Cisco Expo 2012 – Die Cloud bringt neue Anforderungen für IT-Verantwortliche

Auf was Sie bei der Umsetzung von Cloud-Projekten achten müssen

17.04.12 | Autor / Redakteur: Ulrich Hamm / Andreas Donner

Mit Cloud Computing kommen viele neue Anforderungen auf das IT-Personal zu – aber auch immense Möglichkeiten! (Bild: © frank peters - Fotolia.com)
Mit Cloud Computing kommen viele neue Anforderungen auf das IT-Personal zu – aber auch immense Möglichkeiten! (Bild: © frank peters - Fotolia.com)

Von der Theorie in die Praxis. Während IT-Verantwortliche sich bislang vorwiegend um Strategiekonzepte, Kosteneinschätzung und die Bewertung möglicher Cloud-Varianten kümmerten, geht es nun um die konkrete Umsetzung von Projekten. Doch was ist hier zu beachten und was sind die aktuellen Trends?

Geschäftsmodelle auf Basis von Cloud Computing revolutionieren zunehmend die IT-Landschaft in Unternehmen. Im Gegensatz zu traditioneller IT mit Betriebsmodellen wie Colocation, Hosting oder Outsourcing mit einer Wertschöpfungssteigerung durch Skalierungseffekte, zeichnet sich ein Cloud-Service durch attraktive Eigenschaften für den Anwender aus.

Dieser kann selbständig Dienste einrichten, erhält Zugriff über verschiedene Medien, fast unbegrenzte Kapazitätsbereitstellung seitens des Providers, schnelle und elastische Modifikation des Portfolios sowie völlige Transparenz im Hinblick auf Bereitstellung und Abrechnung der genutzten Ressourcen.

Auch für Provider stellt Cloud Computing einen Paradigmen-Wechsel dar. Sie können durch Public Clouds sowie Virtual Private Clouds ihre Wertschöpfungskette deutlich verkürzen und ihre Dienste sowie Kapazitäten Kunden wesentlich schneller zur Verfügung stellen. Dies liegt daran, dass die Erstellung neuer Angebote unabhängig von der Infrastruktur verläuft und dafür wenige Eingaben in einer zentralen Management-Software ausreichen.

Im Zusammenspiel mit automatischen Technologien zur Ressourcenbereitstellung und zum Lastenaugleich sind die eingesetzten Kapazitäten genau in dem Moment verfügbar, in dem sie benötigt werden. Dafür ist der Einsatz von Virtualisierungstechnologien jedoch unabdingbar. Diese werden zwar seit Jahrzehnten in der IT genutzt, müssen jetzt aber durch einen Ende-zu-Ende-Ansatz mit weiteren Attributen zur Steuerung ergänzt werden.

Dies haben verschiedene Anbieter bereits erkannt und mit entsprechenden Strategien zielstrebig vorangetrieben. Den Ausgangspunkt bildet meist ein ganzheitlicher Systemansatz. Dieser vereint sämtliche Netzwerk-, Speicher- und Rechnerressourcen mit allen Diensten, Applikationen und Endgeräten zu einem gemeinsamen Cloud-System. Das Fundament dafür bildet das Netzwerk, da es alle Elemente der Cloud-Architektur miteinander verbindet. Dabei geht es aber nicht nur um innovative Infrastrukturkomponenten zum Umbau der IT, sondern auch um die Entwicklung darauf aufbauender Cloud-Lösungen zur Transformation von Business-Modellen und der Geschäftstätigkeit.

Um Service-Providern und Unternehmen abgestimmte Ende-zu-Ende-Lösungen für Cloud Computing anbieten zu können, müssen Hersteller eng mit wichtigen Technologie-Führern der IT-Branche zusammenarbeiten. Inwieweit solche Partnerschaften den weltweiten Cloud-Markt entscheidend mitgestalten, zeigt schon heute die Virtual Computing Environment Coalition (VCE). Unter dem Dach von VCE liefern Cisco, EMC und VMware gemeinsam umfassend getestete Infrastrukturpakete für den Aufbau von Private Clouds.

Die neue Welt für Provider

Für Provider bietet sich mit Cloud Computing die Chance, das Management bislang getrennt administrierter Server-, Storage- und Netzwerkbereiche komplett zu vereinheitlichen. Dies erleichtert die Virtualisierung auf allen Ebenen der Infrastruktur. Dies gilt sowohl für lokal und überregional als auch für weltweit tätige Provider. Sie nutzen alle im Prinzip die gleichen Technologien und Geschäftsmodelle, um ihre Services anzubieten. Daher müssen sie ich in Zukunft verstärkt durch unterschiedliche Kundenansprache, Zusatzangebote oder Support-Leistungen differenzieren.

