- und Dashboard-Anwendungen. Befragt wurden insgesamt 22 Teilnehmer. Nicht vertreten sind große internationale IT‐Konzerne, die zwar signifikante Umsätze mit BI-Software in Deutschland erzielen, aber ihren Schwerpunkt auf andere IT-Leistungen legen, wie IT-Beratung, IT-Services oder Standard-Software-Lösungen, zum Beispiel ERP, CRM, IBM, Oracle oder SAP.

BI-Unternehmen schätzen ihr Umsatzwachstum viel höher als den gesamten Martkumsatz ein.
BI-Unternehmen schätzen ihr Umsatzwachstum viel höher als den gesamten Martkumsatz ein.
(Bild: Lünendonk)

Der Markt für Business Intelligence (BI) wächst deutlich stärker als der Standard-Software-Markt, der nur ein Wachstum von 6,1 Prozent verzeichnen kann. Anbieter von BI-Software und Business Analytics erwirtschafteten im Vergleich zum Vorjahr, einen Gesamtumsatz von 452,2 Millionen Euro (2013), was einem Umsatzwachstum von 12,5 Prozent entspricht. Diese positive Geschäftsentwicklung sei laut Lünendonk eine logische Folge im Hinblick auf die IT-Gesamtausgaben sowie die Investitionsschwerpunkte der Unternehmen.

Warum Optimismus in der BI-Branche herrscht, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Optimismus in der BI-Branche

Business-Intelligence-Anbieter blicken auf Grund der aktuellen Marktlage optimistisch in die Zukunft. Dies zeigt sich daran, dass Anbieter die Entwicklung ihres eigenen Umsatzes wesentlich stärker einschätzen als das Marktwachstum. So gehen die von Lünendonk befragten Software-Anbieter von einem durchschnittlichen Marktwachstum von 9,6 Prozent für 2014 aus, während sie im Durchschnitt mit einem eigenen Wachstum von 15,9 Prozent Inlandsumsatz rechnen.

Betrachtet man den Auslandsumsatz zum Vorjahr der im zweistelligen Bereich lag, erkennt man einen relativ geringen Anstieg von nur drei Prozent für 2013. Über die Gründe des vergleichsweise schwachen Auslandsumsatz hatten Nathalie Többen, zuständig für Public Relations bei Corporate Planning, Monika Düsterhoff, Mitglied der Geschäftsleitung bei IDL und Bodo Herlyn, Geschäftsführer bei Board, unterschiedliche Meinungen.

Bodo Herlyn äußerte sich dazu: „Ich habe den Eindruck, dass sich gerade im letzten Jahr einige deutsche Wettbewerber insgesamt im Ausland aus verschiedenen Gründen schwer getan haben und das die Statistik beeinflusst. Es ist zu hoffen, dass sich die deutschen Unternehmen international verankern können. Es ist sehr wichtig international aufgestellt zu sein.“

Monika Düsterhoff meinte dazu: „Es kommt immer darauf an, wo man den Umsatz anrechnet und wer den Umsatz macht. Ist es die Muttergesellschaft in Deutschland oder die Tochtergesellschaften im Ausland? Ein weiterer Punkt durch den die Schwankung zu Stande kommen kann, sind die Applikationen Cloud und Mobilität, die im Kommen sind. Dadurch wird natürlich auch mehr Einkauf und globales Wachstum in den angrenzenden Ländern entstehen.“ Bodo Herlyn dazu: „Oder es verhält sich anders herum, in den letzten Jahren sind viele internationale Unternehmen in den deutschen Markt eingetreten, wie „QlikView“ oder „Tableau“. Das bedeutet natürlich auch, dass klassische deutsche Unternehmen sich schwer tun.“ Auch die große Risikobereitschaft ausländischer Investoren in internationale Unternehmen sei ein weiterer Punkt. Deutsche Unternehmen seien zu konservativ und nicht genug risikobereit eingestellt.

„Dieser Einbruch wurde erwartet“, so Mario Zillmann, Leiter Professional Services und Studienautor beim Kaufbeurer Marktforschungsunternehmen Lünendonk. Jedoch hätte er den Auslandsumsatz etwas höher eingeschätzt.

