Apples Leopard auf dem Sprung MacOS X 10.5 strotzt vor neuen Funktionen

Redakteur: Harry Jacob

Apples Betriebssystem MacOS X 10.5 wird statt im Juni erst im Oktober erscheinen. Auf der weltweiten Entwicklerkonferenz in San Francisco stellte Apple-Chef Steve Jobs Funktionen vor, die bislang noch nicht in die Öffentlichkeit gelangt waren: darunter ein verbesserter Finder, der einen übersichtlicheren Umgang mit Dateien erlaubt, die Quick Look genannte Technologie, die es erlaubt, fast alle Datenformate anzuzeigen, ohne ein Programm öffnen zu müssen sowie Erweiterungen der Serverfunktion um Wiki-, Such- und Kalenderdienste.

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Die Einführung des iPhone auf dem amerikanischen Markt Ende Juni musste als Begründung für die Verschiebung des nächsten großen Releases von MacOS X herhalten. Das soll nun im Oktober kommen, und nicht, wie ursprünglich angekündigt, »noch im Frühling«. Das war als hinweis auf die World Wide Developer Conference am 11. Juni in San Francisco gedeutet worden. Zumindest einen intensiven Blick auf das »fast fertige« MacOS X 10.5 mit dem Release-Namen Leopard wollte Steve Jobs den Kunden und Entwicklern aber schon einmal bieten.

Etliche Funktionen waren bereits ein Jahr zuvor vorgestellt worden, darunter die »Time Machine«, mit der sich gelöschte Dateien wiederherstellen lassen, Verbesserungen an den mitgelieferten Anwendungen sowie zusätzliche Groupware-Funktionen. Eine Überraschung war für Viele die Ankündigung, dass Desktop und Finder überarbeitet werden und ein neues Look & Feel erhalten.

Anleihen bei iTunes

Insbesondere der Umgang mit Dateien und Programmen soll verbessert werden. So wird das aus dem Musikverwaltungsprogramm bekannte »Cover Flow« auch auf Dateien und Ordner anwendbar, die sich so einfach durchblättern lassen. Daneben lassen sich Dateien im Dock stapeln, um schnellen Zugriff zu ermöglichen, und auch mit Programmen gruppieren, die in einem Projekt gemeinsam genutzt werden.

Sämtliche Internetanwendungen werden mit Leopard ebenfalls erweitert. Insbesondere der Apple-eigene Browser Safari 3.0 soll in Sachen Anwenderfreundlichkeit und Geschwindigkeit neue Maßstäbe setzen. Die Beta-Version steht ab sofort - auch in einer Windows-Variante - zum Download bereit.

Mail-, Chat- und Kalender-Anwendungen bekommen zusätzliche Groupware-Funktionen. Das Boot Camp, mit dem sich auf Intel-Macs auch Windows starten lässt, wird vistatauglich gemacht. Auch hier steht ab sofort die Betaversion 1.3 zum Download bereit.

Vielleicht noch wichtiger ist, was sich unter der Oberfläche von Leopard verbirgt: Das nächste MacOS-X-Release bietet vollständig native 64-Bit-Unterstützung, verbesserte Multi-Core-Unterstützung und für Entwickler die Technologie »Core Animation«, mit der sich grafische Benutzeroberflächen für Programme einfacher erstellen lassen.

Starker Server

In der Server-Version kommen mit Leopard Funktionen dazu, die die Teamarbeit erleichtern: ein Wiki-Server, auf dem sich ein Intranet aufsetzen lässt, ein Podcast Producer, der nicht nur für die Produktion, sondern auch die Veröffentlichung von Audio- und Video-Inalten im Internet genutzt werden kann, der Spotlight Server, der die Suche auch auf andere Server ausdehnt oder auch der iCal-Server, der für Aufgaben- und Terminverwaltung im Team verantwortlich ist. Administratoren werden durch die Netzwerküberprüfung »Health Check« und vereinfachte Client-Einrichtung unterstützt.

Der Server glänzt zudem mit einer vollständigen 64-Bit-Umsetzung aller zentraler Dienste, trotzdem können auch weiterhin 32-Bit-Applikationen parallel dazu eingesetzt werden. Die Version für zehn Clients soll 499 Euro kosten, für 999 Euro ist eine unbegrenzte Nutzerzahl zulässig.

iPhone offen für Erweiterungen

Der Einstieg von Apple in den Mobilfunkmarkt steht unmittelbar bevor: Am 29. Juni soll das »iPhone« genannte Gerät auf den US-Markt kommen, die Europäer müssen sich bis mindestens Ende des Jahres gedulden. Doch schon jetzt öffnet Apple seine Kombination aus Handy, PDA und MP3-Player für die Entwickler. Sie sollen eigene Anwendungen »auf Basis von Web-2.0-Standards«, mit dem Look & Feel der iPhone-Oberfläche entwickeln können. Apple-Chef Steve Jobs nannte als Beispiel die Verbindung mit Google Maps und der integrierten Ortsanzeige. Die Web-2.0-basierten Anwendungen würden die Stabilität und Zuverlässigkeit des iPhone nicht beeinträchtigen und seien für Entwickler sehr komfortabel zu verbreiten, so Jobs weiter.

Branchen-Experten sind sehr skeptisch, ob Apple im Mobilfunkmarkt ähnlich erfolgreich sein kann wie einst mit dem iPod im MP3-Player-Segment, da die Wettbewerber sowohl bei den verwendeten Technologien als auch bei der Usability sehr gute Arbeit geleistet haben. Allerdings steht die Markteinführung des iPhone offensichtlich unter einem guten Stern: Aufgrund einer Patentschutzklage des Kommunikations-Spezialisten Broadcom dürfen derzeit keine Chips des Wettbewerbers Qualcomm in die USA eingeführt werden - und auch keine Handys, die darauf basieren, was zahlreiche iPhone-Konkurrenten betrifft. Allerdings ist zu erwarten, dass diese Blockade nicht lange anhält.

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