So können regionale Provider zum Beispiel durch persönlichen Kundenkontakt und dem lokalen Rechenzentrum punkten, das sich eventuell sogar besichtigen lässt. Überregionale Provider können ihre Erfahrung mit unterschiedlichen Szenarien sowie den hohen Datenschutz durch nationale Rechenzentren herausstellen. Globale Anbieter dagegen können aufgrund der hohen Skalierbarkeit und der international einheitlichen Nutzung ihrer Dienste verstärkt international tätige Unternehmen ansprechen.

Public, Hybrid oder Private?

Doch welche Cloud-Variante sollten sie vorwiegend anbieten? Unternehmen und Organisationen sind derzeit zwar eher dazu bereit, Private Clouds zu nutzen, doch auch Public oder Hybrid Clouds können durchaus sinnvoll sein. Dies hängt in erster Linie von den Anwendungen und den dahinter liegenden Geschäftsprozessen ab.

Zum Beispiel gehören Applikationen mit persönlichen oder geheimen Daten auf jeden Fall in die Private Cloud. Denn hier stehen Datenschutz sowie die Sicherheit und Vertraulichkeit sensibler Unternehmensinformationen an erster Stelle. Sollen dagegen Anwendungen und Daten möglichst vielen Nutzern zur Verfügung stehen, etwa bei Online-Shops, Kundenauskunft oder Sozialen Netzwerken, ist die Public Cloud geeignet. Allerdings ist hier sicherzustellen, dass nur allgemein verfügbare Informationen und keinesfalls geheime Daten eingestellt werden.

Im Prinzip lassen sich also alle Anwendungen in die Cloud auslagern, es kommt nur auf die geeignete Lösung an. Entsprechend sollte sich die einzuführende oder eingesetzte Lösung in erster Linie auf die Bedürfnisse des Anwender-Unternehmens konzentrieren. So sollten Anbieter auch keine bestimmte Cloud-Variante bevorzugen, sondern sämtliche Formen einschließlich Mischanwendungen unterstützen – je nachdem, welche Art für den jeweiligen Kunden den maximalen Nutzen verspricht.

Das Netzwerk als Basis

Um Cloud Services effizient zu verwalten, ist eine einheitliche Managementlösung nötig. Die Basis dafür bildet das Netzwerk. Auch Performance und Ausfallschutz für kritische Cloud-Dienste kann nur das Netzwerk garantieren. Man denke etwa an dynamische Lastverteilung oder die automatisierte Re-Konfiguration von Cloud-Ressourcen. Eine inhärente Borderless Routing Infrastructure (BRI) verbessert dank intelligenter Applikationserkennung die Performance kritischer Cloud-Anwendungen wie Video- oder Online-Konferenzen. Gleichzeitig bringen Wide Area Application Services (WAAS) sichere Cloud-Dienste in jede noch so weit entfernte Niederlassung.

Der Schlüssel für die Sicherheit liegt ebenfalls im Netzwerk. Denn es ermöglicht eine umfassende Richtliniensteuerung sowie Datenverschlüsselung sowohl auf Datenträgern als auch im Netzwerk. Die Dienste lassen sich nur dann umfassend sichern, wenn Schutz- und Abwehrmechanismen breit in allen Cloud-relevanten Netzwerksegmenten verankert sind. Dies gelingt beispielsweise, indem Zugriffsschutz und verschlüsselte VPN-Anbindung mit Cisco ASA (Adaptive Security Appliance) als Servicemodul direkt in einen Catalyst-Switch integriert werden. Bewährt hat sich dieser netzwerkzentrierte Security-Ansatz zum Beispiel überall dort, wo Mitarbeiter räumlich verteilt arbeiten und vielfältige mobile Endgeräte nutzen. Zudem stehen viele weitere Sicherheitslösungen zur Verfügung, zum Beispiel im Rahmen der TrustSec-Architektur.

weiter mit: Neuen Trends, Schritt für Schritt zur modernen Cloud und Ausblick

Inhalt des Artikels:

  • Seite 1: Auf was Sie bei der Umsetzung von Cloud-Projekten achten müssen
  • Seite 2: Neue Trends

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