BI-Software als angehender Investitionsschwerpunkt

Neben den IT-Trendthemen Cloud, Security und Mobile Enterprise sollen sich laut den ersten Ergebnissen der Lünendonk-Marktstichprobe 2014 „Business Intelligence als Kernkompetenz – Der Markt für Business‐Intelligence‐Standard‐Software in Deutschland“, in den kommenden zwei Jahren ein Investitionsschwerpunkt bei Business Intelligence und Business Analytics bilden.

„Es zeigt sich, dass Fachbereiche und CIOs derzeit massiv in Software-Lösungen investieren, die den Unternehmen dabei helfen, die Digitalisierung und die damit verbundene Komplexität in der Unternehmenssteuerung zu beherrschen“, kommentiert Zillmann die Marktentwicklung.

Inhalte des BI-Portfolio

Nähere Untersuchungen wurden auch bezüglich des BI-Portfolio gemacht. Der Hauptbestandteil des Portfolio ist das sogenannte Front-End, das aus den Anwenderwerkzeugen besteht. Diese machen 49,6 Prozent aus. Das Front-End besteht aus den vier Punkten Reporting-Tools (29,6 Prozent), Analyse (29,3 Prozent), Planung (24,4 Prozent) und Finanzkonsolidierung (16,7 Prozent).

26,1 Prozent macht das Back-End mit der Datenintegration aus. 20,4 Prozent sind Business-Analytics-Produkte, also Fachlösungen mit integrierter Analysemöglichkeit für Massendaten. Die restlichen 3,9 Prozent bestehen aus dem Customer Relationship Management.

Ganzheitliche BI-Lösung

Als Hauptziel und Umsatzgarant gelten laut Marktumfrage, Standardisierung und Business Performance Management. Über die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Lösung sind sich Nathalie Többen und Monika Düsterhoff einig. Dazu Nathalie Többen: „Corporate Planning verfolgt schon seit einigen Jahren diesen ganzheitlich integrierten Ansatz. Es ist wichtig Unternehmen eine Lösung zu geben, damit diese die Möglichkeit besitzen ihr System weiter wachsen zu lassen und nicht auf weitere Lösungen zurückgreifen müssen.“

Weitere Betrachtungspunkte und Herausforderungen mit Business Intelligence, finden Sie auf der nächsten Seite.

Weitere Betrachtungspunkte

Ein weiterer Betrachtungspunkt ist die Größe der Unternehmen die mit BI-Software handeln und deren Vertrieb damit. Es zeige sich, das Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern die größte Kundengruppe mit 25,8 Prozent ist. Doch laut Lünendonk sei die Masse und das Potential bei den kleineren Unternehmen vorzufinden.

Die größte Nachfrage sehen BI-Anbieter im Finanzwesen.
Die größte Nachfrage sehen BI-Anbieter im Finanzwesen.
(Bild: Lünendonk)

Eine hohe Nachfrage verzeichnen die Anbieter aus den Fachbereichen Vertrieb, Marketing und Unternehmenssteuerung beziehungsweise Risikomanagement. Knapp 18 Prozent des Umsatzes der von Lünendonk befragten BI-Hersteller werden mit dem Vertrieb erzielt und rund 15 Prozent mit der Unternehmenssteuerung beziehungsweise Risikomanagement. Im Finanzwesen hat BI jedoch den höchsten Durchdringungsgrad von 32,1 Prozent.

Besonders starke Impulse für die Geschäftsentwicklung gehen aus Sicht der befragten Anbieter von den Technologiethemen „Business Analytics“, „Self Service BI“ und „Mobile BI“ aus.

Herausforderungen mit BI

Die 22 Teilnehmer gaben als größte Herausforderung die Anpassung der BI-Lösungen an spezielle Unternehmensanforderungen an. Knapp dahinter kommt der Mangel an qualifizierten Fachkräften sowie das Problem der Konzeption und Integration analytischer Lösungen für eine Auswertung großer und komplexer Datenmengen.

Die größten drei Herausforderungen für Kunden hingegen, sollen zum einen aus einer Ableitung einer BI-Strategie auf Basis der Unternehmensstrategie, dezentralen Organisationsstrukturen und der Mangel an Personal mit fachlichem und analytischem Know-how bestehen.

Die detaillierte Lünendonk‐Marktstichprobe 2014 „Business Intelligence als Kernkompetenz – Der Markt für spezialisierte Business-Intelligence-Standard-Software-Anbieter in Deutschland“ ist ab Mitte August auf der Website des Marktforschungsunternehmens kostenfrei erhältlich. □

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