Apple bringt Snow Leopard früher als geplant MacOS X 10.6 erscheint am 28. August

Redakteur: Harry Jacob

Auf Apples Entwicklerkonferenz im Juni hatte es noch geheißen, MacOS X 10.6, Codename Snow Leopard, werde im September erscheinen. Nun wurde der Termin vorgezogen: ab kommendem Freitag, 28. August, ist das Produkt als Client- und Serverversion im Handel erhältlich. Für Business-Kunden dürfte vor allem die integrierte Exchange-Unterstützung von Bedeutung sein.

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Laut Apple wurden 90 Prozent der Applikationen überarbeitet und dabei die Ressourcenanforderungen deutlich reduziert. So kommt Snow Leopard gegenüber dem Vorgänger Leopard mit dem halben Speicherplatz auf der Festplatte aus. Zum anderen wurde der Finder, die zentrale Applikation des Betriebssystems, komplett neu in Cocoa geschrieben. Er ist jetzt vollständig 64-bittig und wurde um den Scheduler „Grand Central Dispatch” ergänzt. Dieser sorgt dafür, dass die Aufgaben parallelisiert verarbeitet werden und so die inzwischen gängigen Mehrkern-Prozessoren ihre Vorteile voll ausspielen können, auch wenn die Anwendungen selbst nicht darauf optimiert wurden.

Desweiteren ist das Betriebssystem unter MacOS X 10.6 in der Lage, die Rechenleistung der Grafikkerne auch für andere Aufgaben als die Bilderstellung zu nutzen. Mit Quicktime X wurde eine zentrale Anwendung deutlich verbessert, so dass diese auch im Umgang mit HD-Content schneller arbeitet und das System weniger belastet.

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Von Leopard zu Snow Leopard

Apple positioniert sich mit MacOS X 10.6 gegenüber dem kommenden Microsoft-Betriebssystem Windows 7: weitgehende 64-Bit-Unterstützung, Kompatibilität zu Microsofts Mail-Server Exchange (allerdings erst ab der Version 2007), geringerer Ressourcenverbrauch und ein günstiger Preis sollen die Kunden überzeugen. Je nach Betriebssystem-Applikation kommt Apple auf Geschwindigkeitszuwächse von 50 bis 90 Prozent. Updates von Leopard sind für 29 Euro erhältlich, das „Family Pack” für bis zu fünf Macs kostet 49 Euro. Den Umstieg von Tiger (MacOS X 10.4) zu Snow Leopard gibt es für 169 Euro, darin enthalten ist die Office- und Multimedia-Suite von Apple, iLife ‘09.

Eine der wichtigsten Funktionen für geschäftliche Anwendungen ist die Anbindung an den Microsoft Exchange Server 2007. E-Mails, Kontaktdaten und Termine des Exchange-Accounts lassen sich mit Snow Leopard direkt von den Applikationen des Betriebssystems – Mail, Adressbuch und iCal – nutzen. Grundlage ist zum einen die neue E-Mail-Enginge für POP- und IMAP-Accounts, konkret: Apple wechselt von Cyrus, das mit MacOS X 10.3 eingeführt wurde, zu Dovecot. Diese Engine sei absolut standard-konform und aufgrund eines selbst erstellten und verwalteten Indexes deutlich schneller, zuverlässiger und sogar mit Funktionen zur Selbstheilung versehen.

Zusammen mit der Integration von Online-Austauschformaten bei Adressen und Terminen – namentlich CardDAV und CalDAV – sowie der automatisierten Exchange-Erkennung bei den Netzwerkfunktionen kann sich jeder Mac-User komfortabel an dem Mailserver anmelden, genau wie von einem Windows-Client aus – er muss lediglich Server-Namen, Benutzer-Account und sein Kennwort angeben.

Server profitieren extrem

Auch die Server-Version kommt zum 28. August. Der Preis beträgt 499 Euro – ohne Begrenzung der User-Zahl. Ein „Nachkaufen” von Client-Lizenzen wie bei Wettbewerbern üblich entfällt also. Nach Angaben von Apple sind mit Snow Leopard auf der gleichen Hardware mehr als 100 Prozent höhere SPECsfs-Werte für NFS und CIFS und mehr als 20 Prozent höhere SPECjbb2005-Werte zu erreichen als mit der aktuellen Version 10.5.7. Die neue Version wurde um weitere Anwendungen erweitert, beispielsweise den Podcast Producer 2 sowie den Mobile Access Server.

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